Jane Austen: Love & Friendship (DVD)

Wendecover, Booklet. Empfohlen von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW): Prädikat wertvoll. 90 Min.

Jane Austen

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Die attraktive Witwe Lady Susan Vernon (Kate Beckinsale) zieht sich auf den Landsitz ihres Schwagers Charles Vernon (Justin Edwards) zurück, um Gerüchte über ihre Liebelei mit dem verheirateten Lord Manwaring auszusitzen. Rasch fast Lady Susan...

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Kommentare zu "Jane Austen: Love & Friendship"

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    5 von 6 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    MaRe, 26.08.2017

    Romantik und Gefühl wie in: „Pride and Prejudice“ („Stolz und Vorurteil“) oder „Sense and Sensibility“ („Sinn und Sinnlichkeit“, manchmal auch „Verstand und Gefühl“ genannt) wird in „Love & Friendship“ (2016) nicht geboten. Nein, im Gegenteil: hier wird es bissig.

    Die Vorlage für Regisseur und Drehbuchautor Whit Stillman („The Last Days of Disco", 1998) bildet Jane Austens (geb. 16.12.1775 - gest. 18.07.1817) Briefroman „Lady Susan“, den sie 1794 geschrieben und 1805 um eine Conclusio (Schlussfolgerung) erweitert, aber nie zur Veröffentlichung freigegeben hat. Erst 1871 machte Jane Austens Neffe James Edward Austen-Leigh der Öffentlichkeit die Erzählung zusammen mit einer Biografie über seine Tante zugänglich. Daran kann noch heute die Brisanz des Stoffes für die damalige Zeit abgelesen werden. Whit Stillman ist der erste, der das Werk „Lady Susan“ als Spielfilm adaptierte und den Titel „Love & Friendship“ an die Titel anderer berühmter Werke Jane Austens, die sich ebenfalls aus zwei mit Emotionen in Zusammenhang stehenden Substantiven zusammensetzen, anpasste.

    England in den 1790er-Jahren: Die verhältnismäßig junge Witwe Lady Susan Vernon (Kate Beckinsale) ist ohne Vermögen und Bleibe, daher überall nur zu Besuch und dort wegen ihres Rufes, eine Meisterin der Verführung zu sein, oft nicht lange gern gesehen. Kaum bei ihrem Schwager Charles Vernon (Justin Edwards) auf dessen Landsitz eingetroffen, begibt sie sich auf die Suche nach einer „guten Partie“ für sich und nach irgendeinem wohlhabenden Ehemann für ihre Tochter Frederica (Morfydd Clark), um finanziell abgesichert zu sein. Ihre Freundin Alicia Johnson (Chloe Sevigny) ist ihr dabei stets eine Stütze und loyale Beraterin.

    Ich fand die exaltierte, unverschämte Lady Susan durch und durch unsympathisch berechnend, boshaft und verlogen. Doch kann man ihr die resolute und intrigante Weise der, nennen wir es in Anlehnung an den Begriff „Brautschau“, „Bräutigamschau“ verübeln in einer Zeit, in der der Lauf der Dinge von den Männern bestimmt wurde und Frauen einen „Versorger“ brauchten? Lady Susan beherrscht die Konventionen des höflichen Plauderns und versteht es meisterhaft, sie in Sekundenschnelle an die jeweilige Situation anzupassen und ihre heimtückischen Absichten derart geschickt in ausschweifenden Sätzen von einnehmender Falschheit zu kaschieren, dass sie nie „aus der Rolle“ fällt. Auf diese Weise stellt sie der faktischen, alleinigen Macht der Männer eine Art "weibliche Macht", die der Wörter als Waffe gegenüber.

    „Love & Friendship“ ist eine rasante, geistreiche Persiflage auf die damaligen gesellschaftlichen Verhaltensnormen, auf das Wesen der Männer, die denken, mächtig die Geschicke zu steuern, tatsächlich aber weich, berechenbar durch Frauen, die die Fäden in der Hand halten und die Strippen ziehen, manipuliert werden. Und doch kriegen am Ende amüsanterweise alle, auch die Frauen, hier ihr Fett weg.

    Kate Beckinsale spielt so großartig und souverän, dass man ihr sofort abnimmt, diese egomanische, rücksichtlose, hinterlistige Person Lady Susan zu sein.

    Unbedingt aus dem sehr guten Ensemble hervorheben will ich Tom Bennet, der genial und voller Inbrunst den reichen Hohlkopf James Martin verkörpert, ohne seine Figur der puren Lächerlichkeit oder reinen Peinlichkeit preiszugeben.

    Hinsichtlich des Ambientes, der Kostüme und der Frisuren wurde erkennbar viel Aufwand betrieben, der sich gelohnt hat. Die Idee, die handelnden Personen durch Einblendungen vorzustellen oder Briefinhalte schriftlich auf den Bildschirm zu projizieren, gefiel mir ebenfalls gut.

    Allerdings machen es einem die vielen Sprünge, mit denen vor allem zu Beginn erzählt wird, schwer, die Personen zuzuordnen und in den Film hineinzufinden. Das Erzähltempo ist manchmal so hoch, dass die brillanten Formulierungen, insbesondere die scharfzüngigen Sätze der „Schlange“ Lady Susan zu meinem Bedauern zu wenig zur Geltung kommen, vielmehr einfach über den Zuschauer hinwegzuschwappen und unverarbeitet zu verhallen drohen.

    Vielleicht wurde Jane Austens scharfsinniger Intention, der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten zu wollen, mit dieser Komödie so gut wie noch in keiner Verfilmung Rechnung getragen. Jedenfalls kann Stillman nicht wie anderen Regisseuren entgegengehalten werden, den Stoff „weichgespült“ zu haben. Seine Inszenierung sprüht vor Biss und Niedertracht, die von Sequenzen feinen oder tölpelhaften Humors (James Martin oder Lady Manwaring) aufgelockert und leidlich entschärft werden.

    Wem also der Sinn nach virtuos-bissiger, messerscharf-bösartiger Satire, nach Ränkeschmieden und Manipulation durch eine attraktive, aber zutiefst intrigante, anstrengende und egoistische Frau, einem verführerischen "teuflischen Genie", steht, und wer Lust hat auf eine Komödie mit herrlich pikant-süffisantem Finale, dem lege ich „Love & Friendship“ nahe.

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    janein

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