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vor 7 Monate

Andrea Sawatzkis zweites Ich

Rund um den ganz alltäglichen Familien-Wahnsinn dreht sich eine Roman-Reihe von Schauspielerin Andrea Sawatzki. Ganz aktuell gibt es Band 2 und 3 der Serie - "Von Erholung war nie die Rede" & "Ihr seid natürlich eingeladen" - als günstigen Weltbild Doppelband.

Autorin & Schauspielerin: Andrea Sawatzki spielt die eigene Roman-Figur

Andrea Sawatzki ist Gundula Bundschuh – naja, nicht wirklich natürlich. Aber auf dem TV-Bildschirm verkörpert die bekannte deutsche Schauspielerin die Mama in der Midlife-Crisis, Gundula Bundschuh. Was Sie als Fernsehzuschauer vielleicht noch nicht wussten: Die turbulenten ZDF-Komödien um Familie Bundschuh beruhen auf einer Romanreihe – und zwar aus der Feder der Hauptdarstellerin Andrea Sawatzki.

Denn der beliebte Film- und TV-Star (Tatort, Die Manns, Borgia) ist ein Multitalent: Sie liest nicht nur mit charismatischer Stimme Hörbücher ein, sondern schreibt selbst seit 2013 sehr erfolgreich Romane. 2013 erschien ihr erstes Buch "Ein allzu braves Mädchen", ein Thriller mit persönlichem Bezug, der zum Bestseller wurde. Parallel startete sie mit einer unterhaltsamen Familien-Reihe, den Bundschuhs.

Unser Tipp: Ganz aktuell gibt es Band 2 und 3 der Serie ("Von Erholung war nie die Rede" & "Ihr seid natürlich eingeladen") als günstige Weltbild Ausgabe. Der neueste Bundschuh-Band, "Woanders ist es auch nicht ruhiger", erscheint diesen März.

Andrea Sawatzki und Axel Milberg verkörpern in den turbulenten Verfilmungen der Bundschuh-Reihe das Ehepaar Gundula und Gerald

Andrea Sawatzki und Axel Milberg verkörpern in den turbulenten Verfilmungen der Bundschuh-Romane das Ehepaar Gundula und Gerald. In weiteren Rollen spielen Judy Winter, Thekla Carola Wied, Stephan Grossmann, Eva Löbau, Uwe Ochsenknecht und andere. Folge 5, "Familie Bundschuh im Weihnachtschaos", lief Weihnachten 2020 im ZDF. Quelle Foto: obs/ZDF/Volker Roloff

Was die bekannte Schauspielerin und Bestsellerautorin Andrea Sawatzki mit ihrer Romanfigur Gundula Bundschuh verbindet, verrät sie im Interview:

Sie spielen in allen ZDF-Roman-Verfilmungen die Hauptrolle. Gibt es irgendeine Schnittmenge zwischen Andrea und der harmonieliebenden Gundula? Oder haben Sie eher gar nichts gemein?

Andrea Sawatzki: Die Gundula Bundschuh ist in gewisser Weise mein alter ego. Ich habe sie mir auf den Leib geschrieben, um meine Sorgen und Ängste mal zugespitzt vor mir zu sehen und auch ein bisschen über mich selbst lachen zu können. Schön ist, dass sich auch andere Frauen in Gundula wiederfinden und dann auch ein bisschen über sich lachen können.

Hatten Sie eigentlich Film-Gatten Axel Milberg sofort im Auge für die Rolle des Gerald Bundschuh oder wurde er ganz normal dafür gecastet?

Andrea Sawatzki: Ich hatte Axel Milberg für den Gerald Bundschuh vorgeschlagen. Ich finde, er passt zu hundert Prozent, er ist für mich die Idealbesetzung. Und zum Glück hatte er Lust auf dieses Experiment…

Alle Bundschuh-Bände in der richtigen Reihenfolge:

Video-Tipp: Lesung mit Andrea Sawatzki aus Band 5 der Bundschuh-Reihe: "Woanders ist es auch nicht ruhiger"

Andrea Sawatzki und die Bundschuhs bei Weltbild entdecken:

Ihr Mann Christian Berkel ist wie Sie Schauspieler und Autor ("Ada", "Der Apfelbaum") – lesen Sie eigentlich gegenseitig die Buchmanuskripte „Korrektur“ oder geben sich Feedback?

Andrea Sawatzki: Nein. Weder bei den Dreharbeiten noch beim Schreiben holen wir uns einen Rat vom anderen. Das machen wir allein mit uns aus. Wir lesen erst, wenn das Buch gebunden vor uns liegt.

