Homo Deus, Yuval Noah Harari

Homo Deus

Eine Geschichte von Morgen

Yuval Noah Harari

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In seinem Kultbuch Eine kurze Geschichte der Menschheit erklärte Yuval Noah Harari, wie unsere Spezies die Erde erobern konnte. In "Homo Deus" stößt er vor in eine noch verborgene Welt: die Zukunft. Was wird mit uns und unserem Planeten passieren,...

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Kommentare zu "Homo Deus"

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  • 4 Sterne

    9 von 15 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Janine V., 04.07.2017

    Wie wird unsere Welt von morgen aussehen? Welche Probleme und welche Herausforderungen erwarten den Menschen? Das Technologie-Zeitalter schreit mit großen Schritten voran und verleiht dem Menschen ganz neue Fähigkeiten und Möglichkeiten. Doch es ergeben sich auch ganz neue Gefahren und droht der Humanismus auf der Strecke zu bleiben?

    Der Autor beginnnt sein Buch mit der Erläuterung, dass die Menschheit ihre größten Feinde bereits besiegt hat: Hunger, Krankheit und Krieg. Zwar gäbe es diese zwar noch, aber im Vergleich zu früher wurden sie ordenltich in ihre Schranken verwiesen. Danach macht Harari einen Streifzug durch die Geschichte des Menschens und springt von einem Beispiel zum nächsten, um seine Hypthesen zu untermauern. Vieles von den Dingen ist einem bekannt, aber es ist dennoch interessant in welchem Kontext er seine Beispiele einfügt. Der Autor zeigt auf in wie fern sich der Mensch von den Tieren unterscheidet, was ihn so einzigartig macht. Erst im letzten, aber leider nicht größten Teil, prognostiziert er die Zukunft des Menschens. Ein Welt in der es ganz andere Wertvorstellungen und Prioritäten geben wird.
    Die Hyopthesen des Autors regen sehr zum Nachdenken an. Viele Dinge waren mir so gar nicht bewusst. Er stellt interessante Zusammenhänge dar und lässt vieles in einem neuen Licht erscheinen. Der Autor verfügt über ein fundiertes Allgemeinwissen auf das er sehr kreativ zurückgreift. Allerdings empfand ich viele seine Ausführungen in die Vergangenheit als zu langatmig. Wie bereits geschrieben ist einem vieles bekannt und man lernt wenig neues, höchstens neue Zusammenhänge. Der wirklich spannende Teil, nämlich die Zukunft des Menschens, wird erst ganz zum Schluss kurz abgehandelt. Obwohl ser seine Progonosen auf einem sehr guten Fundament aufbaut, bin ich der Meinung, dass er wesentliche Punkte unberücksichtigt lässt. Es wird in Zukunft nicht nur darum gehen, ob Maschinen mit einer hohen Intelligenz in vielen Bereichen den Menschen ersetzen werden, was aus unseren Religionen wird oder ob wir unsterblich werden. Ich persönlich finde es viel spannender, wie lange es die Menschheit überhaupt noch geben wird bei der ganzen Umweltverschmutzung, Ausbeutung und der zunehmenden Fettleibigkeit und Zivilisationskrankheiten. Ich habe eher den Eindruck, dass der Mensch sich selbst ausrottet, wenn er so weitermacht. Aber das sind Themen, die der Autor gar nicht aufgreift. Mit diesem Hintergrund bröckelt die Zukunfsversion des Autors und kann nur als unvollständig bezeichnet werden.

    Ein Buch, dass mit Hilfe von Allgemeinwissen seine Hyopthesen aufbaut und zum Nachdenken anregt. Der Autor zeigt eine Zukunftsversion auf, die einem Geisteswissenschaftler zu entstammen scheint. Einem Naturwissenschaflter fallen sicherlich einige andere Szenaren ein.

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    janein
  • 5 Sterne

    3 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Anja H., 27.08.2017

    Der Mensch von morgen: Leben in einem düsteren Technologiezeitalter?

