Schwarze Reichswehr

Kriminalroman

Gunnar Kunz

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Berlin, 1927. Während die Lohmann-Affäre die Weimarer Republik erschüttert und die Existenz einer geheimen Reichswehr enthüllt, wird Kommissar Gregor Lilienthal im Zuge einer Mordermittlung mit dem Schrecken des Ersten Weltkriegs und der...

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  • 5 Sterne

    Elke S., 13.08.2018

    Spannende Zeitreise der Extraklasse

    Dies ist bereits der sechste Teil der historischen Krimireihe um Kommissar Gregor Lilienthal, für mich war es der erste und wird sicher nicht der letzte bleiben, denn ich war begeistert und habe die Seiten geradezu verschlungen.

    „Gewöhnlich bringt einem der Weihnachtsmann Puppen, Zinnsoldaten und Gebäck, vielleicht auch mal eine Rute, aber gewiss keine Leiche.“, falsch gedacht, denn auf dem Berliner Weihnachtsmarkt zieht die Gestalt im roten Kapuzenmantel einen Armeerevolver aus der Tasche und schießt seinem Gegenüber dreimal in die Stirn. Die Vergangenheit holt einen immer ein, sind Kommissar Gregor Lilienthals Gedanken, als er den toten Golo Bartels entdeckt. Wer hat seinen ehemaligen Unteroffizier, der im Ersten Weltkrieg Gefallen daran gefunden hat die Gefreiten bis aufs Letzte zu schikanieren, ermordet? Handelt es sich um späte Rache oder geht es um mehr? Dass dieser Mord aber mit einem Mord an der Front zu tun haben muss, der Gregor seit Jahren beschäftigt, ist ihm sofort klar. Kann er eventuell beide Fälle lösen, wenn er sich seiner Vergangenheit stellt? Ein sehr persönlicher Fall für den Kommissar steht bevor.

    „Schwarze Reichswehr“ ist in drei Teile gegliedert. Der erste und der letzte handeln im Jetzt, was in dem Fall Weihnachten und Jahreswende 1927/28 bedeutet. Hier werden für den aktuellen Fall Verdächtige befragt und Spuren verfolgt, und gegen viele Mauern gekämpft. Der zweite Teil berichtet von den Geschehnissen neun Jahre zuvor, von März 1918 bis Januar 1919. Man erlebt mit Gregor den Einsatz im Ersten Weltkrieg, erfährt von dem Mord, den er damals nicht aufklären kann, und darf mit ihm dann auch noch über das Kriegsende hinaus die Revolution in Berlin unmittelbar miterleben.

    Im Moment stehen bei mir historische Romane ganz weit oben auf meiner Favoritenliste und dieser Krimi aus der jüngeren Vergangenheit ist genau so, wie ich es mir vorstelle. Man darf hautnah mit in die damalige Zeit reisen, ja lebt sie fast selbst mit. Man erfährt, wie sich ein Soldat an der Front zwischen herumfliegenden Leichenteilen bei einem Angriff im wassergefüllten Graben stehend fühlt, oder mit welchen Strategien unterschiedliche Typen Soldaten sich durch die schwere Zeit retten, muss mit ihnen Erniedrigungen der Vorgesetzten ertragen, leidet mit an den Kriegstraumatas, die sie mit in die Heimat tragen und bekommt schließlich die Revolution in Berlin hautnah mit. Die authentisch, nicht geschönte Darstellung gibt jedem geschichtsinteressierten Leser einen mehr als gelungenen, schockierenden und fesselnden Einblick in die Zeit. Auch die Zwanziger Jahre, mit all dem technischen Fortschritt, den tollen Auslagen in den Warenhäusern, sind zu finden. Ein Essen im Automatenrestaurant, die Meldung, dass Verkehrsschilder keine Werbung mehr tragen dürfen oder die Information am Rande, dass die Straßenbahnen im Winter jetzt auf zehn Grad beheizt werden, ganz besonders haben mir diese kleinen Details, die man sonst nicht im Geschichtsbuch findet, begeistert. Diese finden sich hier zuhauf und machen die Geschichte äußerst authentisch und lebendig.

    Der Sprachstil des Autors liest sich flüssig und angenehm. Gunnar Kunz versteht es hervorragend beim Leser Emotionen zu erzeugen. So habe ich z.B. schockiert von den Erniedrigungen durch die Unteroffiziere gelesen, mir hat es fast das Herz gebrochen, als ein junger Bursche, der als Kanonenfutter in den Krieg geschickt wurde, stirbt und seine letzten Worte, aber heute ist doch mein Geburtstag, sind, ich habe Wut empfunden über die Arroganz von Militärarzt Mentzel, der ohne jegliches Unrechtsbewusstsein noch mit seinen unmenschlichen Behandlungsmethoden im Lazarett prahlt oder ich habe auch ganz oft Genugtuung empfunden, wenn Gregor wieder ein Schachzug gelingt. Auch wenn hier ganz eindeutig der historische Kontext im Vordergrund steht, ist auch der Fall an sich fesselnd und spannend angelegt. Zahlreiche Verdächtige, dramatische Ereignisse und so manche Wendung, die alles noch einmal komplett über den Haufen wird, sorgen dafür, dass man die Seiten zunehmend verschlingt.

    Gregor ein Mann mit Ecken und Kanten, aber äußerst geradlinig, genau so mag ich einen Kommissar. Warum er vielleicht ein wenig wortkarg ist, habe ich schon in diesem einen Teil erfahren, so viel Leid muss man ertragen können. Ich bewundere ihn für seine Zielstrebigkeit, einmal festgebissen verfolgt er sein Ziel auch wenn es über Jahre hinweg sein muss. Das hat mir imponiert. Gut gefallen hat mir auch sein Bruder Hendrik, der ihn bei seinen Ermittlungen oft auf den richtigen Gedanken bringt. Alles systematisch ordnen, mit philosophischen Gedanken auch mal aus einem anderen Blickwinkel drauf schauen, die beiden arbeiten gut zusammen. Sowohl Hendrik als auch Diana, Gregors schwangere Ehefrau begleiten ihn bei den Ermittlungen, was bei diesem sehr persönlichen und daher auch emotional aufwühlenden Fall sicher von Vorteil ist. Aber auch alle anderen Darsteller sind authentisch und gelungen gezeichnet.

    Alles in allem volle Begeisterung für diesen historischen Krimi und absolute Empfehlung mit fünf redlich verdienten Sternen.

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    janein
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