Konklave, Robert Harris

Konklave

Robert Harris

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Der Papst ist tot. Die um den Heiligen Stuhl buhlenden Gegner formieren sich: Traditionalisten, Modernisten, Schwarzafrikaner, Südamerikaner ... Kardinal Lomeli, den eine Glaubenskrise plagt, leitet das schwierige Konklave. Als sich die Pforten...

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Kommentare zu "Konklave"

  • 5 Sterne

    leseratte1310, 25.05.2017

    Der Papst ist gestorben und nun muss schnellstens ein neues Kirchenoberhaupt her. Das Konklave wird einberufen und die Kardinäle aus aller Welt treffen in Rom ein. Kardinal Lomeli obliegt die Organisation dieser Wahl, die einem festen Regelwerk unterliegt. Während die Kardinäle in ihrer Abgeschiedenheit nach einem neuen Papst suchen, warten die Gläubigen vor dem Petersdom darauf, dass weißer Rauch aufsteigt.
    Eigentlich ist die Papstwahl ein geheimer Vorgang, aber Robert Harris nimmt uns in diesem Buch mit hinter die Türen der Sixtinischen Kapelle und lässt uns die Geschichte so realistisch erleben, als wäre man tatsächlich dabei gewesen. Die Männer sollen vom Heiligen Geist beflügelt eine Wahl nach ihrem Gewissen treffen, aber es geht um höchst eigenen Ehrgeiz, um politische Entscheidungen und um ein Gerangel, ob alles beim Alten bleiben oder die Kirche mit der Zeit gehen soll. Es werden Allianzen geschlossen und man spürt die Sympathien und Abneigungen deutlich. Der Ehrgeiz geht bei manch einem so weit, dass mit sehr unfairen Mitteln gekämpft wird.
    Alle Beteiligten sind authentisch dargestellt. Sie sind nicht nur Kirchenfürsten, sondern auch Menschen mit all ihren Schwächen.
    Keine leichte Aufgabe für Kardinal Lomeli. Es ist interessant, wie er zu seinen Informationen kommt und detektivisch die schwarzen Schafe ausmacht. Sein Gewissen hilft ihm letztendlich zu entscheiden, was er mit dem Wissen macht.
    Man ahnt, worauf es hinauslaufen wird und wird am Ende doch überrascht. Ich fand das Buch glaubhaft, interessant und spannend und kann es nur empfehlen.

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    janein
  • 3 Sterne

    Krimisofa.com, 18.05.2017

    Das Konklave ist eine der geheimsten Wahlen auf der Welt, aber gleichzeitig eine der faszinierendsten. In der Öffentlichkeit bekommt man nichts vom Wahlkampf der Wahlberechtigten mit, weil diese von eben jener Öffentlichkeit abgeschottet werden. So sehr, dass sogar die Fenster ihrer Zimmer vernagelt werden. Man fragt sich immer, was in der Sixtinischen Kapelle während der Wahl vor sich geht, ob Diskussionen, Streitereien, Intrigen stattfinden oder auch komplett andere Dinge – Robert Harris gibt uns mit „Konklave“ einen wunderbaren Einblick in die Kirchenwelt.

    Seit ich „Illuminati“ von Dan Brown gelesen habe, fasziniert mich das Konklave zutiefst, diese geheimnisvolle, ja fast schaurige Zeremonie, von der man als Außenstehender nichts mitbekommt, außer den Rauch, der nach einem Wahlgang aufsteigt. Aber wie genau diese Wahl abläuft, hat uns Brown damals nicht erklärt. Harris tut dies in all ihren Einzelheiten. Wir begleiten Jacopo Lomeli, der unser Hauptcharakter ist. Er ist nicht nur Kardinalbischof und damit selbst wahlberechtigter Kandidat für den Heiligen Stuhl, sondern auch noch Dekan des Kardinalskollegiums, und als dieser der Hauptorganisator des Konklave. Das ist besonders geschickt von Harris, denn so bekommt der Leser wirklich alles von der Wahl mit und die Geschichte bekommt außer dem dramaturgischen Aspekt auch noch einen dokumentarischen – einen klassischen Krimi oder Thriller darf man sich jedoch nicht erwarten. Besonders zu Beginn ist das leider auch zu Lasten der Geschichte, die dadurch relativ zäh wird, erst nach etwa 50 Seiten nimmt die Geschichte an Fahrt auf. Gleich zu Beginn taucht man in eine ganz spezielle Atmosphäre ein, die etwas Erhabenes hat, aber gleichzeitig etwas völlig Banales, bei dem man merkt, dass Kirchenleute nicht anders sind als Leute, die nichts mit der Kirche am Hut haben; das zieht sich danach durch die ganze Geschichte.

    Über Lomeli, wie geschrieben unser Hauptcharakter, erfährt man nicht atemberaubend viel, außer, dass er gerne Krimis liest und dies als Laster bezeichnet und ein paar weitere Dinge; er macht beim Leser einen nicht allzu glücklichen Eindruck. Von allen anderen Charakteren erfährt man höchstens Alter, Herkunft und ihre Auslegung des Amtes (traditionalistisch, liberal, oder irgendwas dazwischen). Vor allem bei Lomeli hätte Harris ein bisschen ausschweifen können und uns nicht nur mit ein paar Fetzen abspeisen brauchen. Die Personalie Benítez, jener Kardinal, den niemand kennt, ist ein geschickt gewählter Charakter. Er ist nämlich Philippiner, der in Bagdad arbeitet; geschickt heißt in diesem Kontext allerdings nicht unbedingt gut, denn Harris nutzt seine Herkunft, um der Geschichte einen besonderen Twist zu verpassen – ein Twist, den man zwar erwarten kann, aber im Kontext ziemlich deplatziert ist. Man merkt, dass Harris irgendetwas benötigt hat, um die Geschichte in eine bestimmte Richtung zu lenken.

    Der Plot ist sehr fokussiert erzählt, man bekommt fast nur das serviert, was der Titel verspricht – nämlich das Konklave. Vorgeschichte gibt es nur eine kurze, Nachgeschichte fast keine. Einen Showdown in dem Sinne, wie wir es bei konventionellen Krimis und Thriller gewohnt sind, gibt es nicht. Viel eher gibt es mehrere kleine, nämlich immer dann, wenn ein Wahlergebnis feststeht und dieses manifest wird. Vor fast jedem Wahlgang gibt es einen Paukenschlag, der das Ergebnis beeinflusst; ab einem gewissen Zeitpunkt ist allerdings absehbar, wer die Wahl gewinnt, da hätte Harris für mein Dafürhalten kreativer und weniger durchschaubar sein können. Den größten Paukenschlag behält sich Harris aber für den Schluss vor, und setzt damit letztendlich auch sein eigenes Statement.

    Fazit: „Konklave“ ist ein akkurat recherchierter Roman, der eigentlich weder als klassischer Krimi, noch als Thriller durchgeht, aber doch einiges an Spannung aufweisen kann, wenngleich der Einstieg nicht der leichteste ist.

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    janein
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