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  • 5 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Elke S., 27.07.2017

    Leidenschaft, die über viele Steine und Knochen zusammenführt

    ch bin eigentlich absolut kein Fan von Dinosauriern, schon gar nicht von irgendwelchen Nachbildungen. Aber Kenneth Oppel hat mich nicht nur mit seiner rührenden, süßen, keinesfalls schnülzigen Romeo und Julia Romanze verzaubert, sondern hat bei mir auch richtiges Fieber beim Wettkampf im Suchen nach Überresten der Saurier entstehen lassen und mich dabei gelungen in die Great Plains des ausgehenden 19. Jahrhundert entführt.

    Nach einem kurzen Vorspann, in dem ein nackter Junge blutüberströmt ohne Nahrung und Wasser durch die Wildnis streift, befindet man sich auch schon in der Universität, in der Mr. Bolt seinen Vortrag über den Elastosaurus halten wird. Sein Sohn, der charmante, gutaussehende Samuel hat Rachel, die sich sichtlich für ausgestellte Skelettreste interessiert, sofort erspäht und versucht ihr Komplimente zu machen. Doch mit einer hübschen Haarspange oder schönen Augen kann er sie, die sie den „Charme einer Kohlmotte“ besitzt, nicht beeindrucken, allerdings verbindet die beiden von Anfang an das Interesse und das Wissen um naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Beide sind geschockt, als sich ihre Väter wenig später beim Vortrag nicht nur gegenseitig provozieren, sondern sogar prügeln. Ganz klar, dass sich die beiden Familien aus dem Weg gehen sollten. Wie könnte er aber Rachel trotzdem wieder sehen? Völlig umsonst zerbricht er sich darüber den Kopf, denn schon bald macht es das Schicksal oder viel mehr der Wettkampf der beiden Väter um die bedeutenderen Funde möglich, dass sich ihre Wege nicht nur kreuzen, sondern dass sie sogar genau ins gleiche Grabungsgebiet führen.

    Die Geschichte hat mich von Anfang an gefangen genommen und ich habe mehr als gefesselt gelesen, auch wenn hier sicher nicht actionreiche Hochspannung im Vordergrund steht. Die Suche nach den Überresten ist äußerst interessant, mitreißend dargestellt und ich habe viel mitgefiebert, wer denn jetzt den ultimativen Fund macht. Gut hat mir dabei auch gefallen, dass das Verhältnis Sioux-Indianer, verfeindete Stämme und Militär auf berührende Art und Weise von mehreren Seiten betrachtet wird. Die Liebesgeschichte hat ihr ganz besonderes Flair durch die dezente Zurückhaltung, die zur Erzählzeit vorherrschte. Keine Aufklärung, gleiche Glaubensrichtung, keine Zweisamkeit vor der Ehe, Anstand und Ähnliches schwingt stets mit. Dass die Regeln in der Prärie sicher etwas weniger strikt gehandhabt werden, hat wohl überhaupt erst ermöglicht, dass sich die beiden, natürlich völlig im Geheimen, näher kommen können.

    Die Geschichte wird abwechselnd von Rachel und Samuel in Ich-Perspektive berichtet. Als Leser ist man deshalb an beiden sehr nah dran. Man kennt ihre Gefühle, die nicht immer ihrem Handeln entsprechen und kann sich noch viel besser in sie hineinversetzen. Durch unterschiedliche Schriftarten ist auch stets ganz eindeutig klar, wer gerade berichtet. Diese Art zu erzählen hat mir super gut gefallen, ebenso wie die großartigen Beschreibungen, die ein regelrechtes Kopfkino entstehen lassen. Kann man sich doch ein chaotisches Haus, das einem „Museum, das jemand auf den Kopf gestellt und so lange geschüttelt hatte, bis alles aus den Schränken und Regalen geflogen war“ und in dem es „mehr tote Tiere als im örtlichen Schlachthof“ gibt, mehr als gut vorstellen. Auch die Landschaftsbeschreibungen in den Great Plains haben mich richtig mit auf die Reise genommen, Klapperschlangen beim Paarungstanz hatte ich z.B. deutlich vor Augen und ich habe die Hitze im Nacken beim Graben oder die unsägliche Mosquitoplage fast selbst gespürt. Dem Autor gelingt es auch außerordentlich gut Gefühle darzustellen, bei tiefer Enttäuschung nicht nur über den eigenen Vater, angefangen über Leidenschaft bis hin zu Angst und Abscheu vor so viel Grausamkeit. Der Schreibstil ist herrlich locker, leicht und ich bin regelrecht durch diesen Roman geflogen. Ich konnte unheimlich viel schmunzeln, dafür sorgen zahlreiche lustige Szenen und Dialoge, wie z.B. die Schlangen, die Rachel ihrer Tante ins Schlafzimmer setzt, damit ihr Vater sie mit auf die Exkursion nehmen muss, oder die unbeholfenen Küssversuche, die mit den Worten „ich fand es so viel zufriedenstellender“, bewertet werden.

