vor einer Woche

Entschlackung! Wie neugeboren durch Detox

Raus mit allem Belastenden: Leichte Speisen, Vitamine, Sauna & Co. entschlacken und wirken befreiend und reinigend.

Entschlacken ist der Neustart für den Körper

Detox ist derzeit in aller Munde, egal ob im Büro, Fitnessstudio oder auf Partys, das Thema ist überall präsent. Aber was verbirgt sich eigentlich dahinter? Der Begriff „Detox“ ist die Kurzform von „Detoxification“, hat griechische Wurzeln und bedeutet frei übersetzt „Entgiftung“ oder Entgiftungskur. Das klingt erstmal nach großem Besteck. Und in der Tat lassen uns Berichte über Rückstände und Verunreinigungen in Lebensmitteln, aber auch unsere vielen kleinen Genuss-Sünden mit einem unguten Gefühl zurück: Überlasten wir unseren Körper, vergiften wir ihn am Ende sogar?

Gift ist unser täglich Brot

Wir alle nehmen tagtäglich Stoffe auf, die unserem Körper nicht bekommen. Unser Körper reagiert darauf mit einem ausgeklügelten Reinigungsprozess bei dem Nieren, Leber, Darm und Haut eine wesentliche Rolle spielen. Auf einigen Gebieten ist die Schadstoffbelastung im Vergleich zu früher zurückgegangen. Dank moderner Filtersysteme in Kraftwerken und Verbot von bleihaltigem Benzin ist heute der Schadstoffgehalt der Luft gegenüber 1990 deutlich geringer. In anderen Bereichen sind die Belastungen gestiegen. Viele schädliche Umwelteinflüsse sind so neu, dass unser Körper zunehmend Probleme hat, sich ihnen anzupassen. Aber keine Panik: Die Gesundheitsbörden gehen davon aus, dass die Schadstoffbelastung der Bevölkerung in Deutschland insgesamt gering ist.

Ein wichtiger Teil einer gesunden Darmflora sind Milchsäurebakterien. Kräuterfermentgetränke enthalten jede Menge davon.

Wir haben es in der Hand

Neben Umwelteinflüssen spielen vor allem die individuelle Lebensweise und Ernährung eine entscheidende Rolle. Hier gibt es elementare Risikostoffe wie Alkohol, bestimmte Kohlenwasserstoffe (Stichwort Rauchen) aber eben auch Salz, Fett und Zucker. Bei letzteren macht vor allem die Dosis das Gift. Salzintensive Kost schädigt die Darmflora und lässt den Blutdruck steigen. Viele Fertiggerichte und Industrie-Lebensmittel sind Zuckerfallen, die unseren Blutzuckerspiegel Achterbahn fahren lassen und dauerhaft zu einer ungesunden Gewichtzunahme führen. Den meisten von uns sind diese Zusammenhänge durchaus bekannt. Aber wir sind nun mal keine Heiligen. Wir wollen gerne genießen und lassen uns allzu leicht verführen. Oft haben wir schlichtweg keine Zeit für einen rundum gesunden Lebensstil. Das ist völlig normal, hinterlässt aber trotzdem ein schlechtes Gewissen.

So ist es verständlich, dass viele Menschen den natürlichen Entgiftungsprozess des Körpers mit speziellen Entgiftungskuren unterstützen wollen. Aber: wie geht das? Was braucht man für eine Entgiftungskur? Wie oft ist eine Entschlackung sinnvoll? Und vor allem: bringt das überhaupt etwas?

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Nur die Ruhe

Mit einer Entgiftungskur wollen wir unser Wohlbefinden steigern und Krankheitsrisiken verringern. In vielen Fällen kann damit auch eine hilfreiche Gewichtsreduktion verbunden sein. Wer eine Entschlackung starten will, sollte dafür eine möglichst ruhige Zeit im Jahr auswählen, also idealerweise im Urlaub oder zumindest in einer weniger hektischen Phase zu Hause oder bei der Arbeit. Denn eine Entgiftungskur kann anfänglich belastend für den Körper sein, da sollten keine weiteren Stressfaktoren hinzukommen.

