Hippie, Paulo Coelho

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  • 5 Sterne

    78 von 87 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Margaret K., 28.09.2018

    Als Buch bewertet

    Karla hat ihr langweiliges Leben in Amsterdam satt und wartet nur auf die passende Begleitung, um nach Nepal zu reisen. Als sie dann plötzlich auf Paulo trifft, wissen beide nicht, was sie erwarten wird. Und so beschließen sie zusammen mit anderen Leuten mit dem "magic bus" auf eine lange Reise zu gehen.

    Ich bin sofort gut und leicht in die Geschichte reingekommen und es war als ob ich mitten im Geschehen dabei war. Da das Buch teilweise aus der Sicht von Paulo und Karla erzählt wird, kann man gut nachvollziehen was beide antreibt und wie sie denken.

    Da der Autor die Geschichte selbst erlebt hat, merkt man wie realistisch und echt alles wirkt. Die Charaktere sind lebendig und haben Probleme, die jeder normale Mensch auch hat. So kann man sich leichter in sie hineinversetzten oder sieht sich manchmal sogar selbst in den Personen. Das gibt dem Buch etwas sehr Tiefgründiges, was mich oft zum nachdenken gebracht hat. Dazu gibt es so viele wunderschön formulierte Sätze, die ich am liebsten alle eingerahmt hätte, da sie so poetisch und weise klingen.

    Was mir auch besonders gut gefallen hat war, dass man hier viel über die Hippies von damals erfährt. Die Infos sind jedoch weder klischeehaft noch typisch dargestellt. Man erfährt hier wie die Hippies damals wirklich dachten und was diese Bewegung ausgemacht hat. Da der Autor selbst mit dabei war, weiß er aus nächster Nähe, dass nicht immer alles schön und toll war, wie es oft dargestellt wird und die Hippies mit so einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten.

    Die Handlung an sich wird sehr spannend und interessant beschrieben. Die Reise nach Nepal hat Etwas sehr abenteuerliches und man kann die Länder schon fast mit der Reisegruppe zusammen erkunden und fiebert auch mit. Nebenbei erfährt man immer mehr über jeden Charakter und lernt so verschiedene Arten von Menschen kennen, die sich auf so eine lange Reise eingelassen haben.

    Allgemein ist dieses Buch ein Meisterwerk. Es wird auf sehr tiefgründige und menschliche Art beschrieben, wie die Jugendlichen damals versucht haben ihren Platz im Leben zu finden und die Welt ein Stückchen besser zu machen. Ein sehr interessanter Einblick in die Zeit der 70er Jahre und eine Geschichte, die zum Nachdenken bringt und in der jeder sich selbst finden kann.

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    janein
  • 4 Sterne

    74 von 81 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Maria B., 29.09.2018

    Als Buch bewertet

    Die Suche ist das Ziel

    Im Jahr 1970 plante der junge Paolo Coelho zusammen mit anderen Jugendlichen eine dreiwöchige Reise (Kostenpunkt: 100 Dollar) im "Magic-Bus" von Holland nach Nepal. Natürlich, denn Kathmandu war viele Jahre lang das Traumziel vieler Hippies. In Karla fand er eine gleichgesinnte Begleiterin. Mit einer bunten Schar von Blumenkindern machten sich die beiden im klapprigen Bus auf nach Nepal, wobei die Zwischenstation Istanbul für Coelho auch schon den Endpunkt bedeutete. Warum? Weil er glaubte, hier seine spirituelle Suche anders beginnen zu können. Auch ging es ihm nie um das Ankommen an einem bestimmten Ort, sondern um den Weg, den seine Suche nehmen sollte.
    Jetzt, fast ein halbes Jahrhundert später, dürfen wir erfahren, dass dem Autor im Laufe seines jugendlichen Rebellentums Traumatisches widerfahren ist, das ebenso wie die beabsichtigte Reise in diesem seinem neuesten Roman verarbeitet wird. Die schweren Misshandlungen und die Zeiten in Haft hatten ihm grosse Angst vor der Polizei eingeprägt, selbst als er ins sehr offene, tolerante Holland einreiste. Wir lesen von den Repressalien während seiner Haft, von der Reise mit Karla, nicht zuletzt vom Hippiedasein und dessen geistigen Inhalten.
    Mit seinem leicht bekömmlichen Stil könnte der Autor uns auch schwerere Kost servieren, und wir würden sie mit Begeisterung verschlingen. Mit einer gewissen Unschuld oder auch Naivität betrachtet er alles, was die unmittelbare Zukunft für ihn bringt – es kann ja nur besser werden. Manchmal allerdings scheinen mir die Schilderungen auszuufern, etwa wenn es um die Nebenfiguren geht. Stattdessen möchte man lieber mehr über den jungen Paolo erfahren. Coelho schreibt ganz bewusst nicht in der 1. Person, sondern in der 3., um jeder Person eine eigene Stimme zu geben. Immer wieder werden philosophische Betrachtungen beigemengt, in leicht verdaulichen Häppchen, wenn auch viele davon allzu sehr auf der Hand liegen und bereits in seinen anderen Werken zitiert worden sind. Hier liegt keine rasante, spannende Handlung vor, vielmehr ein geruhsames, spirituell-psychologisches Suchen von jungen Menschen mit viel Zeit.
    Die Hippie-Zeit ist nie ganz untergegangen, sie hat noch immer ihre Anhänger. Gerade sie dürften sich über den vorliegenden Roman besonders freuen.

