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vor 2 Wochen
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Der Geschmack des Sommers: Köstliche Kirschen

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Bald ist Kirschsaison! Wir geben Tipps für Ernte und Zubereitung der leckeren kleinen Vitaminbomben. Rechts: Unser Buch-Tipp: Zuckerbäckerin Isabella löst das Rätsel um eine gefährliche Schwarzwälder Kirschtorte.

Was Sie über die roten Vitaminbomben wissen müssen - plus Rezept für Käse-Streuselkuchen

Bereits im Frühling freuen wir uns über sie: Blassrosa Kirschbäume blühen in den Gärten, säumen die Straßen und machen Lust auf die warme Jahreszeit. In Japan ist die Kirschblüte namens „hamani” jedes Jahr ein großes Fest, der Anblick der Blumen soll bereits vor 1000 Jahren Aristokraten zu Gedichten inspiriert haben. Im Sommer ist es dann soweit: Wir holen uns die fruchtigen Kirschen auf den Teller – als saftiger Kirschkuchen oder frischer Kirschquark! Und das Beste? Kirschen schmecken nicht nur köstlich, sie sind auch supergesund. Wir teilen Wissenswertes über die kleinen Früchtchen und geben Tipps zu Ernte und Zubereitung.

Woher kommt die Kirsche?

Die Kirsche stammt ursprünglich aus Asien. Sie gehört zu den Rosengewächsen und gilt als Steinfrucht. Im Allgemeinen sind die ovalförmigen Früchte der Kirsche hellrot bis schwarz und hängen an einem kleinen Stiel. Bereits 74 vor Christus kamen die Nachfahren der Wildkirsche über die Türkei und Italien auch zu uns. In der Geschichte wurden Kirschbäume immer wieder von Japan als Geschenk überreicht: 2000 Kirschbäume an Berlin zum Mauerfall, 4000 Kirschbäume nach Washington, DC im Jahr 1912 als Zeichen der japanisch-amerikanischen Freundschaft, der mittlerweile größten Kirschbaum-Ansammlung außerhalb Japans. Heutzutage werden sie überall auf der Welt in gemäßigten Breitengraden angebaut. Der Kirschbaum blüht ab April, allerdings maximal für eine Woche. Wenn Sie in den Genuss der Blumenschau kommen möchten, heißt es also: Schnell sein!

Warum ist die Kirsche so gesund?

Die Kirsche gilt nicht umsonst als „Königin der Früchte”. Kirschen sind wahre Alleskönner: Sie stecken voller wichtiger Nährstoffe wie Vitamin C und Kalzium. Ihre rote bis dunkelrote Farbe zeigt an, dass die kleinen Vitaminbomben zudem voller gesunder Antioxidantien stecken, die unser Immunsystem stärken. Dank weiterer entzündungshemmender Stoffe sollen sie sogar bei chronischen Krankheiten wie Gicht und Rheuma helfen. Dabei schmecken sie nicht zu süß, sondern immer leicht säuerlich – ein Geschmackserlebnis für Groß und Klein! Und das alles bei wenig Kalorien. Kirschen sind somit nicht nur der ideale Sommersnack für zwischendurch, sondern auch sehr beliebt für Kirschkuchen und cremige Süßspeisen.

Käse-Streusel mit Kirschen (aus „Unsere besten Landfrauen-Torten“)

Zutaten
Für den Mürbeteig:
150 g Mehl
100 g kalte Butter
50 g Puderzucker
1 Päckchen Vanillezucker
Abrieb von 1 Bio-Zitrone
1 Prise Salz

Für die Streusel:
150 g Mehl
100 g Zucker
100 g weiche Butter

Für die Füllung:
4–5 Eier
210 g weiche Butter
210 g Zucker
620 g Quark
1 Päckchen Vanillezucker
1 Päckchen Vanille-
Puddingpulver
1 Glas Schattenmorellen
(350 g Abtropfgewicht)

Für die Dekoration:
Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung

Für den Mürbeteig das Mehl mit der in Stücke gehackten Butter, Puderzucker, Vanillezucker, Zitronenabrieb und Salz rasch zu einem glatten Teig verkneten. Zur Kugel formen und in Folie gewickelt ca. 1 Stunde kalt stellen. Den Boden einer mit Backpapier ausgelegten Springform (ø 28 cm) mit dem Teig auskleiden. Dabei einen Rand hochziehen. Den Backofen auf 180 °C vorheizen.

