Das Brauhaus an der Isar - Spiel des Schicksals

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Ein aufstrebendes Münchner Brauhaus. Eine Zeit voller Intrigen. Eine junge Frau, die sich beweisen will - die große mitreißende Familiensaga von Julia Freidank

Bayern 1897. Antonia Pacher verlässt den verarmten Hof ihrer Familie, um in München Geld zu...
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Ein aufstrebendes Münchner Brauhaus. Eine Zeit voller Intrigen. Eine junge Frau, die sich beweisen will - die große mitreißende Familiensaga von Julia Freidank

Bayern 1897. Antonia Pacher verlässt den verarmten Hof ihrer Familie, um in München Geld zu...

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Kommentare zu "Das Brauhaus an der Isar - Spiel des Schicksals"

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  • 5 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Klaudia K., 02.08.2019

    "Das Brauhaus an der Isar - Spiel des Schicksals" von Julia Freidank ist ein sehr schöner Roman, der in der Schwabinger Bohème angesiedelt ist und sich thematisch mit der Bierbraukunst beschäftigt. 

    Die Handlung spielt in Bayern um das Jahr 1897. Antonia Pachers Vater stirbt und der Hof wurde von ihrer Mutter verkauft. Spätestens jetzt ergreift Antonia die Gelegenheit heimlich nach München zu gehen, um aus ihrem Leben mehr zu machen als nur ein Leben mit der Verarbeitung von Hopfen zu verbringen. Ihr Onkel Marius wagte schon viel früher den Ausstieg aus vorgefestigten Lebensbahnen und ging als Maler nach München. Mit großem Schreck musste Antonia zur Kenntnis nehmen, dass ihr Onkel verstarb und sie von nun an auf eigenen Füssen zu stehen hatte. Die junge Frau ergreift jede ihr sich bietende Lohnarbeit. Eines Tages bietet sich für sie die Möglichkeit bei dem bedeutenden Maler, Professor Stuck, als Nacktmodell zu dienen, zumal diese Tätigkeit auch sehr gut entlohnt wird. Sie ist sehr über sich selbst erstaunt, als sie erkennt sich dabei das erste Mal im Leben tatsächlich frei zu fühlen. Keine erdrückende Korsage engt sie ein und keine üppige Kleiderfülle droht sie zu ersticken. Sie genießt ihre Freiheit während der Malerei, die Luft die sie streichelt und die warmen Sonnenstrahlen auf ihrer Haut. Endlich ist sie frei!

    Zu ihren Aktmodell Stunden erscheint auch Melchior Bruckner, der Erbe der Bruckner-Brauerei, der allerdings mehr Interesse am Müßiggang und Technik als an der Bierherstellung hat. Er ermöglicht Antonia die Arbeit als Dienstmädchen im Haus der Familie Bruckner. Zu ihren Aufgaben gehört allerdings auch, dass sie als Schankmädchen der Familien-Gaststätte tätig sein muss. Melchiors Mutter Franziska führt seit dem Tod ihres Gatten ein hartes Regiment sowohl in der Familie als auch in der Firmenleitung. Franziska muss sich als einzige Frau in der Gilde der Bierbrauer behaupten, was in der damaligen Zeit sehr schwierig war. Sie arbeitet eisern darauf hin beim bevorstehenden Oktoberfest auch mit dem Bier ihres Hauses vertreten sein zu dürfen. Auch ihr Sohn Melchior hat dieses Ziel vor Augen, doch er möchte die Bedeutung und den Wettbewerbsvorteil der Bruckner-Brauerei lieber durch ausgeklügelte technische Neuerungen steigern. Antonia bestärkt ihn darin den Schritt zu wagen und Ingenieurs-Technik zu studieren, um seine Ziele zu erreichen. Seine Mutter ist allerdings gegen ein solches Studium. 

    Der herzlichen, fleißigen und klugen Antonia schlägt von Seiten der übrigen Bediensteten überwiegend Misstrauen entgegen. Sie muss daher ständig im Haus Bruckner um ihre Stellung kämpfen bis sie schließlich aufgrund eines Vorfalls doch dazu gezwungen ist, ihre Tätigkeit als Dienstmädchen zu beenden. Sie entschließt sich, die Schulausbildung zu beenden, was ihr mittlerweile sogar recht leicht fällt. Eines Tages braucht Frau Bruckner ihre Hilfe. Wird sie zurück gehen....?