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    janein
  • 5 Sterne

    73 von 82 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    vöglein, 28.09.2018

    Als Buch bewertet

    In den 70-ern unternimmt der damals junge Paulo zusammen mit Karla und einigen Jugendlichen eine 3-wöchige, schmal budgetierte Reise nach Nepal, genau nach Kathmandu, damals nach Indien das erklärte Reiseziel der Hippies.
    Lebendig und mit viel Tiefe erzählt er von seinen Erlebnissen und seinen Erfahrungen auf dieser Reise.
    Er lässt uns in dritter Person auf seinem Trip teilhaben, was es einfacher macht, sich in die einzelnen Personen einzufühlen.
    Ja, damals, ganz ohne Smartphone und Handy konnte man auch reisen und hat lt. meinen eigenen Erfahrungen sehr viel mehr erlebt als heute.
    Schade, für mich hätte die Reise noch etwas länger dauern können, hat es mich doch an meine eigenen frühen Reisen erinnert. Außerdem kann man sich bei diesem Buch richtig schön in die weite Welt träumen........eine schöne Reise, ganz ohne Kofferpacken.

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    janein
  • 3 Sterne

    7 von 9 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    buchleserin, 06.10.2018

    Als Buch bewertet

    Die Geschichte, die Paulo Coelho hier schreibt, hat sich wirklich so zugetragen, er hat nur einige Namen geändert und erzählt hier in der dritten Person. Es ist eine autobiographische Erzählung seiner Erlebnisse zur Hippie-Zeit, als er sich mit einer jungen Frau, der er in Amsterdam begegnet, zusammen auf die Reise im Magic Bus macht, der von Amsterdam nach Kathmandu fährt.
    Paulo Coelho , schreibt, dass er diese Geschichte selbst erlebt hat, dazu gehören auch Aufenthalte in psychiatrischen Einrichtungen, in die er drei Mal von seinen Eltern eingewiesen wurde und Behandlungen mit Elektroschocks. Das ist schon heftig. Hier erfährt man unerwartete Ereignisse aus seiner Vergangenheit.
    Sein Schreibstil des Autors ist sehr angenehm zu lesen, mir hat „Die Spionin“ von ihm sehr gefallen. Und ich war gespannt auf die Erlebnisse des bekannten Schriftstellers während seiner Tour mit dem Magic Bus auf dem Hippie-Trail. Eine interessante und auch bewegende Story, die von Paulo Coelhos rebellischen Leben während der Hippie-Zeit erzählt und uns an seinen damaligen Erlebnissen teilhaben lässt. Es gibt jedoch auch einige langatmige Kapitel und auch die Tour geht nicht so richtig voran. Auch endet der Verlauf Paulo Coelhos Reise anders als erwartet, das fand ich doch etwas enttäuschend. Insgesamt hatte ich mir etwas mehr von dieser Geschichte erhofft.

    3,5 von 5 Sternen

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    janein
  • 5 Sterne

    3 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    AnnaMagareta, 30.09.2018

    Als Buch bewertet

    Eine außergewöhnliche Reise in die Vergangenheit

    „Hippie“ ist ein großartiger autobiografischer Roman des brasilianischen Bestsellerautoren Paulo Coelho.

    1970 plant Paulo Coelho gemeinsam mit Karla und ein paar anderen Jugendlichen eine dreiwöchige Reise von Amsterdam nach Kathmandu in Nepal, welches das Traumziel vieler Hippies ist. Gemeinsam machen sie sich mit kleinem Budget in dem „Magic Bus“ auf den Weg. Karla ist eine sehr eigenwillige Person, der es am liebsten wäre, wenn sich alle nach ihr richten würden. Auch die übrigen Charaktere, die sich mit auf die Reise begeben haben sind auf höchst unterschiedliche Weise interessant.