Für die Streusel Mehl mit Zucker mischen, mit der Butter verkneten und mit den Fingern rasch zu Bröseln zerreiben.

Für die Füllung die Eier trennen. Die Butter mit 50 g Zucker schaumig rühren. Die Eigelbe nach und nach zugeben. Quark in einem Sieb abtropfen lassen und portionsweise unterrühren. Vanillezucker und Puddingpulver zugeben und alles gut mischen. Die abgetropften Kirschen zugeben. Die Eiweiße mit dem restlichen Zucker zu Schnee schlagen und vorsichtig unterheben. Die Käsemasse auf dem Mürbeteigboden verteilen und mit den Streuseln bedecken.

Den Kuchen ca. 1 Stunde im vorgeheizten Backofen backen, bis die Streusel goldgelb sind. Herausnehmen, abkühlen lassen und kurz vor dem Servieren dick mit Puderzucker bestäuben.

Quelle: Unsere besten Landfrauen-Torten, Bassermann, 2020

Woher kommt die Redewendung: „Mit dem ist nicht gut Kirschen essen”?

  • Die Redewendung stammt aus dem Mittelalter.
  • Da Kirschen früher selten und teuer waren, konnten sie sich nur reiche Menschen mit einem eigenen Garten leisten.
  • Der Überlieferung nach gesellten sich andere oft dazu, um auch etwas von den kleinen Köstlichkeiten abzubekommen.
  • Bemerkte man, dass der andere gar nicht zur gehobenen Gesellschaft gehörte und nur etwas von den Kirschen abhaben wollte, wurde er mit Kirschkernen bespuckt. Mit ihm war „nicht gut Kirschen essen”.

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Welche Kirschsorten gibt es und ab wann?

In Deutschland können wir uns über Kirschen von Anfang Juni bis August freuen. Dann gibt es die heimischen Süß- und Sauerkirschen an den Obstbäumen im eigenen Garten oder auf Wochenmärkten. Die langersehnte Kirschsaison beginnt mit den Süßkirschen. Man unterscheidet sie in Herz- und Knorpelkirschen. Sie können aufgrund ihres höheren Zuckergehalts wunderbar roh gegessen werden, wobei die Herzkirschen noch weicher und saftiger sind. Nach mehreren Wochen sind auch die Sauerkirschen reif. Weichseln, Amarellen und Schattenmorellen eignen sich aufgrund ihres höheren Fruchtgehalts und weicheren Fruchtfleischs besser zum Einkochen von Marmelade und Backen von Kuchen, wie zum Beispiel Schwarzwälder Kirschtorte. Generell gilt: Wählen Sie Kirschsorten ganz nach Ihrem Geschmack! Je nachdem, ob Sie es lieber süßer oder säuerlicher mögen, können Sie Süß- oder Sauerkirschen verwenden.

Wie ernte und lagere ich die kleinen Früchtchen am besten?

Wichtig bei den kleinen Früchtchen: Immer nur reif ernten, da Kirschen nicht mehr nachreifen. Das erkennen Sie daran, dass sich die Früchte leicht vom Stiel lösen lassen. Beim Einkauf auf dem Markt sollten Sie allerdings darauf achten, dass der Stiel immer noch dran ist, da sie sonst schon überreif sind. Bei frischem Obst gilt: Lieber schnell verzehren. Ansonsten können Sie es im Kühlschrank aufbewahren, am besten im Gemüsefach.

Wenn Sie mit den Kirschen backen oder kochen möchten, sollten die Früchte davor entsteint werden. Das geht ganz einfach, indem Sie die Kirschfrucht mit einem scharfen Küchenmesser halbieren. Ein praktischer Kirschentkerner entfernt gleich mehrere Steine auf einmal. Wer in der kalten Jahreszeit Lust auf Kirschen hat, für den sind die saftigen Früchtchen aus dem Glas eine gute Alternative.

Bauchweh nach dem Kirschenessen: Mythos oder Wahrheit?

Dass man nach dem Kirschenessen kein Wasser trinken soll, da man sonst Bauchschmerzen bekommt, ist ein hartnäckiger Mythos, aber wissenschaftlich nicht belegt. Generell gilt: Jedes Steinobst enthält viel Sorbit, das bei übermäßigem Verzehr zu Bauchweh führen kann. Also lieber immer nur eine Handvoll Kirschen essen – und jede Einzelne genießen, den ganzen Sommer lang!