Goldene Zeiten im Gepäck

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Eine große Liebe, die nicht sein durfte, und eine Freundschaft, die mit jedem Kilometer wächst.
Eine rüstige alte Dame begibt sich mit ihrer jungen Pflegerin auf eine Reise quer durch Osteuropa, um die Liebe ihres Lebens wiederzusehen. Ein warmherziger...
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Eine rüstige alte Dame begibt sich mit ihrer jungen Pflegerin auf eine Reise quer durch Osteuropa, um die Liebe ihres Lebens wiederzusehen. Ein warmherziger...

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Kommentare zu "Goldene Zeiten im Gepäck"

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  • 5 Sterne

    5 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Dreamworx, 25.08.2019

    Als eBook bewertet

    Karla Metuschke arbeitet als Pflegehelferin in einem Altenheim in Stuttgart und schlägt sich so durch, denn dieser Job ist nicht gerade ihr Traumberuf. Nebenbei dealt sie heimlich bei den Bewohnern mit selbstangebautem Haschisch, die sich damit wegträumen oder es als Schmerzmittel nutzen. Die Heimbewohnerin Elisabeth Kaiser ist ihr allerdings auf die Schliche gekommen und droht Karla damit, ihr kleines Geheimnis offenzulegen, um für sich selbst eine wichtige Reise herauszuschlagen. Karla bleibt nichts anderes übrig, als sich dem Druck zu beugen und Urlaub einzureichen, um die verschlagene alte Dame durch die Gegend zu kurven, damit sie das erledigen kann, was ihr auf der Seele brennt. Dabei geht es mit dem Auto von Deutschland nach Osteuropa, wobei sich Karla und Elisabeth in dem engen Raum des Wagens nach und nach besser kennenlernen und feststellen, dass sie doch so einiges verbindet…
    Adriana Popescu hat mit „Goldene Zeiten im Gepäck“ einen sehr unterhaltsamen und gefühlvollen Roman vorgelegt, bei der der Leser nicht nur zwei ungewöhnliche Frauen kennenlernen und mit ihnen auf eine ereignisreiche Reise gehen darf, sondern gleichzeitig auch eine Zeitreise der besonderen Art unternimmt. Der Schreibstil ist locker-flüssig, farbenfroh und emotional verbunden mit einer unterschwelligen Spannung und einer schönen Prise Witz. Der Leser ist aber der ersten Seite von der Geschichte gefesselt und kann sich ihrem Sog nicht erwehren. Während die beiden Protagonistinnen mit dem Leser an Bord in der Gegenwart auf Reisen gehen, spiegeln Rückblenden in das Jahr 1956 die Vergangenheit von Elisabeth wieder und gibt nach und nach ihre damaligen Erlebnisse preis, die sie dazu bewogen haben, Karla zu dieser Reise zu „nötigen“. Aber auch Karlas Vergangenheit bleibt dem Leser nicht verborgen, ergeht sich die Autorin zu Beginn noch in Andeutungen, so deckt sie deren Schicksal wie ein Puzzle ebenfalls Stein für Stein auf. Beide Lebensläufe gehen zu Herzen und führen den Leser durch das gesamte Spektrum des Gefühlsbarometers. Ebenso faszinierend ist die Reise der beiden Frauen, die so lebendig und bildgewaltig beschrieben wird, dass man als Leser einen Platz in der ersten Reihe hat und Orte besucht, die man vorher noch nicht auf dem Reisezettel gehabt hat.
    Die Charaktere sind einmalig herausgearbeitet und überzeugen mit ihren individuellen Ecken und Kanten, sie wirken sehr lebendig und realitätsnah, so dass der Leser glaubt, sie schon lange zu kennen. Karla ist eine etwas rotzige junge Frau, die sich mehr schlecht als recht über Wasser hält und dabei auch vor illegalen Methoden nicht Halt macht. Sie hat schon einiges in ihrem Leben mitmachen müssen und ist allen und jedem gegenüber misstrauisch. Karla hat eine spitze Zunge und ist schlagfertig wie ein Rasiermesser. Elisabeth ist für ihr Alter noch recht gut beisammen, jedoch wirkt sie oftmals hart und unerbittlich, weiß sich durchzusetzen und schreckt hier auch vor unlauteren Mitteln nicht zurück. Sie lässt sich nur schwer in die Karten schauen, doch ihre Fassade bröckelt nach einiger Zeit und lässt sie bei ihrer Rückschau auftauen, je länger die Reise dauert.
    „Goldene Zeiten im Gepäck“ ist eine wunderbare, verrückte und ereignisreiche Reise zweier gegensätzlicher Frauen, die doch so viel mehr verbindet, als es auf den ersten Blick erscheint. So herrlich erzählt, dass man sie als Leser noch lange im Kopf und vor allem im Herzen bewahrt. Absolute Leseempfehlung!

