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  • 5 Sterne

    Wuschel, 26.03.2019

    Als Buch bewertet

    Ein düsterer Fantasy-Roman für Leser ab 16 Jahren.

    Beschreibung:
    Der Deamhain ist bekannt für seine übernatürlich Art. Dort zu Überleben ist schier undenkbar. So werden die Kinder der umliegenden Dörfer schon früh darauf geimpft sich fern zu halten. Und genau dort treffen sich zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die verträumte Bürgerstochter Cianna fühlte sich schon als Kind stets zu dem Wald hingezogen. Als sie eines Tages einem verloren wirkenden Jungen über den Weg läuft, weiß sie noch nicht, dass dieser eine ganz besondere Verbindung zum Wald hat, wie sie selbst. Eva hingegen ist eine Jägerin im Auftrag der Regierung. Auch ihr Weg führt in den Hain, wo sie schließlich Cianna begegnet.

    Meinung:
    Zuerst mal möchte ich mich entschuldigen, falls es wirrer klingt als sonst, aber die Rezi entstand nun direkt nach den vier Tagen Messe. Das Buch habe ich genau Mittwoch morgen vor der Abreise beendet und die Reise nach Leipzig brauchte ich wirklich um das Gelesene zu verarbeiten.

    Die Geschichte ist jeweils aus der Sicht von Eva und Cianna geschrieben und läuft zumeist in einer gleichen Zeitlinie. Einmal ist das, relativ am Anfang, nicht der Fall. Da gibt es einen Zeitversatz von circa einem Tag, das merkt man aber recht schnell und führt beim Lesen höchstens zu einem Stirnrunzeln. Die Charaktere kann man richtig gut auseinander halten. Bei Cianna hat ich stets das Gefühl, dass alles rund rum viel fröhlicher und farbiger wirkt. Während ich bei Eva stets ein leicht beklemmendes Gefühl hatte. Alles wirkte so düster. Obwohl die Handlungen quasi parallel laufen und stellenweise sogar gemeinsam. Ich muss ja gestehen, dass mich das beim Lesen unglaublich fasziniert hat, weil ich so ein Erlebnis bisher noch nie hatte. Gegen Ende hin macht Eva noch mal eine kleine Entwicklung durch, weshalb es mir in den letzten Kapitel schwerer fiel die beiden zu unterscheiden, wenn ich mittendrin unterbrechen musste. Das kam jedoch nicht so oft vor, denn die Spannung zog am Ende so an, dass ich das Buch nicht weg legen wollte.

    Die Welt, die Natalie Speer hier gezeichnet hat, gefällt mir richtig gut. Da ich selbst gerne und viel im Wald bin, konnte ich mich direkt rein denken, aber auch außerhalb war es ein interessantes Worldbuilding. Wirklich schön gezeichnet! Auch die Charaktere gefielen mir sehr gut. Gerade weil Cianna und Eva unterschiedlicher nicht sein könnten, aber auch die Art der Rebellen sowie diverser anderer vorkommenden Personen. Sehr facettenreich, wäre hier wohl die richtige Formulierung. Sehr schön gelöst war auch die Einführung, denn diese war in die laufende Geschichte eingewebt und wurde dem Leser somit in einem angenehmen Fluss vermittelt. Da ich zudem zwei unterschiedliche Sichtweisen geliefert bekam, war ich mir nie so wirklich sicher, welche Mythen und Sagen denn nun stimmen, da jeder eine andere "Meinung" bzw. Einstellung zu Dingen wie den magischen Trieben oder den Wesen hatte, die in dieser Welt leben. Hier wollte mein Kopf oftmals an das Gute glauben. Tja, aber ob der damit recht hatte, werde ich euch nicht verraten.

    Den Schreibstil fand ich sehr schön zu lesen und als ich dann mal drin war, was bei mir gerne mal die ersten hundert Seiten dauert, flog ich durch die Geschichte. Ich muss gestehen, dass ich eigentlich etwas ganz anderes erwartet hatte, aber(!) das was ich bekam konnte mich überzeugen. Die Atmosphäre war einfach sehr gelungen. Das Ende übrigens auch. So richtig schön nach meinem Geschmack, nämlich schön rund, aber dennoch offen und zudem nicht triefend vor "Happy End". Mit sowas kann man mein Herz ja immer wieder erobern, gerade im Fantasy Bereich. Ich werde mir auf jeden Fall noch ihr Debüt "Frostseelen" zu Gemüte führen, da es wohl sogar spannender sein soll und ihr Stil konnte mich ganz klar überzeugen. Die Spannung fand ich hier eher subtil, zum Ende hin steigend. Das Hauptaugenmerk lag für mich mehr auf den Abenteuern, die erlebt werden sowie dem einführen in die Welt als solches.

