Sungs Laden, Karin Kalisa

Sungs Laden

Roman

Karin Kalisa

Durchschnittliche Bewertung
4Sterne
4 Kommentare
Kommentare lesen (4)

Schreiben Sie einen Kommentar zu "Sungs Laden".

Kommentar verfassen
Am Anfang ist es nur eine alte vietnamesische Holzpuppe, die in der Aula einer Grundschule Kinder und Lehrer bezaubert. Noch ahnt keiner, dass binnen eines Jahres der Prenzlauer Berg auf den Kopf gestellt werden wird: Das Szene-Viertel entdeckt...

Produkt empfehlen

2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen – siehe i.
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen – siehe i.
Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA übertragen und unter Umständen auch dort gespeichert. Näheres erfahren Sie durch einen Klick auf das i.


Buch19.95 €

Jetzt vorbestellen

Jetzt vorbestellen

Bestellnummer: 66054292

Auf meinen Merkzettel
Versandkostenfrei
Bestellungen mit diesem Artikel sind versandkostenfrei!
Ihre weiteren Vorteile
  • Selbstverständlich 14 Tage Widerrufsrecht
  • Per Rechnung zahlen

Das könnte Ihnen auch gefallen

Kommentare zu "Sungs Laden"

Sortiert nach:relevanteste Bewertung zuerst
Filtern nach:alle
Alle Kommentare
  • 5 Sterne

    6 von 11 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Marakkaram, 13.04.2017

    Als eBook bewertet

    Ein modernes federleichtes Wohlfühlmärchen mit nachdenklich machenden ganz leisen Zwischentönen.

    Am Prenzlauer Berg blinzelte man in den Himmel und schaute zugleich tief in die eigene anarchische Seele, die ein bisschen Fett angesetzt hatte mit den Jahren.

    Allles fängt damit an, dass der Schuldirektor kurz vor Weihnachten mitten in den eh schon hektischen Vorbereitungen, noch schnell eine "weltoffene Woche" veranstalten soll. Der Einfachheit halber und aus Bequemlichkeit, gibt er das Thema an die Lehrerinnen und ihre Schüler mit Migrationshintergrund jeglicher Art ab, die ein "Kulturgut aus der Heimat" vorstellen sollen.

    Minh, Sungs Sohn und die zweite Generation einer vietnamesischen Einwanderfamilie, sucht Rat bei seiner Großmutter. Die packt kuzerhand ihre geliebte Wasserspielpuppe aus und erzählt in ruhigen aber sehr eindringlichen Bildern ihre Geschichte.

    Dieser kurze Moment löst eine langsame aber schneeballartige Kettenreaktion aus. Im Mittelpunkt die vietnamesischen Ladenbesitzer im Berliner Prenzlberg und ihre Mitmenschen, die größtenteils erst jetzt anfangen ihre Nachbarn wirklich wahrzunehmen.

    Ich bin so lange um dieses Buch herumgeschlichen.... Märchen sind nicht so mein, aus manchen Rezensionen meinte ich herauszulesen, dass es so überspitzt wird, dass es schon fast einer Persiflage gleicht (das habe ich jetzt z.B. überhaupt nicht so empfunden!). Letztendlich hat es mich dann doch gepackt, plötzlich musste ich es unbedingt haben, so dass ich noch in der Mittagspause in die Stadt gefahren bin.

    Für mich ist dieses Buch ein kleiner Schatz und ich denke, jeder, der diese leisen, aber unterschwellig erzählten kleinen Geschichten mag (wie z.B. Namiko), wird es genauso lieben, wie ich.

    Es ist ein Buch der ruhigen Töne, darauf muss man sich einlassen, um sie auch wahrzunehmen und wirken zu lassen. Mich haben sie sehr berührt, die individuellen, aber doch eigentlich so geläufigen Geschichten, jeder einzelnen Person. Warum Ly Phong aufgehört hat zu lächeln, wie verloren Sung sich auf dem vietnamesischen Markt fühlt, weil er die Sprache nicht spricht usw.

    Wenn man mag, gibt das Buch einem kleine Einblicke in die Geschichte der vietnamesischen Leiharbeiter, die damals in die DDR gekommen sind. Nicht als Geschichtsstunde, sondern auf die fernöstliche Art, federleicht gehaucht. Das ist es, was das Buch ausmacht.