    Julia Freidank hat eine ungewöhnlich lebendige und spannende Story geschrieben, die insbesondere die Moralvorstellungen und die Engstirnigkeit der Schwabinger Gesellschaft um das Jahr 1897 herausgearbeitet hat. 

    Franziska, die einsame Witwe, muss sich in einer Männer dominierten Welt zum Erfolg kämpfen und dabei ihre drei Kinder, Melchior, Vinzenz und Resi, zu gesellschaftsfähigen Menschen erziehen. Diese willensstarke Frau unterliegt nicht den gesellschaftlichen Zwängen und beweist ihr Durchhaltevermögen im Kampf um ihren Betrieb. Melchior frönt dem Müßiggang bis es Antonia gelingt ihn wachzurütteln und für ein Studium an einer angesehenen Hochschule zu beginnen. Zwischen ihnen knistert es oft genug und sie hüten schließlich ein gemeinsames Geheimnis. 

    Der staundende Leser begegnet in diesem schönen Roman in kurzen Auftritten auch prominenten Persönlichkeiten der damaligen Zeit. So ist Albert  Einstein kurzzeitig ein Kollege Melchiors und auch  Johann Strauß brilliert in einer kurzen Episode. 
    Sehr schön fand ich wie die "neuen" Errungenschaften und Erfindungen der damaligen Zeit, wie beispielsweise der Kühlschrank oder die elektrische Straßenbahn oder gar der Ersatz der Gaslaternen durch die elektrische Beleuchtung auf dem Oktoberfest, von den Menschen des ausgehenden Neunzehnten Jahrunderts als atemberaubender technischer Fortschritt gefeiert wurden. Wer weiß heute noch, dass dabei Albert Einsteins Familie einen wesentlichen Beitrag leistete? 

    Der Leser des Romans staunt auch über interessante Informationen aus der Zeit, als die Frauen in zähem und mühsamen Ringen heute selbstverständliche Freiheiten in der männerdominierten Welt um das Jahr 1890 abringen mussten. 

    Ein ganz besonderes Hightlight des Romans ist der in den Dialogen einfließende bayerische Dialekt. Im Anhang findet der Leser eine "Vokabelliste", die so manch einen möglicherweise unbekannten Ausdruck erklärt. Auch ein Rezept zum Bierbrauen für zu Hause findet sich dort, sowie die Erklärung zu den im Roman auftretenden Persönlichkeiten. Eine Karte über die Straßenzüge Münchens vervollständigt den ausführlichen und sehr schönen Anhang. Julia Freidank hat ganz offensichtlich sehr viel Mühe in die Recherchearbeit investiert, was der Leser sowohl über die präzise Beschreibung der Gesellschaftsformen als auch in der mühe- und liebevollen Ausstattung des Anhangs spürt. Der Roman hat eine erstaunliche Substanz, die dem Leser während der flüssigen Lektüre sowohl wertvolle Informationen als auch ein Gefühl für die dargestellte Epoche schenkt. 

    Julia Freidank hat ihren Roman "Das Brauhaus an der Isar - Spiel des Schicksals" in einem sehr interessanten sehr gut verständlichen Schreibstil verfasst. Die kurzweilige Geschichte ist durch viele spannende Momente niemals langatmig, sondern - ganz im Gegenteil - man mag den Roman durch die geschickte Sprache gar nicht mehr aus der Hand legen. Intrigen, Kämpfe um die Macht und die Liebe wechseln sich ab und machen den Roman zu einem wahren Erlebnis. Die Lektüre hat mir sehr viele schöne Stunden bereitet. 

    Ich möchte mich sehr bei Julia Freidank für die enorme Arbeit, die dieser Roman gemacht haben muss, bedanken. 
    Einen herzlichen Dank auch an Rowohlt Verlag für das beeindruckende Leseexemplar.

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    janein

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