    Fazit:
    Ein sehr atmosphärischer Fantasy Roman für junge und alte Leser mit interessanten Charakteren.

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    janein
  • 5 Sterne

    Andersleser, 16.02.2019

    Als Buch bewertet

    Meinung

    Waldkind. Ein Titel der mich neugierig machte, ein Buch mit einem wunderschönem Cover, und ich wurde nicht enttäuscht. In Waldkind erleben wir die Geschichte aus Sicht zweier völlig verschiedener Charaktere. Zum einen wäre da Cianna, die eine große Entwicklung im Buch durchläuft und zu Anfang noch sehr naiv wirkt. Zum Anderen haben wir noch Eva. Taff, selbstsicher, hart. Aber auch sehr zwiegespalten. Verschiedener könnten sie nicht sein, aber trotzdem mochte ich alle beide. Es war sehr erfrischend, dass die Sicht immer zwischen den sehr verschiedenen Protagonisten wechselte, denn so hatte man nicht nur immer mal eine andere Sicht auf einige Dinge, oder auch mal ganz andere Situationen, sondern konnte auch mal eine Pause von einem Charakter haben und so dem anderen Folgen. Gleichzeitig gab es auch so wundervolle Nebencharaktere, von denen nicht wenige – neben den Protagonisten, bald zu meinen liebsten Charakteren wurden.

    Für mich war dieses Buch ein Abenteuer, voller Spannung. Es wurde mit fortschreiten des Buches immer spannender und lies darin auch nicht nach. Gelangweilt habe ich mich nicht eine Sekunde. Wenn es keine Action gab, wurde alles so unglaublich schön beschrieben, dass ich mich darin verlieren und Träumen konnte. Vor allem die Beschreibung des Waldes, dem Deamhain, finde ich besonders schön und gelungen. Die Lebendigkeit, die Schönheit – aber auch das Grauen, welches es gibt. Dieses Buch hat für mich definitiv einige Überraschungen bereit gehalten. Es hat mich gefesselt und mich nachdenken lassen.

    Einziger Kritikpunkt gilt hier nicht der Autorin, sondern der Tatsache, dass die Seiten in dem Buch einfach super dünn sind. Meiner Meinung nach einfach zu dünn, aber darüber lässt sich sicher streiten. Ich für meinen Teil konnte die Seiten nicht lange genug an den Händen haben, ohne dass diese auf die Feuchtigkeit der Finger reagierten. Nach dem Lesen zeigen die Stellen, die Kontakt zu den Fingern hatten aber immerhin keine Erhebungen mehr. Zum Glück schadete es dem Buch also nicht. Dickere Seiten wären sicher trotzdem wünschenswert.


    Kurz und Knapp

    Ein Spannungsgeladenes Buch, in dem ich ein Wechselbad der Gefühle durchlaufen habe. Ich habe mitgefiebert, gekämpft und gelitten. Gelacht und gehasst. Mehr als einmal wurde ich überrascht und in meinen Vermutungen hatte ich nur einmal recht behalten. Hier hat die Autorin ein besonderes Buch geschaffen, welches mir sehr gut gefallen hat. Selten nimmt in einem Buch der Wald so einen hohen Stellenwert ein wie hier. Man könnte meinen der Deamhain wäre ein weiterer Protagonist.
    Ein schöner Schreibstil und eine so schön beschriebene Umgebung, dass ich selbst gern einmal dort wäre!

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    janein
  • 5 Sterne

    Barbara M., 10.03.2019

    aktualisiert am 10.03.2019

    Als Buch bewertet

    Ein toller, sehr atmosphärischer und spannungsgeladener Fantasyroman

    „Waldkind“ von der Autorin Natalie Speer (auch bekannt unter Christiane Spies) ist 2019 im Lübbe-Verlag erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 638 Seiten.

    Cianna entdeckt eines Tages am Rande des dunklen Deamhaines ein verlorenes Kind und nimmt wahr, dass sowohl sie selbst, als auch das entdeckte Kind eine besondere Verbindung zu dem geheimnisvollen Wald hat. Ab sofort überschlagen sich die Ereignisse in Ciannas sonst so ruhigem und geordnetem Leben, denn nun wird sie in das geheimnisvolle Leben im Deamhain gezogen.
    Und eines Tages begegnet sie der taffen und unerschrockenen Eva, die bislang als Undercover-Agentin mit dem Ziel, die Fabelwesen des mysteriösen Waldes zu jagen, unterwegs war.
    Zwischen den beiden Frauen steht ein noch unentdecktes Geheimnis.