    Rachel und Samuel sind verschieden, aber haben auch sehr viele Gemeinsamkeiten. Ganz klar verbindet sie beide das immens große Interesse für Naturwissenschaften, die immense Leidenschaft für die Suche nach Fossilien und die fieberhafte Jagd nach bisher unentdeckten Arten. Da die Geschichte im ausgehenden 19. Jahrhundert spielt, indem eine junge Dame hauptsächlich verheiratet gehört, muss Rachel allerdings hart für ihren Traum eine angesehene, studierte Paläontologin werden zu können, kämpfen. Dieser Kampf hat sie geprägt und hart gemacht und genau hier unterscheiden sich die beiden. Rachel empfindet für Sam Zuneigung, mehr als bisher überhaupt für jemanden, würde dafür aber ihren Lebenstraum niemals aufgeben. Der gefühlsbetonte Sam hingegen ist von Anfang an in Rachel verliebt und sie geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Er muss nicht unbedingt studieren, auch wenn er ganz klar Fossiliensucher als Lebenstraum hat, aber Rachel steht bei ihm eindeutig an höherer Stelle, was logischerweise auch für Unstimmigkeiten sorgt. Allerdings sind diese harmlos im Gegensatz zu dem Kampf, den sich ihre beiden Väter liefern. Provokationen, einige beachtliche linke Haken, gemeine Touren um den anderen am wissenschaftlichen Erfolg zu hindern und ein erbitterter Wettkampf wird hier ausgeführt, der beim Lesen für Zorn, Sprachlosigkeit, aber auch für Vergnügen sorgt. Mr Cartland, Rachels Vater, kämpft dabei hauptsächlich mit Worten und finanziellen Mitteln, was ihn mir um einiges unsympathischer als Mr. Bolt, den etwas verpeilten Wissenschaftler, der gerne auch einmal zuschlägt, gemacht hat. Auch die Nebendarsteller sind interessant und gelungen gezeichnet, bei der raffinierten, aber nicht herzlosen Mr. Cummins angefangen, über die beiden etwas tollpatschigen Grabungshelfer und Studenten Hugh und Daniel, bis hin zum furchtbaren Lieutnant Fryes, dessen Verhalten mir mit seinen einseitigen und übertriebenen Schauermärchen über die Sioux Indianer nicht nur einmal bitter aufgestoßen ist.

    Alles in allem bin ich mehr als begeistert, denn die Geschichte hat mich gefangen genommen, amüsiert und wirklich mehr als gelungen unterhalten und bekommt daher wohl verdiente fünf Sterne.

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    janein
  • 5 Sterne

    Susanne G., 23.07.2017

    Kurzbeschreibung
    Rachel hätte nicht gedacht das sie ausgerechnet in der Akademie der Naturwissenschaften auf einen netten jungen Mann treffen könnte der ihr Interesse weckt.
    Aber genau dies passierte, nachdem sie ihren Vater Professor Cartland begleitete, denn der wollte den neuesten Fund eine gewissen Professors Bolt begutachten.

    Was weder Rachel noch der junge Mann namens Samuel nicht wussten war, das ihr zusammentreffen im Normalfall nicht unter einem günstigen Stern stand.
    Denn Samuels Vater war Michael Bolt und der war mit Professor Cartland verfeindet. Angeblich wegen vieler Dinge die in Vergangenheit passiert waren.

    Beide legten sich gerne Steine in den Weg oder ließen den anderen auflaufen bei einer Veranstaltung.
    Aber wie es das Schicksal so wollte oder in dem Fall, die Knochen alter längt verstorbener Reptilien, sollte sich ihr Weg schon bald wieder kreuzen ... 😉



    Cover
    Das Cover ist gelungen, da es zwar nicht einem für mich üblichen Eyecatcher entspricht, aber etwas Besonderes hat, das man zweimal hinsehen muss. Zum einen nicht nur ausgesprochen passend, sondern auch sehr gelungen wie ich finde und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Gestaltung von Frauke Schneider.
    Einbandillustration von Wolfgang Staisch.


    Schreibstil
    Der Autor Kenneth Oppel hat hier eine faszinierende Geschichte zu Papier gebracht die mich nicht nur faszinierte, sondern auch auf eine spannende Reise mitnahm.
    Sehr gelungen die Einbindung in die Geschichte der Erforschung und des Suchens in der Paläontologie und der Geschichte der Sioux mit den Bräuchen aus uralter Zeit wie auch einer wundervollen Liebesgeschichte, zweier verfeindeter Väter.
    Die Sichtweisen wechseln ab zwischen Samuel und Rachel, sodass man immer weiß, wer gerade was denkt. Hervorgehoben wird es durch eine andere Schriftart die mir sehr gut gefällt, da sie für Rachel eher Feminin wirkt und für Samuel klarer, definierter.
    Aus dem Englischen von Sandra Knuffinke / Jessika Komina-Scholz

    Meinung
    Wenn eine Leidenschaft Dich zusammenführt ... 💖

    Dann sind wir bei Samuel Bolt, der seinen Vater bei seinem Vortrag über seinen neusten Fund unterstützen möchte und geradewegs auf sein Schicksal in Form von Rachel Cartland trifft.

