Mein Leben als Hoffnungsträger

Roman
 
 
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Philipp hat gerade eine Lehre zum Mechatroniker abgebrochen und ist aus seiner WG rausgeflogen, weil die Mitbewohner seinen Putzfimmel nicht mehr tolerieren wollten. Als er sich an einer Tramhaltestelle die Zeit mit dem Auflesen von Stanniolpapieren...
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Philipp hat gerade eine Lehre zum Mechatroniker abgebrochen und ist aus seiner WG rausgeflogen, weil die Mitbewohner seinen Putzfimmel nicht mehr tolerieren wollten. Als er sich an einer Tramhaltestelle die Zeit mit dem Auflesen von Stanniolpapieren...

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Kommentare zu "Mein Leben als Hoffnungsträger"

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  • 5 Sterne

    4 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Elke S., 11.08.2017

    "Alles was ist, ist gut. Das Seiende ist grundsätzlich dem Nicht-Seienden vorzuziehen"

    Dies ist ganz sicher kein Roman von der Stange und meine Rezi möchte ich mich mit diesem für mich bezeichnenden Zitat beginnen.

    „Ich will keine Herrschaft, ich will im Dickicht der Gegenwart bleiben. Mir gefällt es hier. Warum muss man immer besser werden, warum immer noch ein Diplom erwerben, warum immer weiter dorthin streben, wo die Luft dünn ist, wo Stressjob und Haushypothek ständig die Hand an deiner Gurgel haben? Ich verstehe das nicht und ich will es nicht verstehen!“

    Das sind Philipps Gedanken und genau dieser Philipp lädt den Leser ein, ein wenig von seinem Leben zu erfahren. In Rückblicken schildert er Fragmente seiner Vergangenheit, im Jetzt erzählt er von seinem Alltag am Recyclinghof, samt seinen Begegnungen mit anderen Menschen. Uwe, der Leiter des städtischen Recyclinghofs beobachtet Philipp beim Auflesen von Stanniolpapieren, erkennt in ihm deshalb sofort seinen neuen Hoffnungsträger und stellt den Ausbildungsabbrecher daher von der Straße weg ein. Er hätte noch gefehlt und so arbeiten jetzt die „fantastischen Vier“ dort, denn auch Arturo und João, zwei Portugiesen, die aus dem Kreislauf der Waren ihren eigenen, nicht ganz legalen Nutzen ziehen, für die Philipp ebenfalls Hoffnungsträger werden soll, arbeiten dort.

    Phillip ist ein zurückhaltender junger Mann, der von sich selbst behauptet, „Ich bin nun mal Rumtrödler, bleibe oft stehen, wo´s für andere nichts zu sehen gibt“. Er erzählt diese Geschichte aus der Ich-Perspektive und lässt den Leser damit mit seinen Augen in die Welt blicken, auf Dinge aufmerksam werden, die einem, im Alltagstrott rennend, vielleicht schon längst nicht mehr auffallen und setzt viele Gedankenfetzen in den Kopf, die zum Weiter- und Nachdenken anregen.

    Man hält sich auf dem Recyclinghof auf, erfährt ein wenig von Mülltrennung, wie z.B. dass Stanniol frühestes nach hunderttausend Jahren verrottet, weshalb Phillip auch ein jedes aufsammelt, oder welche Probleme Altöl aus Fritteusen im Abfluss verursachen, aber hauptsächlich geht es um die Betrachtung, der Wegwerfer, die die „Schuttmoränen ihrer Kaufräusche“, weil die „Fülle der Waren, die die Leute besoffen macht“ loswerden wollen. Gleichzeitig lernt man Arturo und João, zwei Portugiesen, die aus dem Kreislauf der Waren ihren eigenen, nicht ganz legalen Nutzen ziehen, kennen. Die beiden bringen in die Geschichte meiner Meinung nach zahlreiche humorvolle Elemente, allerdings auch berührende und nachdenklich stimmende, ins Ganze.