    Ich wohne zwar nicht in Berlin, aber ich liebe den Prenzlberg und er ist gefühlt meine zweite Heimat. Trotzdem hatte ich mich mit der Thematik noch nie befasst, eigentlich war ich mir sogar noch nicht einmal bewusst.
    Dieses Buch macht einen Aufmerksam wieder genauer hinzuschauen, seine Mitmenschen wahrzunehmen und auch mal mit Gewohnheiten zu brechen. Und das kann in der heutigen Zeit ja nicht so verkehrt sein, oder....

    Fazit: Oberflächlich gesehen, ein schönes Wohlfühlmärchen, hinter dem sich tiefer geschaut, viele Geschichten und Schicksale verbergen.

    War dieser Kommentar für Sie hilfreich?

    janein
  • 5 Sterne

    3 von 8 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Gesine R., 18.08.2015

    Als Buch bewertet

    "Idee is immer jut!"
    Ein kleiner Tischtennisball sorgt für Streit in einem Berliner Klassenzimmer – und setzt eine Lawine ins Rollen! Angeblich hat ein kleiner Zweitklässler aus Gambia den Ball verschleppt und damit seine Mitschüler verärgert. Zeit für eine „Weltoffene Woche“, wie der engagierte Rektor findet!

    Jeder Schüler mit „Migrationshintergrund“ soll ein Kulturgut aus seiner Heimat mit in die Schule bringen und präsentieren. Damit soll in der Vorweihnachtszeit für mehr Toleranz geworben werden.

    Vater Sung hat ein Problem: was soll er seinem kleinen Sohn Minh als vietnamesisches Kulturgut mitgeben? Er ist selbst in Berlin geboren und aufgewachsen, auch in seinem Asia-Laden gibt es nichts „typisch Vietnamesisches“. Doch Oma Hien weiß Rat - sie kramt eine uralte Schachtel hervor, worin sie eine ganz besondere Puppe aufbewahrt: eine vietnamesische Wassermarionette, bunt bemalt und faszinierend geheimnisvoll. Oma Hien legt eine spannende Darbietung mit ihrer Puppe hin, und Minh ist der Star des Tages. Wenig später wollen alle Kinder eine solche Puppe. Eine findige Lehrerin treibt einen verbitterten Händler auf, der ihr das wasserfeste Spezialholz für Puppenrohlinge beschafft, und der von ihrer Begeisterung angesteckt wird. Überhaupt werden nach und nach immer mehr „Prenzlberger“ mit unterschiedlichsten Nationalitäten infiziert: vietnamesische Reisstrohhüte schützen vor der Sommersonne, vietnamesisches Essen und Coffee-to-go werden hip, und ein feines Netz fragiler Bambusbrücken verbindet über Nacht Häuser und Menschen. Vietnamesische Literatur boomt ebenso wie Sprachkurse. Ein Highlight der besonderen Art bahnt sich an, als alle sich zusammenschließen, um der Berliner Bürokratie ein Schnippchen zu schlagen…

    Die Autorin Karin Kalisa wurde 1965 geboren, lebte zeitweise in Hamburg, Tokio, Wien – und seit einigen Jahren im Ostteil Berlins. Sie versteht sich sowohl als Literatin als auch als Wissenschaftlerin, die sich mit dem asiatischen Denken, der Sprache und der Geschichte beschäftigt. Sungs Laden ist ihr erster Roman.

    Dies gleich vorweg: dieser Roman hat mich total fasziniert und begeistert! Karin Kalisa versteht es meisterhaft, verschiedene Ebenen miteinander zu verknüpfen, ohne dass ein Dickicht entsteht. Das Erzählgewebe ist federleicht, eine kleine Geschichte führt zur nächsten, auch die große Weltgeschichte findet ihren Platz, ohne dass man sich belehrt fühlt. Wir erfahren einiges über Vietnam – die Sprache, die Bräuche, die historischen Hintergründe und Parallelen zu Deutschland – schließlich sind beide Länder „wiedervereinigt“. Die Beschäftigung mit der fremden Kultur fasziniert die Berliner im Roman – und führt zu einigen Veränderungen, die jeden bereichern, der sich darauf einlässt. Am Ende kann sich keiner dem Zauber der Wasserpuppen und Affenbrücken entziehen…

    Fazit: für mich ein wunderbar tiefgründiger, vielschichtiger, poetischer und interessanter Roman, der viel zu bieten hat. Ich freue mich schon auf mehr von Karin Kalisa!

    5 von 5 Sternen – und eine Leseempfehlung!

    War dieser Kommentar für Sie hilfreich?

    janein
mehr KommentareAlle Kommentare

Mehr Bücher des Autors

0 Gebrauchte Artikel zu „Sungs Laden“

ZustandPreisPortoZahlungVerkäuferRating