Sag den Wölfen, ich bin zu Hause

Roman

Carol Rifka Brunt

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  • 5 Sterne

    Connie Ruoff, 19.03.2018

    „SAG DEN WÖLFEN, ICH BIN ZU HAUSE“ VON CAROL RIFKA BRUNT


    2. ZUM INHALT
    „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause. Vielleicht hatte Finn das alles längst verstanden, so wie immer. Man kann ihnen ruhig sagen, wo man wohnt, denn sie finden einen sowieso. Das tun sie immer.“

    „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ von Carol Rifka Brunt ist ein Buch, dem keine Rezension gerecht werden kann. Vier Jahre hat es gedauert, bis der New York Times Bestseller in deutscher Sprache erschien.

    Es spielt in den achtziger Jahren. Zwei Schwestern, die einmal die besten Freundinnen waren, entwickeln sich in unterschiedliche Richtungen und entzweien sich. Während die ältere Greta sich überall einbringt, zieht sich die jüngere June immer mehr zurück. Finn der jüngere Bruder ihrer Mutter und Junes Patenonkel, ist der einzige Mensch, bei dem sie sich verstanden fühlt und dem sie sich öffnet.

    Dann beginnt die Aufführung eines klassischen Dramas. Finn Ist an HIV erkrankt. Die Krankheit ist ausgebrochen. Er stirbt. Der Künstler malt sein letztes Bild. Es ist ein Porträt der Schwestern und deren Mutter, also seiner eigenen Schwester. Während den Sitzungen für das Gemälde verbringen sie viel Zeit miteinander. June ist glücklich, in Finns Nähe zu sein.


    Obwohl June wusste, dass der Zeitpunkt kommen würde, an dem es keinen Finn mehr gäbe, trifft sie sein Tod mit brutaler Härte.

    Erst nach und nach erfährt sie, wie Finn war. Wen hat Finn geliebt? Sie analysiert ihre eigenen Gefühle und gerät auf eine Achterbahn der Emotion.

    Der Leser kann sich den Gefühlen nicht verschließen, sondern er macht wirklich eine Art Katharsis des griechischen Dramas mit. Ich habe einige Taschentücher verbraucht.

    Das Buch geht um „Anders Sein“, „Schwul Sein“, „Was sagen denn die Leute dazu?“, „Verlust“, „Schuldzuweisung“ und „Eifersucht“.

    Es geht aber auch um „Liebe“, „Loyalität“, „Trauerverarbeitung“, „Erwachsen werden“ und „Das Richtige tun“ bzw. „die richtigen Entscheidungen treffen“.

    Die Autorin und die Übersetzerin nehmen den Leser behutsam und empathisch an die Hand.

    5/5 Punkten

    3. PROTAGONISTEN
    June ist ein tolles 15-jähriges Mädchen, das nicht so genau weiß, wohin es gehört. Finn ist ihre erste Liebe. Sie kann diese Gefühle weder einordnen, noch abstellen, obwohl sie glaubt zu wissen, dass diese Liebe etwas Verbotenes sein. Finn ist der Einzige, der sie versteht. Das ehemals innige Verhältnis zu Greta gibt es nicht mehr. Sie ist allein.

    Aber June bleibt nicht auf diesem Stand. Sie reflektiert ihr Verhalten und untersucht die möglichen Beweggründe. Sie wächst weit über sich hinaus.

    Sie lässt sich auf die Freundschaft zu Tobi, Finns Partner, ein, obwohl sie weiß, dass sie ihn wieder verlieren wird.

    5/5 Punkten

    4. SPRACHLICHE GESTALTUNG
    Dieser Debütroman von Carol Rifka Brunt ist in einer sehr schönen Sprache aus Junes Perspektive in der Ich-Form geschrieben, die es noch persönlicher werden lässt. Und die Übersetzerin hat die richtigen deutschen Worte gefunden. Die Kapitellänge ist angenehm und lässt den Leser durchatmen.

    5/5 Punkten

    5. COVER UND ÄUSSERE ERSCHEINUNG
    „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ von Carol Rifka Brunt, übersetzt von Frauke Brodd, hat 448 Seiten, einen festen Einband und ist am 23.02.2018 unter der ISBN 9783961610075 bei Eisele Verlag, im Genre Romane, erschienen.

