Wozu nach den Sternen greifen, wenn man auch chillen kann?

Die große Orientierungslosigkeit nach der Schule
 
 
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Der Übergang von der Schule in Ausbildung und Studium verläuft heutzutage nicht mehr reibungslos und friedlich. In den Familien spielen sich wahre Dramen ab. Ulrike Bartholomäus erklärt, wie es gelingen kann, hartnäckige Nesthocker, ewige Selbstzweifler und...
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Kommentar zu "Wozu nach den Sternen greifen, wenn man auch chillen kann?"

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    6 von 7 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    HSL, 08.04.2019

    Mein Eindruck

    In dem neu herausgebrachten Werk des Berlin Verlages in der Piper GmbH München wird aufgezeigt, weshalb so viele Hemmnisse für ein Durchstarten ins Leben bei Schulabgängern entstehen. Für Eltern wird es zusehends schwieriger ihre Kinder in die Selbstständigkeit zu entlassen. Doch wie ist das Denken und Fühlen der Jugendlichen, wenn sie vor der Wahl stehen einen Beruf zu erlernen oder gar ein Studium zu absolvieren? Was ist ihr Plan für die Zukunft und wieso sind sie ohne Orientierung und ohne Motivation? Ulrike Bartholomäus, die Wissenschaftsjournalistin hat es herausgefunden und weiß genau wovon sie spricht. Einleitend schildert sie kurze Gespräche während eines Grillabend`s zwischen Freunden, indem es um ihre chilligen Kinder geht. Wahrscheinlich ist es wirklich ein Mysterium, was derzeit um sich greift. Unser Nachwuchs hat keinen „Bock“ mehr die Welt zu bewegen. Ob Studium oder Lehre, es werden zu viele Ausbildungen abgebrochen und es zeigt, dass keine konkreten Entscheidungen von den Heranwachsenden getroffen werden wollen. Teilweise hängt es mit schlecht bezahlten Jobs zusammen und bei Studierenden ist es die eigene unzulängliche Leistung, die Anforderungen der ersten Semester, fehlende Selbstmotivation und ohnehin fühlen sich einige fehl am Platz. An einem Beispiel erklärt die Autorin auch den Unterschied zwischen Jungen und Mädchen dieser Generation. Viele wissen einfach nicht wer sie sind und welche Begabungen sie haben oder wenn ihr Berufswunsch klar ist, wird er zu schlecht bezahlt. Die beobachtete Arbeitswelt trägt dazu bei, dass es für sie eher abschreckend wirkt. Selbstverständlich träumen sie dann von einer App, indem sie ihr individuelles Leben einfach herunterladen können. Ich persönlich glaube, dass wir als Erwachsene einen grossen Fehler begangen haben und an dieser Misere ebenfalls beteiligt sind. Wir räumten unseren Kindern ein, dass es ihnen mal besser gehen soll. Sie haben heute alles was sie brauchen, nur nicht die Zukunft in der es sich lohnt nach vorne zu schauen. Entscheidungen werden heute in der Politik und der Wirtschaft getroffen und die große Freiheit wird immer mehr von Smartphones eingeschränkt. Motivierte Vollzeitkräfte gibt es kaum noch, denn das große Geld streichen Manager, Vorstandsvorsitzende, Bänker, Politiker usw. ein. Jugendliche spielen mit ihrem Leben herum und loten es aus, sind ständig auf der Flucht, nicht greifbar und Folgen hat es kaum. Den größten Einfluss im digital geprägte Lebensstil haben Smartphones, Tablets, Plattformen, Inernet-Commuitys usw.. Doch gerade die Erfinder der Hightech-Branche wussten von dem suchterzeugenden Potenzial und hielten ihre eigenen Kinder davon fern. Eltern haben Erwartungen, doch klare Forderungen werden nicht gestellt. Es gibt aber auch die Erkenntnis, dass die Jugendlichen in ihrem chilligen Leben auch ganz anders können, nämlich ihre Pläne mit viel Elan und Power durchzusetzen. Die Idee der Autorin, um an die geheimsten Gedanken der Jugendlichen im Reich der Unverbindlichkeiten zu kommen war, dass sich Gleichgesinnte interviewen. Das trauten sie sich auch sofort zu, obwohl kein einziges Interview je von ihnen gemacht wurde. Somit entstand dieses lehrreiche Buch, und ich muss sagen es ist absolut gelungen. Doch eins ist gewiss, dass Reifung Zeit benötigt. Das hat die Autorin sehr flüssig und mit viel Humor dargelegt. Ein sehr aufschlussreiches Buch, dass ich absolut empfehlen kann.

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    janein

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