Flammenwand.

Roman mit Anmerkungen. Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2019 (Longlist) und den Österreichischen Buchpreis 2019 (Longlist)
 
 
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Stockholm im März. Nach einem schweren Winter hat es immer noch minus 15 Grad, und das Eis knirscht unter Adeles Schritten. Als sie von Einkäufen zurückkehrt, sieht sie ihren Geliebten von weitem das Haus verlassen und geht ihm nach. Je näher sie ihm kommt,...
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Stockholm im März. Nach einem schweren Winter hat es immer noch minus 15 Grad, und das Eis knirscht unter Adeles Schritten. Als sie von Einkäufen zurückkehrt, sieht sie ihren Geliebten von weitem das Haus verlassen und geht ihm nach. Je näher sie ihm kommt,...

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Kommentare zu "Flammenwand."

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  • 5 Sterne

    Miss.mesmerized, 08.09.2019

    Im März ist es noch erschreckend kalt in Stockholm. Adele wollte nur schnell Kaffee kaufen und ist schon wieder auf dem Rückweg, als sie vor sich auf der vereisten Straße Gustav entdeckt, der offenbar bereits die gemeinsame Wohnung verlassen hat. Sie folgt ihm, vermutlich ist er auf dem Weg in ihr Café, wo sie gerne immer am selben Tisch das Frühstück genießen. Doch sie kann ihn nicht einholen, Bilder vermischen sich in ihren Gedanken, der aktuelle Tag mit bereits erlebten, immer wieder denselben Begebenheiten. Doch längst ist schon nicht mehr alles im Lot, denn sie weiß von Gustavs Doppelleben, von der unerfüllten Liebe, die sie wieder einmal erlebt hat. Die Gedanken beginnen zu kreisen, alles in ihrem 52-jährigen Leben muss sie nun plötzlich in der Fremde infrage stellen.

    Marlene Streeruwitz lässt ihre Protagonistin durch die Hölle gehen. Eine ganz bestimmte Hölle, die sie mit dem Titel bereits verortet: die Flammenwand findet sich in Dantes „Göttlicher Komödie“ auf der siebten und damit letzten Terrasse des Läuterungsberges und gilt als der Ort, an dem das sexuelle Begehren überwunden werden muss, bevor der Weg ins Paradies geebnet ist. Die sinnliche Welt muss verbrennen, um den Blick für das Göttliche frei zu machen. Viel dramatischer und höher könnte die Autorin die Referenz kaum setzen als sich auf eines der epochalsten und einflussreichsten Werke der westlichen Literatur zu beziehen. Aber kann sie diesem selbstgesetzten Vergleich gerecht werden?

    „Sie liebte. War das nicht das erhoffte Abenteuer. Das hatte sie doch herbeigewünscht. Herbeigesehnt. Dieses Teilen, das aus allem mehr machte. Aber es ließ sich nichts aufrufen. Die Bilder flach. Die Bilder zerrannen. Nur die Kälte zu spüren.“

    Das Ende einer Beziehung ist nie schön, vor allem für denjenigen, der zu lange im Glückstaumel war und den Blick für die Realität verloren hatte, der blind vor Liebe war und die Anzeichen nicht erkannte. Adele muss schmerzlich erkennen, dass sie betrogen wurde und alles verloren hat, nicht mal mehr ein richtiges Zuhause hat sie, nachdem sie für Gustav von Wien nach Stockholm gezogen ist. Die gänzlich unabhängige Frau, die sich abhängig machte und teuer dafür bezahlen muss. Ausgerechnet einem Mann mit längst überholten, patriarchalen Vorstellungen verfallen zu sein.

    Der Stream of Consciousness der Protagonistin wird mit jedem neuen Kapitel unterbrochen. Daten, die zunächst nicht zur Handlung passen wollen, versehen mit Fußnoten, die tagtäglich neue politische Absurditäten aus Österreich vermelden. Schnell jedoch sind die Parallelen offenkundig: wie Adele in die Liebesgeschichte taumelt, aus der sie verkatert erwacht, scheinen unsere südlichen Nachbarn die politische Gefahr, in der sie sich befinden, trotz der offenkundigen Zeichen wegen der rosaroten Brille nicht sehen zu wollen oder zu können. Streeruwitz war ihrer Zeit voraus, denn der Ibiza Skandal, der das Land erschüttern sollte, wurde erst im Mai 2019, wenige Tage vor der Buchveröffentlichung bekannt.

    Keine leichte unterhaltsame Lektüre, aber ein sprachlich wie dramaturgisch gelungenes Buch, dessen Feuer sich langsam entwickelt und das Potenzial im Laufe der Geschichte entfaltet. Nicht unverdient findet sich der Roman auf der Longlist sowohl für den Deutschen Buchpreis 2019 wie auch für den Österreichischen Buchpreis 2019. Für mich bis dato ganz eindeutig einer der heißen Favoriten.

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    janein
  • 4 Sterne

    Inge H., 05.09.2019

    Ein halbes Jahr mit Adele
    Marlene Streeruwitz ist eine österreichische Autorin. Der Roman „Flammenwand“ ist existenziell, sprachlich mit leichter Ironie. Es beginnt am Montag den19. März 2018 in Stockholm, Adele fällt ein Bild auf, das Soldaten aus dem Vietnam Krieg auf.
    Dann gab gab es eine Aufreihung der Gedanken über weitere Kriege, das hat mir gefallen.
    Adele sieht ihren Freund in einem Café, wie er einen Text ins Handy schreibt, sie glaubt er schreibt ihr, aber der Text kam nie an. Es gibt eine Abrechnung.
    Weiter geht es mit mehr kruden Gedanken. Sie rechnet noch mit ihrem Vater ab und mit dem Tod der Mutter. Der Roman endet am Dienstag den 19. Oktober in Wien. Am Ende gibt es einen Überblick von der Politik Österreichs.
    Mich konnte der Roman leider nicht richtig erreichen, aber er ist eigentlich gut geschrieben..

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    janein

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