    Auf dem Cover ist ein Mädchen mit schulterlangen Haaren, einem roten Rock und weißer Bluse zu sehen, das durch den Wald läuft. Ein Kohlweißling? (Weißer Schmetterling) sitzt auf den Blättern.

    Es symbolisiert für mich das Suchende und Herumirrende der Schwestern. Ich finde, das Cover passt sehr gut.

    5/5 Punkten

    6. FAZIT
    Es ist nicht nur ein Jugendbuch, sondern für jeden Menschen empfehlenswert, um die eigenen Vorurteile zu überprüfen und nicht zu vergessen, dass Erwachsenwerden nicht einfach ist.

    Mit Freundschaft, Verständnis, Liebe, Empathie und Toleranz wird alles einfacher und schöner.

    Lesempfehlung

    Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkten.

    Connie’s Schreibblogg

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    janein
  • 5 Sterne

    Miss.mesmerized, 25.03.2018

    Er weiß, dass er nicht mehr lange leben wird; die Krankheit, die er hat, hat zwar inzwischen einen Namen, aber man ist noch weit davon entfernt, ihren tödlichen Verlauf abbremsen oder gar aufhalten zu können. Noch ein letztes Bild will der Maler Finn erschaffen, von seinen beiden geliebten Nichten Greta und June. New York Mitte der 80er Jahre. Dass ihr Onkel sich mit AIDS infiziert hat, weiß June lange Zeit nicht, es ist auch egal, sie liebt ihn abgöttisch. Und wenn sie nicht die Zeit bei ihm verbringt, streift sie durch die Wälder der Vorstadt. Doch mit dem Tod Finns ist da eine Leere, die sie mit nichts füllen kann. Bis sie Nachrichten erhält. Toby, Finns Lebensgefährte, den sie nie kennenlernen durfte, denn ihm geben ihre Eltern die Schuld an Finns Krankheit. Die gemeinsame Trauer verbindet sie und eine zarte Freundschaft im Verborgenen entsteht.

    Carol Rifka Brunts Debutroman, der im den USA mit Lobeshymnen überschüttet wurde, ist ein leiser Roman, der die Nuancen der teils widersprüchlichen, teils harten Gefühle im Umgang mit Verlust und Trauer, aber auch mit AIDS in unglaublicher Weise umzusetzen vermag. Auch wenn das Thema Sterben im Vordergrund steht, haucht sie ihren Figuren so viel Leben ein, dass sie authentisch und glaubwürdig wirken und keinerlei Spuren von Stereotypen oder Klischees aufweisen.

    Der Umgang mit AIDS war in den 1980ern, als man wenig darüber wusste und lediglich die Bedrohung wahrgenommen hat, alles andere als entspannt. Dies zeichnet die Autorin im Roman überzeugend nach, die Verzweiflung ob der Hilflosigkeit schlägt in Hass und Ablehnung um, was sich alles in der Figur Toby sammelt. Dieser hat gar keine Chance als Mensch wahrgenommen zu werden, zu stark ist die Projektion der Krankheit auf ihn. Erst durch die langsame Annäherung mit June entfaltet er sein Wesen, das von einer unheimlichen Zerbrechlichkeit ist und die Empathie für ihn nur noch verstärkt.

    Aber es ist auch ein Coming-of-Age Roman, in dem ein junges Mädchen erwachsen werden, sich von den Eltern lösen muss und gezwungen wird, Position zu beziehen. Der Verlust eines geliebten und nahestehenden Menschen stößt diesen Prozess an, sie ist am Ende nicht mehr das Mädchen, das sich unbekümmert in den Wald in ihre Traumwelt flüchten kann. Innerhalb nur weniger Wochen werden alle Beziehungen auf eine Probe gestellt und sie müssen eine neue Basis finden, auf der sie weiterhin funktionieren können.

    Die Autorin hat eine poetische Sprache gefunden, die sowohl zu den Gesprächen über Kunst wie auch zu den Empfindungen in der Natur passt und diese mit vielen Zwischentönen wiedergibt. Dieser leise und feinfühlige Ton gleitet durch die Handlung und unterstreicht die feinsinnige Figurenzeichnung.

    Ein rundum gelungener Roman, den man nach dem Lesen nicht einfach weglegt, sondern der noch nachwirkt.

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    janein
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