    Im Innencover findet man eine Zeichnung der gesamten Reiseroute von Amsterdam bis Nepal. Leider beschließt Paulo seine Reise bereits in Istanbul zu beenden und man erfährt nichts mehr über die weitere Reise des Magic Bus bis Nepal. Geschildert werden die Erlebnisse im Wechsel aus der 3. Person, so dass man mehr Einblicke in die Charaktere bekommt als wenn es ausschließlich aus Coelhos Sicht geschildert wäre.
    Der Reisebericht beinhaltet nicht nur positive Aspekte.

    Sehr lebendig schildert der Autor die Atmosphäre seiner Stationen und seine teils philosophischen Reisegedanken haben mich beim Lesen mehrfach inne halten lassen. Es ist kein Buch, das sich schnell nebenbei lesen lässt, aber eines, das sich lohnt gelesen zu werden, da man neben der Reise auch noch einige interessante geschichtliche Aspekte erfährt und vieles über die Hippie-Bewegung.

    Ich habe diese Reise mit dem „Magic Bus“ genossen und wäre sehr gerne noch ein Stückchen weitergefahren.

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    janein
  • 5 Sterne

    2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Inge H., 08.10.2018

    Als eBook bewertet

    Erinnerung an die Hippiebewegung
    Der bekannte brasilianische Autor Paulo Coelho beschreibt in seinem neuen Roman „Hippie“seine Jugendjahre, als er sich aufmachte die Welt zu entdecken.

    Der junge Paulo kommt aus Brasilien, durch Südamerika nach Amsterdam. Es ist 1970 in der Zeit der Hippies. Er beobachtet wissbegierig die ungewohnten Personen. Hier trifft er Karla, die einen Begleiter für eine Reise nach Nepal sucht. Der Autor lässt uns an den Gedanken und Empfindungen teilnehmen.
    Also fahren sie mit dem Magic Bus nach Katmandu.
    An Bord des Buses lernen sie die verschiedensten Menschen kennen. Sie fahren über Österreich, Jugoslawien und die Türkei, hier wurde ein Halt zur Erholung eingelegt. Unterwegs werden die Hippies nicht immer gern gesehen. Man erfährt von den Schicksalen der Mitfahrenden kennen. Die Politischen Unruhen und die Lage verschiedener Länder beeinflussen die Reise.

    Der Autor lässt uns an der Zeit seines Lebens teilnehmen. Sein Stil ist wie gewohnt imposant.
    Eine lesenswerte Geschichte.

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    janein
  • 4 Sterne

    3 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Leseratte, 12.10.2018

    Als Buch bewertet

    Ein buntes, farbenfrohes Cover, dass lädt nicht nur zum zugreifen ein, sondern das fällt auch auf.
    Man erwartet einen Roman und stellt dann aber fest, es handelt sich um einen Abschnitt aus dem Leben von Paulo Coelho, also eine Biografie.
    Wir Leser dürfen teilhaben an der Hippiephase des Autors. Außerdem lernen wir gleichzeitig noch verschiedene Religionen und die Sicht darauf kennen.
    Ich fand es sehr interessant, mit dem Bus von Deutschland aus in den Nepal zu reisen. Die verschiedenen Charaktere der Mitreisen und auch die Gedanken von Paulo, in seinen leichten bekannten Schreibstil präsentiert, machen das Buch wirklich lesenswert. Zwischendurch muss man sich wirklich daran erinnern, dass es kein Roman ist.
    Fazit, lesenswert.

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    janein
  • 5 Sterne

    Marlene S., 20.12.2018

    Als Buch bewertet

    In dem vorliegenden Buch „Hippie“, bestätigt der Autor Paulo Coelho einmal mehr, dass er zu den ganz großen Schriftstellern der Moderne gehört. In kurzen Kapiteln, mit noch kürzeren Sätzen, bringt er ein längst vergessenes Lebensgefühl wieder zum Erwachen – die Hippie Bewegung. Meist wird es von Kindern reicher Leute initiiert (S. 212).

    Der Einband zeigt dem Betrachter schon auf den ersten Blick, in welcher Zeit dieser Roman spielt. Es war die Epoche der Hippies mit Flower Power und all den poppigen Farbe. Auf nicht ganz 300 Seiten entführt Paulo Coellho den Leser in diesem „Magic Bus“, der in der Realität doch so unscheinbar aussieht und erweckt wieder das ganze Lebensgefühl der damaligen Bewegung. Von den Alten wegen der wallenden Haare und den mitunter recht wilden Bärten beargwöhnt, machten sich junge Leute auf, sich selbst zu finden oder auch zu verwirklichen, ohne eine genaue Vorstellung davon zu haben, was am Ende dabei herauskommen wird.

