Hart auf hart, T. C. Boyle

Hart auf hart

Roman

T. C. Boyle

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Das beißende Porträt eines gespaltenen Landes: In „Hart auf hart“ entlarvt T.C. Boyle die Paranoia in der amerikanischen Gesellschaft.

Absoluter Freiheitsanspruch trifft auf Verfolgungswahn...

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Kommentare zu "Hart auf hart"

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  • 5 Sterne

    9 von 10 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Benjamin Diederich, 28.04.2015

    Für mich als angehenden Englischlehrer war die Lektüre von T.C. Boyles Werk "Hart auf Hart" und der damit einhergehende Einblick in die Psyche der amerikanischen Gesellschaft ein tolles Erlebnis. Dieses Buch führt einem vor Augen, wie schmal doch der Grat zwischen absoluter Freiheit und Überwachung im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist. Die gewählten Settings in ländlichen Gebieten sind ein weiteres positives Element dieses Romans, da die Protagonisten somit in ihrer Umgebung nicht anonym bleiben können und ihre Taten jedermann bekannt sind.
    Ich kann nur jedem empfehlen sich bei Gelegenheit dieses Buch zu Gemüte zu führen, da es wirklich ein interessanter und kurzweiliger Roman für Jung und Alt ist.

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    janein
  • 5 Sterne

    3 von 12 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    tici, 05.02.2015

    In typischer T.C. Boyle Stil geschrieben. Sehr lesenswert.

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    janein
  • 4 Sterne

    3 von 9 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Pascal Lenz, 13.04.2015

    "Er trug seinen Kampfanzug und hatte das Messer umgeschnallt. Die Stiefel waren schmutzig, und Gesicht und Kopfhaut waren gebräunt wie bei einem Rettungsschwimmer. Hinter ihm, in dem Flur, der zum Wohnzimmer führte, sah sie die dunklen Umrisse seines Rucksacks und den schmalen Schatten des Gewehrs, das an der Wand lehnte."

    Der pensionierte Schuldirektor Stensen, kurz Sten, und seine Frau Carolee sind auf einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik unterwegs. Sie haben in Puerto Limón in Costa Rica angelegt und brechen mit einer kleinen Reisegruppe auf ins Landesinnere, zu einer Naturwanderung. Am Ziel angekommen werden die Touristen von drei jungen Bandidos überfallen. Was die Ticos nicht wissen: Sten ist Vietnam-Veteran und trotz seines hohen Alters noch immer geübt im Nahkampf. Er nutzt einen Moment ihrer Unachtsamkeit und setzt sich zur Wehr – mehr oder weniger erfolgreich. Der Ausgang dieses Raubüberfalls ist jedenfalls dramatisch.

    Erzählt ist damit lediglich der Prolog von T.C. Boyles neuem Roman »Hart auf hart«, der in diesen Tagen auf Deutsch erscheint und damit noch vor der amerikanischen Originalausgabe erhältlich ist. Fokussiert ist die Erzählung allerdings weniger auf Sten, sondern vielmehr auf seinen Sohn Adam, ein eigenbrötlerischer, wortkarger Psychopath, der zurückgezogen in einer einsamen Waldhütte lebt, Schlafmohn anbaut und sich in beängstigender Schizophrenie für eine moderne Ausgabe des legendären Trappers John Colter hält.

    Als Anhalter lernt Adam die 40jährige und damit nicht unwesentlich ältere Sara Hovarty Jennings kennen. Sie ist im Gegensatz zu Adam äusserst redselig und durch eine freiberufliche Tätigkeit als Hufschmiedin halbwegs in der Gesellschaft verankert. Dennoch hadert auch sie mit den Realitäten des Lebens, sieht in staatlichen Institutionen ihren grössten Feind und ist nach einer bewussten Missachtung der Gurtpflicht, eigentlich ein recht banales Vergehen, nur allzu bereit, diese Feindschaft offen und eskalierend auszutragen. Dass ihr ausgerechnet jetzt der kompromisslose Adam über den Weg läuft, kommt ihr nicht ungelegen. Hart und hart treffen aufeinander. Der Titel der deutschen Ausgabe ist Programm und bemerkenswert gut gewählt.

    Man ahnt an dieser Stelle schon, wie sich die Geschichte fortsetzen wird, zumal T.C. Boyle ihr Schöpfer ist. Es ist kennzeichnend für seine Romane und Kurzgeschichten, dass er die Menschen sehenden Leserauges ins offene Messer laufen lässt, sie scheitern lässt, an sich selbst – und an der Natur. Letzteres, das Scheitern an der Natur, zieht sich wie ein roter Faden durch Boyles Gesamtwerk. Und so nimmt es auch hier kein gutes Ende, für keinen der beteiligten Akteure.

    Nach der letzten Seite ist man beinahe froh darüber, dass es kam, wie es kommen musste. Denn anders als sonst in Boyles Romanen, gibt es dieses Mal – bis in den kleinsten Winkel der Geschichte hinein – nicht eine einzige Figur, die man in sein Herz schliessen möchte. Zu destruktiv sind ihre Handlungen, zu dämlich ihre Ansichten, zu gross ihre Vorurteile.

    Am schlimmsten aber ist: Boyle liegt damit hart an der Realität, nicht nur an der amerikanischen, sondern auch an der europäischen. Denn man hat sie beim Lesen des Buches unweigerlich vor Augen, die Attentäter auf Charlie Hebdo, die unzähligen Verschwörungstheoretiker in den Sozialen Medien, die xenophoben Wutbürger der Pegida-Bewegung. Sie alle spiegeln sich in Adam und Sara und in den Nebenfiguren der Geschichte auf erschreckende Weise wider.

    Deshalb wäre es falsch, bei »Hart auf hart« von einem grossen Lesespass zu sprechen. Nein, das Buch macht keinen Spass. Aber gute, lesens- und empfehlenswerte Bücher, und zu dieser Kategorie zählt Boyles neuer Roman, haben ja nicht nur die Aufgabe, einem Freude zu bereiten.

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    janein

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