Den Satz kennen (und fürchten) alle Eltern und Großeltern, die mit Kindern auf dem Weg in die Ferien sind. Kaum hat man die Stadtgrenze erreicht, tönt es zum ersten Mal von hinten: „Wann sind wir endlich da?“ Und das nicht zum letzten Mal in den nächsten sechs Stunden. Kein Wunder also, wenn so mancher unterwegs ernsthaft mit dem Gedanken spielt, den Familienurlaub gleich hier und jetzt auf dem Lastwagen-Parkplatz zu verbringen. Nur damit die Kinder nicht noch 2367 Mal dieselbe Frage stellen… Aber was sind schon sechs Stunden für Kinder? Das kindliche Zeitverständnis ist ein anderes als das von uns Erwachsenen. Gut, 6 Stunden, das sind zwölf Folgen von „Drache Kokosnuss“. Das kann man sich schon eher vorstellen. Aber mal ehrlich, während die Zeit beim Fernsehen verfliegt, scheint sie sich beim Autofahren kaugummiartig in die Länge zu ziehen. Eine Stunde Kaffeeklatsch vergeht für uns Erwachsene ja auch viel schneller als eine Stunde beim Arzt im Wartezimmer. Das einzige, was gegen die schlechte Stimmung auf der Rückbank hilft, ist eine gute Vorbereitung!

Mit diesen Tipps bleibt die gute Laune nicht auf der Strecke

1. Bereiten Sie vor der Abfahrt ausreichend Proviant zu. Mit vollem Mund nörgelt es sich wesentlich schlechter und wer was zu knabbern hat, ist einfach zufriedener als mit knurrendem Magen. Am besten geeignet sind Snacks, die nicht krümeln, tropfen oder kleben, denn für jede größere Reinigungsaktion muss man rechts ranfahren. Außerdem sollte die Verpflegung mundgerecht sein, damit die Kinder selbstständig ohne Hilfe auf der Rückbank zurechtkommen. Gut geeignet sind zum Beispiel Brezen, kleine Würstchen, Käsewürfel, gekochte Eier, Gemüsesticks, Trauben oder Apfelschnitze.

Tipp: Kinder lieben es, wenn das Essen nicht im Alltags-Look daherkommt, dann schmeckt es gleich doppelt so gut. Schneiden Sie für den Überraschungseffekt zum Beispiel die unhandliche Melone einfach mal in kleine Dreiecke und stecken einen Holzstiel in jedes hinein. So lässt sie sich gut halten und ist frisch aus dem Kühlschrank oder der Gefriertruhe so lecker wie ein Wassereis. Genauso wichtig wie die Snacks sind die Getränke. Greifen Sie auf auslaufsichere, bruchfeste und leichte Plastikflaschen zurück, die Kinder gut stemmen können. Zum Beispiel mit einem Einsatz für Früchte, das schmeckt nicht nur fruchtig frisch, sondern sorgt für gute Laune. Denken Sie grundsätzlich bei jedem Proviant auch an die Kühlung. Auch wenn das Auto klimatisiert ist, hilft eine Kühltasche alles frisch zu halten.

2. Verwandeln Sie die Fahrtzeit in Spielzeit. Kuscheltier, Spielzeugauto, Kartenspiele und Co. sollten stets griffbereit verstaut sein. Ein stabiler Mal- und Zeichentisch oder ein Brett liegen auf dem Schoß des Kindes und sind unerlässlich, wenn man im Auto kreativ werden will. Vergessen Sie also nicht Papier und Stifte oder überraschen Sie die Kinder mit kreativen Alternativen wie Kritzkratz-Büchern oder Ausmalblöcken. Selbstverständlich können auch Bücher – gerne neu und unbekannt – die Langeweile verkürzen, egal ob vorgelesen wird oder ob die Kinder selbst schmökern. Aber Vorsicht, so manchem wird übel vom Lesen im fahrenden Auto. Eine gute Alternative sind fesselnde Hörbücher oder schmissige Kinderlieder, die man sogar zusammen schmettern kann. Überhaupt verfliegt die Zeit am schnellsten, wenn alle zusammen kleine Auto-Spielchen spielen für die man nichts weiter als Fantasie und Köpfchen braucht:

  • Aus Autokennzeichen können Schulkinder zum Beispiel wunderbare Quatschsätze bilden. So wird aus „A-NS 247“ Ameisen naschen Sahnetorten. Die Zahlen müssen die Kinder addieren und üben damit ein wenig Kopfrechnen.
  • „Weiterspinnen“: Bei diesem kreativen Spiel fängt einer im Auto an, eine Geschichte zu erzählen. Wie es weitergeht denkt sich der nächste aus. „Auf dem Mond wohnte einmal ein…“ „Zwergkaninchen, das am liebsten…“ „Schnitzel aß!“ So entsteht eine amüsante Story.
  • Bewegung ins Spiel bringen Regeln wir „Duck dich“ unter jeder Brücke (wer’s vergisst, ist ausgeschieden) oder „Kurven-Kullern“, bei dem sich alle mit Schwung in die Kurven legen müssen.
  • Der Klassiker und lustig für Klein und Groß ist „Ich sehe was, was du nicht siehst“: Wer an der Reihe ist, sucht sich einen Gegenstand im Auto und stellt die Frage „Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist...“ Nach jeder falschen Antwort gibt es einen neuen Hinweis. Wer es herausfindet, darf bei der nächsten Runde einen Gegenstand suchen lassen.

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3. Am wichtigsten auf langen Strecken sind die Pausen. Der ADAC empfiehlt, nicht mehr als 500 km am Tag zu fahren, jede Stunde eine kurze Pause einzulegen und über die Mittagszeit länger zu rasten. Wer mag, sucht bereits im Vorfeld Autobahnraststätten auf der Route aus, die mit Kinderspielplätzen oder Spielecken ausgestattet sind, damit die Kinder Gelegenheit haben, ihren Bewegungsdrang auszuleben und einfach mal eine Runde zu toben, bevor es wieder zurück in den Autositz geht. Auch Babys brauchen Zeit auf einer Krabbeldecke und müssen sich strecken können. Und Mama und Papa auch! Bei sehr langen Strecken kann auch ein Zwischenstopp mit Übernachtung sinnvoll sein. Nach dem Motto: „Der Weg ist das Ziel“ und eine Übernachtung zwischendurch bereits ein Erlebnis.

4. Goldene Regel: Wer kann, fährt nicht in den Ferien. Eltern von Babys und Kindergartenkindern sind vergleichsweise flexibel und sollten das auch nutzen. Denn außerhalb der Schulferien sind nicht nur die Ferienunterkünfte günstiger, auch mit Stau ist weniger zu rechnen. Also unbedingt darauf achten, wann die Schulferien beginnen und auch möglichst nicht am Wochenende fahren. Informieren Sie sich in jedem Fall über Navigationsgerät oder den Verkehrsfunk über die aktuelle Verkehrslage.

5. und 6. Hitzeschutz und Timing: Gerade im Sommer kann es im Auto sehr warm werden. Vor allem Autos, die im Stau stehen, heizen sich in kürzester Zeit auf. Unter anderem ein Grund für viele Eltern, die Autofahrt erst am frühen Abend anzutreten oder in den Morgenstunden. Ein weiterer Vorteil ist, dass dieses Timing dazu führt, dass die Kinder zumindest einen Teil der Strecke verschlafen. Der Kindersitz wird in Schlafposition gestellt und eine Kuscheldecke sorgt für Behaglichkeit. Eltern sollten dennoch versuchen ausgeschlafen sein, bevor sie starten. Das gilt auch für den Beifahrer, dessen Aufgabe es ist, den Fahrer wach zu halten. Wer eine Fahrt tagsüber bei warmem Wetter nicht vermeiden kann, sorgt für ausreichend Hitzeschutz durch Sonnenblenden an den Fenstern oder spezielle Folien für die Scheiben, die die schädliche UV-Strahlung abblocken.

7. Sicherheit geht vor: Auch wenn Bücher, Tablet, Malsachen oder sonstige Spielsachen die Zeit wunderbar totschlagen, sie dürfen im Falle einer Notbremsung nicht zu tödlichen Geschossen werden. Sie müssen immer wieder sicher verstaut werden und wenn das Auto besonders vollgepackt ist, empfiehlt es sich das Gepäck mit einem Netz zu sichern.

8. Notfallkoffer: Alles perfekt verstaut im Kofferraum? Doch was, wenn dem Nachwuchs übel wird oder die Windel ausläuft? Egal wie alt die Kinder sind, es ist ratsam Ersatzklamotten so zur Hand zu haben, dass nicht gleich die Koffer herausgezogen werden müssen.

9. Ab einem gewissen Alter kann man überlegen Freunde mit in den Urlaub einzuladen. Vor allem für Einzelkinder ist es wunderbar, wenn der beste Freund oder die beste Freundin mit von der Partie sind.