    Natalie Speer gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren flüssigen, detaillierten und bildhaften Schreibstil in den Bann zu ziehen. Sie beschreibt die Protagonistin in all ihren Stärken und Schwächen und so konnte ich mich gut in die Charaktere hineinversetzen und ihr Handeln jeweils gut nachvollziehen.
    Der Spannungsbogen wird während des ganzen Buches gehalten und durch viele Cliffhänger an den Kapitelenden bis zum großen Finale im positiven Sinne hinausgezogen.
    Besonders gelungen sind meiner Meinung nach auch die Darstellungen der unterschiedlichen Facetten des Deamhaines, in dem ein Großteil des Romanes spielt. Ich habe es bisher noch nicht erlebt, dass allein die Schilderung des Waldes so atmosphärisch und facettenreich gelingen kann und ich habe mich oft selbst gefühlt, als wäre ich mitten im Wald. Das hat mir richtig gut gefallen.

    Fazit: Es war ein Genuss, dieses Buch zu lesen und in die spannende und magische Welt von Cianna und Eva und den Deamhain einzutauchen.
    Dieses Buch wird jeder Fantasy-Fan richtig gerne lesen. Es bietet auf jeder der rund 600 Seiten Spannung pur und man möchte es einfach nicht mehr aus der Hand legen bis es gelesen ist.

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    janein
  • 4 Sterne

    Anna B., 26.02.2019

    Als Buch bewertet

    Das Schicksal zwei junger Frauen führt sie beide in den Deamhain, ein nahezu unerforschter mystischer Wald. Während die bürgerliche Cianna eine Verbindung zu ihm fühlt, ist Eva als Regierungsagentin dazu ausgebildet worden, gegen dessen gefährliche Wesen zu kämpfen. Ihre Pfade führen zueinander und schon bald müssen sie sich entscheiden, welchem Team sie sich anschließen, um ihre Freiheit zurück zu erlangen.

    Natalie Speer beweist hier ihre Liebe zum Detail. Mit ausgeschmückten Beschreibungen schafft sie eine atemberaubende Kulisse rund um den Deamhain. Als Leser kann man sich den mysteriösen Wald sehr gut vorstellen und hin und wieder konnte ich das erdig-moosige Holz geradezu riechen. Einzig allein in der Schlussfrequenz sorgte der zeitgerechte Schreibstil für langatmige Szenen.

    Dennoch schaffen unerwartete Wendungen durchgehend Spannung und konnten immer wieder mit neuen Möglichkeiten überraschen. Auch die Inszenierung der Gesellschaftsschichten und Veränderung dessen Bedeutung sind sehr gut gelungen.

    Im Allgemeinen fühlte ich mich in dem Buch sehr wohl und fieberte mit den Protagonisten, sowie vielen anderen liebevoll ausgearbeiteten Charakteren, mit. Natalie Speer entführte mich zu einem mitreißendem Abenteuer in eine fabelhafte neue Welt.

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    janein
  • 4 Sterne

    Sago, 24.02.2019

    Als Buch bewertet

    Erst durch das Buch habe ich erfahren, dass Natalie Speer auch Christiane Spies ist, deren ungewöhnliche Werwolf-Romane mir vor einigen Jahren schon ausnehmend gut gefallen hatten. "Waldkind" spielt in der Welt von "Frostseelen", das ich bisher noch nicht gelesen habe. Die Romane können aber völlig unabhängig voneinander für sich stehen. Dennoch werde ich Frostseelen unbedingt im Nachhinein lesen.
    Natalie Speer greift atmösphärisch dicht und wunderbar bildhaft-magisch das aktuelle Trendthema Wald auf. In den verwunschenen, aber gefährlichen Deamhain sollte man sich nur bewaffnet wagen. Doch wer ist das Kind, das die Bürgerstochter Cianna eines Tages am Waldrand findet? Die behütet aufgewachsene, naive Cianna wird mitten hineingesogen in ein Abenteuer aus alten Mächten, Geheimdiensten, Machtspielen, Unterdrückung und Liebe. Ihre Ich-Erzählungs-Handlungsstränge wechseln sich ab mit denen der Agentin Eva. Eva ist ein tougher Widerpart zu Cianna mit geheimnisvoller Vergangenheit. Die Autorin versteht es, plastische Protagonisten zu kreieren. Hier ist nichts auschließlich Schwarz oder Weiß, vor allem nicht das überraschende Ende.
    Für ein Taschenbuch ist das Buch wirklich schön und hochwertig ausgestattet, so dass man es gern in die Hand nimmt.

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    janein
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