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    janein
  • 5 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Tanja P., 27.08.2019

    Als Buch bewertet

    Bestzeiten und Glücklichsein

    Olympische Spiele 1956 in Melbourne: Elli ist die westdeutsche Schwimm-Hoffnung auf Gold in 150 m Freistil – genau wie Florin für Rumänien. Seit Jahren hat sie auf diesen Wettkampf hingearbeitet, ihre ganze Freizeit in der Schwimmhalle verbracht. Doch ein Blick in Florins grüne Augen und die Medaille ist ihr egal. Sie ist zum ersten Mal verliebt, wie eine ganz normale 17jährige. „Manche Menschen müssen sich erst ein ganzes Leben kennen, um zu wissen, ob sie zusammengehören. Bei anderen reicht ein einziger Augenblick.“ (S. 199) Aber Beziehungen zwischen Ost und West sind unerwünscht.

    Stuttgart, 60 Jahre später: „Karla Metuschke, unausgebildete Pflegekraft und Teilzeitdealerin“ (S. 9) arbeitet seit einem Jahr in der „schattigen Pinie“ (Wer kenn die Fernsehserie „Golden Girls“ noch?!) als Patientenbetreuerin und Hüterin des Gewächshauses, in dem sie neben Obst und Gemüse verbotenerweise auch Marihuana anbaut und an die Bewohner verkauft. Frau Kaiser ist schon über 70 und neu im Heim. Sie beobachtet Karla und erpresst sie dann mit ihrem Wissen. Karla muss sie mit ihrem uralten Renault „Lola“ und der Pflanze Selena quer durchs Land fahren, denn „Sie haben keine Familie, keinen Partner, kein Haustiere. Niemand wird sie vermissen.“ (S. 36). Das genaue Ziel verrät sie ihr allerdings nicht.

    Ihre Reise führt sie quer durch Europa und schweißt sie zusammen. Sie erleben echte Abenteuer, leben endlich auf, lernen dabei sehr verschiedene Menschen kennen und sich und anderen wieder zu vertrauen.

    Zuerst widerwillig und ängstlich, blüht Karla auf diesem ungewöhnlichen Roadtrip immer mehr auf und stellt fest, dass sie die Kaiser eigentlich mag, obwohl sie so verschieden sind. Karla ist unsicher, leicht zu beeinflussen und einzuschüchtern, die Kaiser hingegen die geborene Anführerin, eine Kämpferin – dabei aber warmherzig und erfahren – und gibt Karla genau die Denkanstöße und Tipps, die sie schon lange braucht, um ihr Leben neu zu ordnen und wieder in den Griff zu bekommen. „Glaubst du, man kann sich selbst verlieren und dann wiederfinden?“ (S. 359)
    Doch auch die Kaiser hat neben einer geheimnisvollen Schachtel und einer alten Postkarte viel emotionales Gepäck dabei. Sie macht Karla klar, das sie zwar schon alt ist, aber noch nicht zu alt, um nicht noch eine wichtige Sache zu tun, jemand Wichtigen nicht noch einmal wiederzusehen „... mein Leben ist kein Roman. Mein Leben ist mein Leben. Und das ist noch lange nicht zu Ende.“ (S. 54) Nach und nach enthüllt sie die Geschichte ihrer ganz großen Liebe, die nicht sein durfte: „Ich hätte so vieles in meinem Leben anders machen können. Aber das habe ich nicht, und damit muss ich jetzt leben. ... Ich bereue diese eine Entscheidung bis heute.“ (S. 191)

    „Goldene Zeiten im Gepäck“ ist schräg, gefühlvoll, romantisch, ein Buch zum Lachen und Weinen. Es macht Mut und Hoffnung und zeigt, dass es nie zu spät ist, alles für seine Liebe zu riskieren. Definitiv ein Jahreshighlight!

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    janein

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