Luc Besson

Er ist der erfolgreichste französische Regisseur der 80er- und 90er-Jahre, der sich als moderner Märchenerzähler versteht und dem Kino der Autoren und der "Nouvelle Vague" eine harsche Absage erteilte. Mit den Mitteln des amerikanischen Action-Kinos inszenierte er spektakuläre Filme und stemmte mehrfach die jeweils teuerste französische Produktion. Er liebt ein Kino der visuellen Reize, das er als sein eigener Kameramann mit Weitwinkeleffekten (ähnlich wie Terry Gilliam) wirkungsvoll ästhetisiert.

Luc Besson, 1959 in Paris geboren, verbrachte als Sohn von Tauchlehrern seine Kindheit im gesamten Mittelmeerraum, bis er durch einen Unfall als 17-Jähriger gezwungen wurde, das Tauchen aufzugeben, dem er mit den Filmen "Le grand bleu - Im Rausch der Tiefe" und "Atlantis" später eigene Filme widmete. Seinen ersten Langfilm inszenierte er in schwarzweißem Cinemascope: "Le dernier combat - Die letzte Schlacht" ist eine apokalyptische Endzeitversion, mit den "Mad Max"-Filmen der Zeit vergleichbar. Mit "Subway", einer Gangster- und Liebesgeschichte im Pariser Untergrund, in der Isabelle Adjani und Christophe Lambert spielten, hatte Besson seinen Durchbruch. Er realisierte "Le grand bleu" und erhielt mit dem Thriller "Nikita", in dem Anne Parillaud eine Punkfrau spielte, die zum professionellen Killer ausgebildet wird, weltweite Anerkennung (im US-Remake spielte Bridget Fonda die Rolle). Mit seinem Lieblingsdarsteller Jean Reno (u.a. Taucher in "Le grand bleu") inszenierte er als Weiterentwicklung von Jean-Pierre Melvilles "Der eiskalte Engel" den Film-noir-Thriller "Léon, der Profi", in dem Reno als Killer in New York sich eines Mädchens annimmt, dessen Familie ermordet wird und für die er auf Rachefeldzug geht. Der psychologisch ungewöhnlich stimmige Film kam später in einem Director's Cut noch einmal heraus. Bessons "Das fünfte Element", mit Bruce Willis in der Hauptrolle, ist ein skurriler Science-Fiction-Film um das Überleben in der Zukunft durch die Macht der Liebe. Besson liebt das Spiel mit Zitaten, sein Regiestil ist kraftvoll, dynamisch und exzessiv auf Bilder hin orientiert. Sein Film "Johanna von Orléans" zeigt Jeanne d'Arc (Milla Jovovich) nicht, wie alle vorherigen Versionen des Stoffes, als vergeistigte, scheue oder naiv einfache Bauerntochter mit Überzeugungskraft und Visionen, sondern als eine Kämpferin mit Soldatenherz.

Nachdem Besson Anfang des neuen Jahrtausends überwiegend produzierte und Drehbücher schrieb (2001: "Kiss of the Dragon"; 2002: "The Transporter"; 2005: "Transporter - The Mission"), führte er 2005 in "Angel-A" wieder selbst Regie. Ein Engel, verkörpert von der dänischen Schauspielerin Rie Rasmussen, rettet hier dem suizidgefährdeten André das Leben und wird am Ende des Fantasiefilms ein Mensch. Der Animationsfilm "Arthur und die Minimoys" erzählt die Geschichte des zwölfjährigen Arthur (Freddie Highmore), der die Welt der Elfen, das Minimoy-Universum, kennenlernt. Mia Farrow spielt die etwas klapprige Granny.

Zu Bessons regelmäßigen Mitarbeitern zählt der Komponist Eric Serra. Seine Produktionsgesellschaft "Les Films du Loup" benannte er 1987, nach dem Erfolg mit "Le grand bleu", in "Les Films du Dauphins" um. Besson war in erster Ehe mit der Schauspielerin Anne Parillaud ("Nikita"), in zweiter Ehe mit Schauspielerin und Model Milla Jovovich ("Das fünfte Element", "Johanna von Orléans", "Million Dollar Hotel") verheiratet. Luc Besson ist Vorsitzender der Jury des 9. International Film Festivals in Shanghai. Seit August 2004 ist er in dritter Ehe mit Virginie Silla verheiratet. Mit ihr hat er drei Töchter.

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