Axel Milberg

Deutscher Schauspieler und Serienstar. In den 90er-Jahren Spezialist für schräge, verschrobene, neurotische und gefährliche Biedermänner mit Abgründen und Ticks, verfeinerte Axel Milberg seine Darstellung in den Folgejahren zu hochkomplexen Charakterisierungen exzentrischer, knorriger, misanthropischer und muffiger Moralisten mit unergründlichen Tiefen. Im Kino schaffte der vielseitige Schauspieler den Durchbruch als Spießervater mit Kiffervergangenheit in der Komödie "Nach fünf im Urwald" (1995). Er mimte Gangster, Triebtäter, Kranke und Verlierer. Populär wurde Milberg als "Stahlnetz"- und "Tatort"-Hauptkommissar Klaus Borowski, der bis 2010 in 18 Episoden als wortkarger, besserwisserischer, muffiger und misstrauischer Ermittler in Kiel zuhause ist. Ebenso populär wurde sein exzentrischer und bockiger Landarzt Dr. Martin Hellberg, der in der Serie "Dr. Martin" (2006) im plattdeutschen Milieu in Nordfriesland praktiziert und kein Blut sehen kann. Milberg wirkte in vielen Produktionen mit, die deutsche Zeitgeschichte aufarbeiten, zuletzt als Staatsanwalt Bauer in "Eichmanns Ende" (2010).

Axel Milberg wurde 1956 in Kiel als Sohn einer Ärztin und eines Rechtsanwalts geboren und wurde nach dem Abitur an der Otto-Falckenberg-Schule ausgebildet. Nach zwei Jahren bereits wurde er 1981 von Dieter Dorn ins Ensemble der Münchner Kammerspiele aufgenommen, wo er bis 1998 blieb und klassische und moderne Rollen spielte. Das Theater ließ er wegen der dortigen Routine, Terminbindung und zwiespältigen Hierarchien hinter sich, fand im Fernsehen seine Heimat (auch, weil Borowski in Kiel ermittelt).

Milberg stand in den 80er-Jahren gelegentlich ("Kaltes Fieber"), in den 90ern seit "Nach fünf im Urwald" regelmäßig vor der Kamera, arbeitete für Sönke Wortmann als intrigierender Dozent in "Der Campus" und als fremdgehender Ehemann in "St. Pauli Nacht", gehörte als Herr Ledersteger zum Ensemble von Helmut Dietls Meister-Satire "Rossini" und spielte in Nico Hoffmans TV-Remake (1996) von "Es geschah am hellichten Tag" (1958) die Rolle des schwitzenden Kindermörders (im Original: Gert Fröbe). Nach 2000 war er nur vereinzelt in Kinofilmen zu sehen, so im Politthriller "Baltic Storm" (2003) und in Tom Tykwers Banken-Thriller "The International" (2009).

Außer als Dr. Martin und Borowski fand Milberg in Fernsehfilmen Rollen nach Maß, so als Staatsanwalt in Friedemann Fromms "Eine Landpartie" (2003), zweite Episode der Reihe "Unter Verdacht" mit Senta Berger als interne Ermittlerin, im Drama "Silberhochzeit" (mit Iris Berben und Corinna Harfouch) und in Filmen, die NS-Geschichte analysieren. So in Heinrich Breloers "Speer und Er", in Jo Baiers "Stauffenberg" als Generaloberst Friedrich Fromm, in Jeff Kaews "Babij Jar" und als Regisseur Veit Harlan in Horst Königsteins Doku-Drama "Jud Süß - Ein Film als Verbrechen?". Zu seinen TV-Komödien gehören "Liebling, bring die Hühner ins Bett" und "Hochzeitsreise zu viert" (2010).

Axel Milberg wurde für "Dr. Martin" 2008 mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet und war 2009 für "Borowski und die heile Welt" für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. 2008 erhielt er für seine Hörbuchlesung die "Corine".

Axel Milberg ist in zweiter Ehe mit Kunsthistorikerin Judith Bretzel verheiratet, mit der er einen Sohn hat. Sie leben mit vier Kindern in München. (geh)

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