    In seinem neuen Buch „Homo Deus“ beschäftigt sich Yuval Noah Harari mit der Zukunft, genauer gesagt mit einer möglichen Menschheit der Zukunft. Hunger, Krankheit und Krieg gehören in dieser Zukunftsvision der Vergangenheit an, Homo Sapiens steht an einer Grenze und wann wir er den Homo Deus erschaffen, einen durch Technik verbesserten Menschen? Einen Homo Deus, der sich vom Homo Sapiens deutlich mehr unterscheidet als dieser vom Neandertaler. Harari fragt sich, was dann aus der Menschheit wird, aus dem Humanismus, wenn Maschinen geschaffen werden, die in allerlei Hinsicht besser sind als wir. Was ist, wenn wir uns in unserem Streben nach Gesundheit, Glück und Macht soweit von dem Entfernen, was wir Menschen nennen? Sind wir dann überhaupt noch Menschen?

    »Die Menschen haben üblicherweise Angst vor Veränderungen, weil sie das Unbekannte fürchten. Doch die größte Konstante der Geschichte ist die, dass sich alles verändert.» (S. 97)

    Yuval Noah Harari, geboren 1976 in Haifa, Israel, promovierte 2002 an der Oxford University. Der Historiker lehrt seit 2005 Geschichte an der Hebrew University in Jerusalem. Er beschäftigt sich derzeit mit Weltgeschichte und makrohistorischen Prozessen. Seine populärwissenschaftliche Monographie „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ wurde zum Weltbestseller und in fast 40 Sprachen übersetzt.

    Harari schafft es, mit seinem anschaulichen, kurzweiligen Schreibstil, die Leser mitzunehmen. Manchmal mag er gar zu übertreiben in seinen Anschauungen, was andererseits aber auch wieder dazu führt, dass man darüber nachdenkt, was er da schreibt. Kann das wirklich so sein bzw. werden? Wieviel Wahrheit steckt darin? Und wenn es eine mögliche Option ist, was kann ich dafür oder dagegen unternehmen? Ganz klar schafft es Harari, dass man über das, was er schreibt, nachdenkt und eine Diskussion sucht, mit sich selbst oder mit anderen. Denn das Thema des Buches verlangt es einfach, dass man sich damit auseinandersetzt.
    Der Aufbau des Buches besteht aus einer knapp 100 Seiten langen Einleitung, der neuen menschlichen Agenda sowie drei Teilen (Homo sapiens erobert die Welt, Homo sapiens gibt der Welt einen Sinn, Homo sapiens verliert die Kontrolle).
    Während er sich in der Einleitung noch damit beschäftigt, wie aus dem Jäger und Sammler der heutige Homo sapiens werden konnte, der viele Ursachen für Tode zu früheren Zeiten – Hunger, Krankheit, Krieg – dezimiert hat, so schafft er es in den nächsten Teilen einen Bogen zu schlagen von der Entwicklung, wie der Mensch seine Umwelt beeinflusst hat, wie sich der Humanismus entwickelt hat bis schließlich zum jetzigen Zeitpunkt und darüber hinaus. Während homo sapiens in den ersten beiden Teilen noch an Kontrolle gewinnt, so verliert er im letzten Teil zunehmend die Kontrolle, denn wenn alle Prozesse automatisiert werden, wo bleibt hier die Kontrolle? Entscheidungen werden Algorithmen überlassen und eine Datenreligion, der Dataismus, löst zunehmend humanistische Werte wie Individualismus, Seele und den freien Willen ab.

    »Doch sobald die Menschen ihre funktionale Bedeutung für das Netzwerk verlieren, werden sie erkennen, dass sie gar nicht die Krone der Schöpfung sind. […] Rückblickend betrachtet, wird die Menschheit nichts weiter gewesen sein als ein leichtes Kräuseln im großen kosmischen Datenstrom.« (S.534)

    „Homo Deus“ ist intelligent, unvoreingenommen und notwendig. So düster die Zukunftsvision von Harari auch sein mag, so sehr regt sie zum Nachdenken an. Dennoch kann das Buch auf hohem Niveau unterhalten!

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    janein
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