Banshee Livie: Banshee Livie (Band 1): Dämonenjagd für Anfänger, Miriam Rademacher

Banshee Livie: Banshee Livie (Band 1): Dämonenjagd für Anfänger (eBook / ePub)

Miriam Rademacher

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So hat sich Livie ihren Tod nicht vorgestellt. Sie bekommt einen Job, der aus Heulen und Scharade besteht, einen altklugen Kollegen mit sexy Stimme, aber ohne Gesicht, und eine staubige Dachkammer ohne Internetanschluss. Livie ist jetzt die...

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  • 5 Sterne

    Aus dem Leben einer Büchersüchtigen., 10.10.2017

    Meinung:

    Endlich mal wieder ein Buch, in das man direkt abtauchen kann und bei dem man einfach mitfiebern muss.
    Humorvoll, spannend, sarkastisch und mit ganz vielen "Aaawwww"-Momenten.
    Neue Spielfiguren, tolle Schauplätze... hach...

    Aber von vorne.
    Livie, zu ihren Lebzeiten äußerlich eine Version der Comicfigur Betty Boop, wird von ihrer Tante Ethel in den Tod geführt. Und zwar wortwörtlich.
    Denn besagte Tante ist besessen von magischen Schauplätzen und missachtet dafür sogar alte Volksweisheiten, die bei Gewitter nun mal Leben retten.

    Und so kommt es, dass Livie nach ihrem frühzeitigen Tod, den Platz der Banshee der Familie Harrowmore einnehmen muss.
    Damit beginnt für die mürrisch wirkende, aber trotzdem angenehme Protagonistin ein neuer "Lebensabschnitt", denn die Harrowmores sind anstrengende Zeitgenossen.
    Es vergeht kein Tag, ohne dass Livie in ihrem neuen Job nicht gefordert ist.
    Immer gehetzt/begleitet von ihrem Todesboten aka. Walt, der seine Kapuze aus Sicherheitsgründen nicht abnehmen will, fängt Livie an, sich an die Arbeit als Banshee zu gewöhnen.
    Bis eines Tages ein Familienmitglied nicht mehr durch sie hindurchsehen kann.
    Sie wird gehört und gesehen.
    Und das ist wirklich außergewöhnlich.

    Der Schreibstil der Autorin ist - Achtung, hier kommt mein Lieblingswort - schlichtweg fluffig (soll heißen genau richtig, nicht zu viel, nicht zu wenig, eine fantastische Mischung).
    Bildhaft, jugendlich, leicht, gut zu lesen - Banshee Livie nimmt einen gefangen und lässt dann nicht mehr los.

    Das Buch lässt sich sehr gut unterteilen und es gibt auch, wie bei fast jedem Buch, im Mittelteil ein paar kleine Längen, die aber durch einen Puffer (so nenne ich es jetzt mal) wieder wett gemacht werden.
    Man steigt sehr humorvoll in die Geschichte ein, es gibt einiges an Situationskomik...

    "»Banshees beklagen die Toten«, begann er. »Sie weinen und klagen, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Manchmal stehen sie aber auch nur stumm als Mahnung am Wegesrand.« Mein Gesicht musste wie ein einziges Fragezeichen aussehen. »Ich bin so eine Art Klageweib? Eine bezahlte Jammerliese? Ein gebuchter Trauerkloß?«"
    (Pos. 367 von 4087)

    ...aber das flaut schnell ab, sobald der Alltag auf Schloss Harrowmore einkehrt.
    Livie war mir durch ihre positiv negative Art direkt sympathisch, sie ist der Typ Mensch bzw. Banshee, der auch im Winter über die Sonne meckern kann, weil sie zu hell scheint, aber immer mit einem lachenden Auge.
    Und auch Walt, ihren Todesboten und Mentor habe ich direkt ins Herz geschlossen, vor allem, weil er der ganzen Szenerie den nötigen düsteren Touch gibt und die Dinge etwas ernster angeht.

    Den Rest Dunkelheit und Mittelalterfeeling bringt das Schloss mit sich, das einige Ecken und versteckte Winkel besitzt und eben besagte staubige Dachkammer, in der Livie wohnt.
    Neben der großartigen Fantasystory, die den Hauptbestandteil des Buches ausmacht, darf natürlich auch eine kleine Lovestory nicht fehlen.
    Und das ist der einzige Punkt, der mich ein wenig gestört hat.
    Die Liebesgeschichte ist da und wird auch immer mal wieder in den Dialogen erwähnt und mit eingebunden, dennoch hat man das Gefühl nicht voranzukommen.
    Warum das so ist, kann ich nicht verraten, das müsst ihr selbst herausfinden.
    Es hat seinen Grund, dieser lässt mich aber ein wenig zähneknirschend zurück.

    Kommen wir nun zum wichtigsten Punkt - dem heimlichen Star des Buches:

    Dem Mummel. <3

    Ein was bitte?
    Ein Mummel.
    Hier beweist die Autorin eine große Fantasie und erschafft ein bis dato mir unbekanntes Tierchen:

    "Da saß ich nun. Mutterseelenallein auf dem Dachboden eines englischen Herrenhauses mit einem hässlichen Mummel auf dem Schoß, von wo er mir fröhlich zuwinkte. Er sah aus wie eine Mischung aus schuppiger Karotte und Frettchen, kaum größer als mein Daumen, und ich konnte ihn streicheln."
    (Pos. 880 von 4087)

    Mummel gibt es in unzähligen Varianten und Ausführungen, mit mal mehr, mal weniger Intelligenz, aber es war dieser Knirps, der die ganz vielen "Awwwww" Momente ins Buch bringt und so manch eine Szene auflockerte - und auch wenn euch der Rest nicht interessiert, einfach um des Mummels willen solltet ihr dieses Buch lesen!

    Wer jedoch auch am Rest interessiert ist, den kann ich mit gutem Gewissen beruhigen:
    Spannung und Action sind reichlich vorhanden, man kann seine Dämonenjägerfähigkeiten aufpolieren und zu den Protagonisten ein Band der Freundschaft knüpfen.

    Fazit:

    Banshee Livie ist ein kein überzogen witziger Roman ohne Hintergrund, ganz im Gegenteil - man findet Humor in gut dosierter Dosis, richtig eingesetzten Sarkasmus, und manch eine naive Ehrlichkeit trifft ebenfalls meinen Geschmack.
    Es ist - für mich - ein neuartiger Fantasyroman, der von Geistern und Dämonen erzählt, mit dessen Protagonisten man mitfiebern, rätseln und lachen kann und deren Geheimnisse man ergründen möchte.
    Neben angenehmen, sich stets entwickelnden Charakteren, bietet die Geschichte auch viel Platz zum Selbstdenken an und das macht sie für mich so packend und einnehmend.

    Ich vergebe 5 von 5 Sterne.

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    janein
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