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Stephen Rea

Diese Unsichtbarkeit ist ideal für seine Darstellung des ultimativen Jedermanns, der mikroskopisch beobachteten Hauptfigur aus "Ulysses", dem Meisterwerk von James Joyce, das nun unter dem Titel "Bloom" ein zweites Mal verfilmt wurde.

Geboren in Belfast, müht sich Stephen Rea seit Jahren vergeblich, sein Image vom Mann, der zum Lachen in den Keller geht, zu korrigieren.

Im Kino wirkt er oft verloren, ermüdet vom Leben - die menschliche Inkarnation eines Hush Puppy.

Privat gilt er als locker, ist Spezialist des angedeuteten Lächelns. "Ich war sehr extrovertiert", blickt er zurück. "In der Schule, der Universität und dann am Abbey Theatre in Dublin war ich der Spaßvogel, der Komiker." Im Beruf zeigt er diese Seite selten - zuletzt auffallend im US-Debüt "Angie", in dem er als charmant-witzige Alternative zum Grobklotz James Gandolfini Geena Davis umwarb.

Bei Frauen kommt der Sohn eines Busfahrers gut an, denn er ist selbstbewusst, bescheiden, witzig und eben nicht das Sozialprojekt, das den Trost der Welt braucht. Seit 2003 ist er wieder Single, nach 20 Jahren Ehe geschieden von Dolours Price, der Mutter seiner Söhne Danny und Oscar.

Weit mehr als er war seine Frau eine Berühmtheit, denn die Ex-IRA-Aktivistin saß acht Jahre im Knast, weil sie mit ihrer Schwester 1973 eine Autobombe zündete (ein Toter, 175 Verletzte). Auch wenn das Thema tabu ist, äußert er sich sporadisch dazu, wie etwa 1992: "Ich schäme mich nicht für die politische Vergangenheit meiner Frau - und sie sollte es auch nicht. Schämen sollten sich die, die Nordirland in den letzten 20 Jahren regiert haben."

Selbst politisch aktiv war Rea nie. Seine Welt war das Theater. In mehr als 50 Produktionen wirkte er mit, in Stücken von Harold Pinter, Samuel Beckett, Bertholt Brecht, Sam Shepard und Brian Friel.

Mit Friel gründete er 1980 das "Field Day Theatre", mit dem er zehn Jahre durch Irland tourte. "Man hat uns schnell kategorisiert als einen Haufen nordirischer Nationalisten, doch wir wollten einen einigenden Einfluss haben", beschreibt Rea die Ziele der Truppe, mit der er im August dieses Jahres auch in den USA spielt.

Über die Bühne kam er zwölf Jahre nach seinem Filmdebüt ("Der Todesschrei der Hexen") auch zum stimmungsvollen Thriller "Angel - Straße ohne Ende". Die Rolle eines Musikers, der den Mord an einem Mädchen rächt, hatte ihm Regisseur Neil Jordan auf den Leib geschrieben.

Jordan vergleicht ihn mit Robert Mitchum, attestiert ihm eine außerordentliche schauspielerische Bandbreite und hat seitdem acht weitere Filme mit Rea gedreht. Darunter das Politdrama "Michael Collins", die riskante Lovestory "The Crying Game" (Reas einzige Oscar-Nominierung) und "Interview mit einem Vampir", wo der sanfte Ire als Blutsauger beunruhigte.

Das ungerührte Miststück ist eine Spezialität des Workaholics, ob als arroganter Starfotograf ("Prêt-à-Porter") oder sadistischer Killer ("Fear Dot Com"). Sympathisch dagegen war er als hilflos passiver Ehemann in "Das Ende einer Affäre" - unter der Regie Jordans, der ihn auch in seinem neuen Projekt "Breakfast on Pluto" besetzte. Das Ende dieser Affäre ist also nicht in Sicht, wohl aber Reas erster Eventfilm seit Jahren.

Als Cop in "V for Vendetta" verteidigt er ein totalitäres System, arbeitet wieder für die kalifornische Unterhaltungsfabrik, die ihm suspekt ist.

"Hollywood ist schon seltsam ... Überall laufen dort die Leute in kurzen Hosen und ohne Hirn herum", resümierte Rea vor Jahren. Mit einem Lächeln - obwohl er es vermutlich ernst meinte.

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