Alles muss raus: Die Detox-Kur

Bereits ein bis zwei Wochen vor dem Kurstart sollten Sie auf Alkohol und Zigaretten verzichten. Die eigentliche Detox-Kur beginnt dann mit der Darmentleerung. Dabei wird häufig das abführend wirkende Glaubersalz zur Hilfe genommen. Das in Wasser aufgelöste Salz wird mit einem Schuss Zitronensaft versetzt und in kleinen Schlucken getrunken. Wenn nach zwei bis drei Stunden die Wirkung einsetzt, werden Sie notgedrungen etwas Zeit im Badezimmer verbringen müssen. Es ist daher ratsam, sich hierfür einen freien Tag zu wählen.

Saft und Sauna

Ist die erste Hürde geschafft, folgt ein Safttag, bei denen neben Säften auch viel Wasser und Kräutertee (z.B. Brennnesseltee) getrunken wird. Auch Hausmittel wie Mariendistel (als Pulver in Kapseln) und Heilerden kommen gerne zum Einsatz. Auf diese Weise sollen Schadstoffe und Gifte im Körper gebunden und ausgeschieden werden. Während der anschließenden Aufbautage darf ordentlich Obst und Gemüse gegessen sowie Rohkostsäfte und Smoothies getrunken werden. Außerdem sollten Fisch und Nüsse auf dem Diätplan stehen, damit der Körper ausreichend mit Eiweiß versorgt wird. Die Entgiftungskur kann durch Massagen und Bäder begleitet werden. Auch Sauna, Yoga und lange Spaziergänge sollen helfen, die entgiftende Wirkung zu verstärken. Somit pflegen wir den Körper von innen wie von außen.

Entgiften und trotzdem feiern

Wem das alles zu aufwendig ist, der kann auch zu einer der angesagten Detox-Partys gehen. Statt mit Alkohol, Cola oder Zigarette feiert man dort mit einem leckeren Smoothie, Tee oder Kokoswasser in der Hand. Von Berlin, Köln und München aus greift dieser Trend auf das gesamte Land über. Es kann also jeder einen regelmäßigen Entschlackungs-Tag einlegen und sich trotzdem amüsieren.

Sauer macht lustig, oder nicht?

Im Zusammenhang mit Detox-Programmen ist häufig auch von „Basischer Ernährung“ die Rede. Darunter versteht man eine Diät aus basenbildenden Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Nüssen und Sprossen, die den Organismus mit leicht aufnehmbaren Nährstoffen versorgen. Die basische Ernährung soll der „übersäuerten“ Kost unser modernen Industriegesellschaft entgegenwirken, und helfen, den Säure-Basen-Haushalt des Körpers in Balance zu halten. In der ganzheitlichen Medizin geht man davon aus, dass eine Ernährung mit „säurebildenden“ Lebensmitteln zu einer ungesunden Übersäuerung des Körpers führt. Zu den als problematisch angesehenen Lebensmitteln zählen vor allem tierische Eiweißquellen wie Fleisch, Milch und Käse. Aber auch Zucker, Kaffee, Getreideprodukte und Mineralwasser mit Kohlensäure werden als bedenklich eingestuft.

Leibliche Lösung

Es gibt allerdings weder einen wissenschaftlich anerkannten Nachweis für die Übersäuerungstheorie noch einen plausiblen dargelegten Wirkmechanismus. Daher bleiben Wissenschaftler und Schulmediziner skeptisch und verweisen stattdessen auf unsere leiblichen Puffersysteme: Dank unser körpereigenen Regulationsorgane (Nieren, Darm, Lunge, Haut) wird der Säure-Basen-Haushalt nämlich automatisch ausgeglichen. Dessen ungeachtet ist es natürlich sehr empfehlenswert, eher Obst und Gemüse als zu viel Fleisch und Fertiggerichte zu essen. Schließlich wollen wir unseren Körper eher entlasten als belasten. Daher können auch Entgiftungskuren einen wertvollen Beitrag für die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden leisten. Frei nach dem Motto: weniger ist mehr.