    Außerdem darf man noch einige ganz besondere Menschen kennenlernen, die meiner Meinung nach zu Philipp finden, weil sie vielleicht, eben wie er, aus dem Hamsterrads des Lebens ausgebrochen sind.

    Der einzigartige Schreibstil des Autors liest sich trotz poetischen, verspielten Formulierungen locker, leicht und regt ganz viel zum Innehalten und Nachdenken an. Man findet außergewöhnliche Vergleiche, wie „Frühling war es, die Tage fraßen den Nächten ihre Anfänge und Enden weg.“ oder „Der Abend schreitet wie auf weichen filzigen Pantoffelsohlen voran.", die mir sehr gut gefallen haben.

    Die „fantastischen Vier“ vom Recyclinghof“ können allesamt mit ihrer Einzigartigkeit punkten. So ist Aturo ein notorischer Nichtstuer, ein Da-Steher und an den Besen- Lehner, der sich nur „zwischendurch kurz bewegt, als mache er Pause vom Dastehen“. João ist der findige Geschäftsmann mit dem „wirtschaftlichen Geheim-Imperium mit Hühnerschuppen und all den Schätzen, die darin lagern.“ Seiner Meinung nach ist das Schicksal ein Hobel und hobelt alle gleich, womit er mit Sicherheit recht hat. Uwe ist der Gutmensch unter allen, und mit seiner gutmütigen Art bildet er mit den zwei Portugiesen und Philipp ein Team, das im Notfall füreinander da ist. Auch die Nebendarsteller sind individuell gezeichnet, beim pensionierten Archivar Schöberli angefangen, den ich so richtig gern mochte und der Philipp mit Zeitungsartikeln versorgt, über Mila, mit der er über sinnfreie Witze lachen kann, bis hin zu Jonas, den mit dem Talent als Gastgeber.

    Alles in allem eine Geschichte mit Tiefgang, die zum Nachdenken anregt und vielleicht zum Innehalten im Hamsterrad des Alltags animiert.

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    janein
  • 5 Sterne

    2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Gabriele S., 03.09.2017

    Nichts im Leben ist beständig ...

    Philipp ist ein wenig anders als seine Mitmenschen. Statt sich dem Sog der Gesellschaft nach immer höher, weiter, schneller hinzugeben, verträumt er an der Straßenbahnendschleife Zeit auf einer Bank. Beobachtet wird er dabei von Uwe, der es als Chef des Recyclinghofes gewöhnt ist, sich um alles „Übriggebliebene“ zu kümmern. Uwe findet Gefallen am Silberpapier einsammelnden Philipp und holt ihn als Hoffnungsträger auf den Recyclinghof. Dort trifft der Ich-Erzähler auf die beiden Portugiesen João und Arturo, die es wunderbar verstehen, aus dem Abfall anderer Menschen Profit zu ziehen ...

    Jens Steiner ist mit diesem humorvollen Buch ein großer Wurf gelungen. Der Autor beobachtet genau und erfreut den Leser mit bemerkenswerten Zitaten: „Jetzt werfe ich alle meine Fragen auf einen Haufen und schaue ihnen dabei zu, wie sie langsam verrotten,“ (Seite 89) oder „All die Sofas, Bücherregale und Lampen waren auch mal Hoffnungsträger, waren Teil eines Teams … Jetzt sind sie hier gelandet, vergessen von der Welt und den Menschen, die sie loswerden wollten“ (Seite 93). Was mich auch beeindruckte, war Arturos Philosophie (Seite 138): „... Wenn er schaute Fotos von Kinder und Kindeskinder, er weinte vor Glück. Weil Erinnerung an Leben ist schön. Manchmal schöner als Leben selbst.“

    Dieses Buch erinnert nicht nur daran, dass Wünschen oft schöner als Haben ist, sondern führt auf ganz subtile Weise die Vergänglichkeit allen Seins vor Augen. Mich hat die mal mehr, mal weniger kurzweilige Geschichte über das Leben eines Eigenbrötlers, der aber durchaus zu echter Hilfe fähig ist, bestens unterhalten.

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    janein

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