    Beide wissen zu diesem Zeitpunkt in der Akademie der Naturwissenschaften noch nicht, dass sie verfeindete Väter haben und die sich wenig später an die Gurgel gehen. Mal wieder. Denn beide gönnen dem anderen nicht den Erfolg und bekämpfen sich auf dem Gebiet der Entdeckung verbittert.

    Dabei führt sie eine Nachricht, in dem Fall beide Väter und Sam und Rachel gen Westen, den dort wären sehr viele Entdeckungen zu machen unter anderem ein sehr großer Fund.
    Vielleicht ein Rex, und genau dieser Fund bringt Rachel mit, die mit einem Plan ihren Vater dazu bringt sie mitzunehmen. Auf dem Weg der Zugfahrt Versuchen Rachel und Sam sich im Auftrag ihrer Väter auszuhorchen und kommen sich näher.

    Rachel wollte noch nie etwas anderes als Paläontologin sein und das ist in den damaligen Zeiten der Indianer und der Frauen die eigentlich nur am Herd sein sollten und Mutter und Hausfrau etwas zu modernes, dessen Vater ihr dies nicht gestatten will.
    Sam hingegen könnte sich ein Leben mit dieser sturen, aber wundervollen Frau und ihren Ideen sehr gut vorstellen.
    Eine Traumhafte Geschichte über das Leben, das Finden und gesucht werden in vielerlei Ebenen und der Geschichte einer Liebe die hier entsteht. 😍💖



    Fazit
    Absolut empfehlenswert!!! 💖💖💖
    Vom Suchen nach Prähistorischem und dem Finden der Liebe... 😉

    5 von 5 Sternen

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    janein
  • 4 Sterne

    Sabrina S., 17.08.2017

    Auf das Buch „Vom Suchen und Finden“ habe ich mich sehr gefreut, denn der Klappentext hat sich schon einmal sehr gut angehört. Ich war auch sehr zufrieden mit der Story, denn eine schöne Portion Humor, Spannung und eine tolle Liebesgeschichte haben mich sehr gut unterhalten. Leider gab es aber auch ein paar Passagen, die sich gezogen haben, aber im Großen und Ganzen war ich zufrieden.

    Die Story dreht sich um Rachel, die eine Paläontologin werden will, wie auch ihr Vater ist. Ihr ganzes Leben hat sie auf diesen Traum ausgerichtet. Männer spielen da nur eine untergeordnete Rolle. Doch dann kreuzt Samuel ihren Weg, der Sohn eines rivalisierenden Wissenschaftlers ihres Vaters. Gleich sind die Beiden voneinander hingerissen – doch die Rivalität ihrer Väter steht ihnen etwas im Wege. Eine schöne Romeo und Julia-Story beginnt…

    Der Schreibstil ist sehr angenehm und bildlich. Zudem ist ein schöner Lesefluss gegeben, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Rachel und Samuel habe ich Beide direkt in mein Herz geschlossen. Sie sind auf ihre Art und Weise total liebenswert und ich habe den Beiden gleich von Anfang an die Daumen gedrückt 😊

    Am Besten unterhalten habe ich mich gefühlt, als die Beiden ihre witzigen und teils auch neckenden Gespräche geführt haben. Da musste ich immer mal wieder schmunzeln, da man dort schon gemerkt hat, wie gut die Beiden sich ergänzen. Zudem gibt es immer wieder mal wissenschaftliche und auch interessante Infos zu den Dinosauriern und dem Bereich der Ausgrabungen.

    Diese Romeo und Julia-Story hat mich gefesselt von Anfang bis Ende. Leider gab es zur Mitte hin einige Längen, die etwas zäh waren, aber trotzdem habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt.

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    janein
  • 4 Sterne

    Nadine L., 18.08.2017

    Vorab finde ich das Cover einfach klasse. Es finden sich einige Andeutungen auf die Geschichte und das finde ich klasse.
    Durch das ganze Buch zieht sich unten ein kleiner T-Rex. Die Idee finde ich super.

    Die Schrift hat eine angenehme Größe und das Buch liegt sehr gut in der Hand.

    Die Geschichte fand ich sehr gut, wobei es mich zuerst irritiert hatte, da nirgendwo stand in welcher Zeit das Buch spielt. Ich bin deswegen davon ausgegangen, dass es in der heutigen Zeit ist. Als dann allerdings die klapprigen Züge beschrieben wurden, wusste ich, dass das Buch auf eine länger zurückliegende Zeit hinweist.

    Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Die Sätze und Kapitel haben eine sehr angenehme Länge und es wechseln sich beide Charaktere im erzählen ab. Dies ist auch eindeutig getrennt.

    Toll finde ich die vielen Hintergrundinformationen, die man als Leser bekommt. Man lernt etwas über die Dinosaurier und die Ausgrabungen.
    Grundsätzlich ist es aber eine Liebesgeschichte, die mich an Romes und Julia erinnert hat.

    Eine wirklich schöne Mischung zwischen Liebesgeschichte und Informationen über Ausgrabungen und Dinosauriern.

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    janein
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