Für die, die neu in die Roman-Reihe einsteigen: Was macht Gundula & Gerald Bundschuh mit Familie aus? Und warum tauchen Sie immer wieder gern ein in die Bundschuhwelt?

Andrea Sawatzki: Ich möchte die Menschen zum Lachen bringen. Und geht das nicht am besten, wenn man über Leute lachen kann, die man zu kennen glaubt und die einen manchmal an den Rand des Wahnsinns treiben? So ist die Familie Bundschuh entstanden.
Die Familie umfasst zehn Personen und zwei Hunde: Gundula und Gerald Bundschuh: Gundula ist Hausfrau und Mutter. Sie leidet darunter, älter zu werden, hat das Gefühl, überall zu versagen, nichts wirklich zu können oder zu Ende zu bringen. Sie befindet sich in einer mittelschweren Midlife-Crisis und gelangt nur durch die Analysestunden bei ihrem attraktiven Coach Herrn Mussorkski hin und wieder zu neuer Kraft.
Gerald arbeitet beim Finanzamt, isst sehr gern, hat es gern behaglich und harmonisch und sammelt alte Schlagerplatten), Gundulas Bruder Hans-Dieter (Autor von Lebenshilferatgebern, die keiner kauft, chronisch pleite) und dessen Ehefrau Rose (putzt ehrenamtlich die Kirche in Memmingen, wo sie auch herkommt), Eddie Barack (1 Jahr alt, Resultat eines unglücklichen One-Night-Stands Roses mit Reginald Shoemaker). Gundulas Mutter Ilse (verwitwet, sehr diszipliniert, schwer einzuschätzen, distanziert), Geralds Mutter Susanne (leider wieder Single, gefühlte dreißig Jahre alt, Ex-Alkoholikerin, ehemals Besitzerin einer Wäsche-Boutique, jetzt pleite bzw. bis über beide Ohren verschuldet). Die Kinder Rolf (21, studiert in Amerika), Ricky (19, lebt in Finnland) und Matz (11, liebstes Hobby: seinen jeweiligen Meerschweinchen einen Salto Mortale auf der Autorennbahn beizubringen, was einen hohen Meerschweinchen-Verschleiß zur Folge hat), die Hunde Gulliver (eine Dogge, schwerhörig und verfressen) und Othello (ein Dackel, schwerhörig und verfressen).

Das große Problem, das die Bundschuhs unter anderem eint, ist, dass sie ständig aneinander vorbeireden. Sie versuchen zwar zu kommunizieren, aber entweder sagen sie nicht das, was sie sich zu sagen vorgenommen hatten, oder es hört wieder mal keiner zu, weil jeder seine eigenen schweren Probleme hat. Die Bundschuhs sagen von sich, dass sie eine gut funktionierende Familie sind. Sie würden jedem, der etwas anderes behauptet, an die Gurgel springen. Allerdings gehen sie sich auch gewaltig auf die Nerven und wären ab und zu eigentlich am liebsten allein. Was aber nicht geht, weil sie auch nicht ohne einander können.

Ich vergleiche die Bundschuhs hin und wieder mit einem Wespenschwarm, den man in ein Einmachglas schraubt. Sie dabei zu beobachten, wie sie sich allmählich zerfleischen, ohne dass sie das jemals wollten, ist sehr inspirierend. Ich suche nach Situationen, die ein gewisses Stresspotential mit sich bringen und gucke den Bundschuhs dann bei der Bewältigung ihrer Probleme zu.

Familienfeste, Urlaub, Umzug – die Bundschuhs leben den ganz normalen Wahnsinn, der zu besonderen Anlässen wunderbar eskaliert. Welche „Extremsituation“ hat Sie im Familienleben schon an den Rand des Machbaren gebracht?

Andrea Sawatzki: Das Problem ist ja bei den meisten Familien, alle Querköpfe unter einen Hut zu bringen. Das war bei uns nicht anders. Und daran hat Familie Bundschuh dann letzten Endes auch zu knabbern.

Neben Familienkomödien haben Sie auch sehr erfolgreich Thriller veröffentlicht. Ist es richtig, dass Sie hier Traumata aus der eigenen Kindheit aufgearbeitet haben? Wird es irgendwann wieder neuen Nervenkitzel aus Ihrer Feder geben?

Andrea Sawatzki: Ich schreibe gerade an einem ernsten Stoff. Ich habe in den vorangegangenen Thrillern versucht, mich von verschiedenen Seiten einem Thema anzunähern, das mich schon seit Jahren umtreibt. Jetzt gehe ich es erneut aus einer völlig anderen Perspektive an.