Eisrot: Eisrot (eBook / ePub)

Ein Grönland-Thriller

Mads Peder Nordbo

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Schnee, Gletscher und zäher Nebel enthüllen ihre lange verborgenen, tödlichen Geheimnisse

Der Journalist Matthew Cave wird nach Grönland geschickt, um über den Fund eines mumifizierten Wikingers im Eis zu berichten. Doch am Tag nach ihrer...

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Kommentare zu "Eisrot: Eisrot"

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  • 5 Sterne

    2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    eiger, 02.11.2018

    Als eBook bewertet

    Spannend, brutal und traurig

    „Etwas ist faul im Staate Dänemark“ sagte Hamlet in William Shakespeares Drama. Daran musste ich denken, als ich den Thriller von Mads Peder Nordbo, erschienen 2018 im FISCHER Taschenbuch Verlag, gelesen habe.
    Das Buch bietet alles, was man von einem in Grönland spielenden Thriller erwartet: grausame Morde, Unglück, Horror, Aberglaube, blutige Robbenjagd und korrupte Beamte. Dennoch wird diese Charakteristik dem Buch nicht gerecht, denn der Autor zeichnet auch ein sozialkritisches Grönlandbild. Er beschreibt mit großem Einfühlungsvermögen die grönländische Umgebung und Natur, wo fast die unerträglichen Ereignisse stattfinden. Man spürt seine Liebe zu diesem Land und seinen Menschen, trotz der Tabuthemen, die das Buch behandelt.

    Der Thriller beinhaltet zwei parallele Erzählungen auf den Zeitebenen 2014 und 1973. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen. Man taucht sofort in das Geschehen ein.
    Im Mittelpunkt steht der Journalist Matthew Cave, der auf Grönland geboren wurde. Er soll einen Exklusivbericht über einen Sensationsfund im Eis schreiben. Erstmals wurde Mumie, die wahrscheinlich ein Nordmann oder Wikinger war, hier gefunden. Doch am Folgetag ist sie verschwunden und der zu ihrer Bewachung gesandte Polizist grausam ermordet. Bei der Todesart bestehen Parallelen zu ungelösten Mordfällen aus den 70 er Jahren.
    Matthew wird das Tagebuch des Polizisten Jakob zugespielt, der zu jener Zeit ermittelte. Rau und unwirtlich war Grönland schon immer, aber die soziale Kälte ist unbeschreiblich. Zu jener Zeit war Grönland in das dänische Königreich integriert. Administration und Wirtschaft wurden durch Dänen dominiert. Inuit aus entfernten Dörfern wurden im Namen des Fortschritts rücksichtslos in die Hauptstadt in Betonblöcke umgesiedelt und von ihren natürlichen Erwerbstätigkeiten getrennt. Arbeitslosigkeit und Verlust kultureller Identität waren die Folgen. Daraus entwickelte sich ein Ghetto für die Armen. Alkoholismus und Gewalt gehörten zur Tagesordnung.
    Die dänische Verwaltung hatte versagt. Durch eine Protestbewegung wurde 1979 der autonome Status eingeführt. Seit 2009 besteht politische Selbstverwaltung. Noch mehr Fakten erfährt der Leser aus dem nützlichen Grönland-Glossar am Ende des Buches.
    Bei seinen Recherchen stößt Matthew aber auch auf ein Tabuthema, den Missbrauch von jungen Mädchen. Das Ausmaß von Inzest, Missbrauch und Vergewaltigung macht sprachlos. Er findet Spuren, die bis in die heutige Zeit reichen. Dabei gerät er selbst in höchst gefährliche Situationen, als sich die Handlungsstränge der Vergangenheit mit der Gegenwart vereinen.

    „Eisrot“ ist nicht nur unheimlich gut und spannend erzählt, sondern es macht auch betroffen. Der Autor zeichnet ein schonungsloses Bild seiner Heimat Dänemark, fern aller Romantik der Tourismusindustrie. Er zeigt die noch heute offenen Wunden der dänischen Gesellschaft. Seine Protagonisten sind starke Persönlichkeiten, die der Autor detailliert und genau beschreibt. Ähnliches gilt auch für seine Naturszenen. Die Sonne fehlt, es regnet, es schneit und stürmt. Diese harte und raue Umgebung passt zu den Geschehnissen unheimlich gut. Seine Sympathie gilt den Inuit. Die lebendigen und authentischen Charaktere bereichern die Szenerie sehr, was mir als Leser besonders gut gefallen hat.

    Fazit:
    Mit diesem spannenden Thriller, der grausame Szenen, soziale Probleme und die Natur des hohen Nordens perfekt vereint, ist Mads Peder Nordbo ein von Kälte, Eis und geheimnisvollen Riten der Inuit inspiriertes packendes Buch gelungen. Aus meiner Sicht ist es eine klare Leseempfehlung und hat 5 Sterne verdient.

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    janein
  • 4 Sterne

    Luise D., 31.01.2019

    Als Buch bewertet

    Matthew Cave, Journalist in Grönland, möchte über den Fund einer mumifizierten Leiche in einer Eisspalte berichten. Dazu fliegt er mit einem Fotografen ins Eis. Als sie am darauffolgenden Tag nochmals den Tatort anfliegen, ist die Mumie verschwunden und der bewachende Polizist tot. Er wurde aufgeschlitzt und ausgeweidet. Matthew entdeckt Ähnlichkeiten mit einer Mordserie, die vierzig Jahre zuvor die Bevölkerung in Atem hielt. Immer weiter dringt er in die Geheimnisse vor, die diese Morde umgeben. Dann taucht auch noch Tupaarnaq, eine ganz besondere junge Frau auf, die Matthew anfangs so gar nicht einordnen kann. Zusammen kommen sie dem Kern des Ganzen langsam näher, geraten jedoch selber in tödliche Gefahr.
    Der dänische Autor Mads Peder Nordbo hat mit „Eisrot“ einen spannenden Thriller geschrieben, der im kalten Grönland beheimatet ist. Eindrucksvolle Naturbeschreibungen gehen mit detaillierten Schilderungen brutaler Morde einher. Und das gefällt mir sehr gut. Der flüssige Schreibstil des Autors tut sein Übriges zu einem kurzweiligen Buch. Einzig die verschiedenen Handlungsstränge und für mich gewöhnungsbedürftige Namen sorgten bei mir an wenigen Stellen für Verwirrung. Matthew ist ein sehr engagierter Mensch, der sich schützend vor die schwächeren Mitglieder unserer Gesellschaft stellt, das macht ihn sympathisch, bringt ihm aber auch viel Ärger ein, denn einigen einflussreichen Personen gefällt das nicht. Diese werden sehr skrupellos dargestellt, aber das mag ja gar nicht so abwegig sein, Macht macht scheinbar gefühllos und gierig. Tupaarnaq ist eine vielschichtige und verschlossene junge Frau, die den Leser neugierig auf ihre Vergangenheit macht.
    Das Cover gefällt mir sehr gut, die weiß-rote Farbgebung des Titels vor dem eisigen Hintergrund sieht beeindruckend aus. Der Titel assoziiert Kälte und Blut – einen passenderen Namen kann man dem Buch eigentlich nicht geben.

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    janein

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