Mathieu Amalric

Französischer Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor. Seit Ende der 90er-Jahre einer der gefragtesten und vielseitigsten Schauspieler des französischen Kinos, hat Mathieu Amalric zeitweise in bis zu acht Produktionen pro Jahr gespielt. 2007 war er in Cannes allgegenwärtig, sorgte mit seiner sensationellen Darstellung des nach einem Gehirnschlag gelähmten Chefredakteurs der Modezeitschrift "Elle" in Julian Schnabels "Schmetterling und Taucherglocke" für Aufsehen, spielte den Theaterregisseur in Valeria Bruni-Tedeschis "Actrices" und einen Psychologen in Nicholas Klotz' "La Question humaine". 2008 ist Amalric unter der Regie von Marc Forster einer der Widersacher von Geheimagent James Bond 007 (Daniel Craig) in "Bond 22".

Damit hat Amalric nach 43 Filmen den Höhepunkt einer Karriere erreicht, die anfangs in Richtung Journalismus ging. Als Sohn eines Auslandskorrespondenten und Kolumnisten ("Le Monde", "Libération") und der Litaturkritikerin von "Le Monde" 1965 in Neuilly-sur-Seine geboren, studierte Amalric Journalismus und Literatur. Mit 19 Jahren bot man ihm eine kleine Rolle in Otar Iosselianis Pariser Diebesreigen "Die Günstlinge des Mondes" an. Er fasste langsam Fuß in der Filmwelt, arbeitete als Ausstatter und Regieassistent.

1995/96 schaffte Amalric als apathischer Pariser Hochschullehrer für Philosophie in "Comment je me suis disputé ma vie sexuelle... - Ich und meine Liebe" von Arnaud Desplechin seinen Durchbruch. Als intellektueller Verführer, gewitzt charmanter und auch windiger Liebhaber wurde Amalric häufig besetzt ("Tagebuch des Verführers", "Trois ponts sur la rivière", La Fausse suivante"). In "Chanson d'Amour" (2005) ist er Immobilienmakler und bester Freund eines Schlagersängers (Gérard Depardieu), in "L'Affaire Marcorelle" (2000) Politiker, in der Komödie "Le Grand appartement"(2005) Regisseur. Für Steven Spielberg spielte Amalric in "München" (2005)als Filmsohn von Michel Lonsdale ("007 - Moonraker") einen Spion, der mit Hund durch Paris spaziert.

Als Regisseur hat Mathieu Amalric vier Kurzfilme und drei Spielfilme inszeniert, 1997 die autobiografische Burleske "Mange ta soupe", 2001 "Le stade de Wimbledon" (mit Jeanne Balibar auf den Spuren eines Schriftstellers) und 2003 "La chose publique".

Mathieu Amalric wurde für "Ich und meine Liebe" 1997 mit dem César als Bester Nachwuchsschauspieler ausgezeichnet. Wieder unter Desplechins Regie, wurde er 2005 für "Rois et reine" mit dem César als Bester Hauptdarsteller und dem Prix Lumière geehrt. In "Rois et reine" ist er Ismael, der durch eine Verkettung unglücklicher Umstände in der Psychiatrie landet.

Mathieu Amalric hat zwei Kinder von der Schauspielerin Jeanne Balibar ("Va savoir"), mit der er in "Ich und meine Liebe" eine kurzlebige Affäre hat. Das Paar trennte sich 2002.

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