    Der biographische Roman ist nicht in der Ich-Form verfasst, sondern in der 3. Person, als schreibe der Autor über einen Anderen. Das klingt mitunter etwas befremdlich, als hätte diese ganze Aufbruchsstimmung nichts mehr mit ihm zu tun. Dabei war es seine Jugend, Teil seiner Entwicklung, der erfolgreiche Schriftsteller zu werden, der er heute ist.

    Das wichtigste Buch dieser Epoche hieß, „Europe On Five Dollars a Day“, geschrieben von Arthur Frommer. Daneben war noch „die unsichtbare Zeitung entstanden, weil die jungen Leute sich bei diesen Konzerten darüber austauschten, wo sie sich als Nächstes treffen und wie sie die Welt entdecken könnten – ohne in einen Touristenbus steigen zu müssen…“(S.12)

    „Eine Legende wird zur Wahrheit, wenn sie nur oft genug wiederholt wird“ (S. 21)

    Peru mit La Paz auf einer Höhe von 3.640 Meter, Machu Picchu, von dort nach Bolivien, verlief die Reiseroute der Hippies. Doch Paolo reist mit seiner älteren Freundin nach Brasilien und sie werden entführt. Die Beschreibung dieser Entführung hat es in sich. Doch am Ende kommen sie wieder frei – und gehen getrennte Wege. Paulo führt es auf Umwegen nach Amsterdam und läuft am Dam Karla über den Weg. Karla und ihre wechselnden Männer werden auf S. 196 folgendermaßen beschrieben: „…Sie wäre gern eine Blume gewesen, die, von der Liebe in eine Vase gestellt, in deren immer frische Wasser sie, wie eben gepflückt, auf denjenigen wartete, der den Mut – genau, das Wort: MUT – hatte, sie sich zu nehmen. Aber es kam nie jemand – besser gesagt, die Männer kamen und gingen gleich wieder, ganz verschreckt, weil sie nicht eine Blume in einer Vase vorfanden, sondern eine Naturgewalt, ein Unwetter mit Blitzen, Sturm und Donner“. Welch eine geniale Beschreibung dieser Frau.

    Für einen großen Teil der Hippies ist es „IN“ Drogen zu konsumieren, wie andere Menschen Schokolade. Vieles wurde ausprobiert und als Leser bekommt man einen Überblick, was damals alles so auf dem Markt war. Nur vor „The house oft the rising Sun“ warnt Karla ihn, als Paulo unbedingt diesen Drogenplatz kennenlernen will. Vielleicht sind die Abhängigen dort zu abschreckend, jedenfalls verlässt er diesen Platz ohne etwas probiert zu haben. Die Verlockungen haben einen bitteren Beigeschmack. Auch als großes Geld zum Greifen nahe ist, siegt sein gesunder Menschenverstand.

    „Magic Bus“ klingt sensationeller als es ist. Dabei handelt es sich um einen alten, klapprigen, ausrangierten Schulbus, mit dem man für wenig Geld bis Kathmandu reisen kann. Im Magic Bus geht es mit einer bunt zusammengewürfelten Gruppe auf große Reise. Jeder dieser Aussteiger, mit denen Karla und Paulo die nächsten Tage auf engstem Raum zusammen verbringen, hat seine eigene Geschichte, die wir nach und nach erfahren. Für jeden von ihnen gibt es einen triftigen Grund aus seinem Leben auszusteigen, andere Erfahrungen zu machen, das Leben in seiner – konträren - Fülle kennen zu lernen. Der Leser bekommt viel kluge und weniger kluge Lebenserfahrung präsentiert.

    Ich glaube es ist ein Markenzeichen des Autors, Weisheiten in kurzen Sätzen zu verpacken. „Wir können nicht wählen, was mit uns geschieht, aber wir können wählen, wie wir damit umgehen“, (S.57) ist eine seiner Aussagen der man sofort zustimmt und über die man stundenlang nachdenken kann.

    Ich fand das Buch großartig, obwohl es sich von den üblichen Romanen die man von Paulo Coelho kennt, doch stark unterscheidet. Aber vielleicht macht gerade dies den Reiz aus, der von diesem Buch ausgeht.

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    janein
  • 5 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Connie Ruoff, 21.11.2018

    Als Buch bewertet

    Der Autor zitiert, wie schon oft zu Beginn seiner Bücher, aus dem Lukasevangelium. Hier Vers 20-21 aus dem achten Kapitel und einen Aphorismus von Rabindranath Tagore.
    Mit diesen Worten und einer amüsanten Illustration der Reiseroute von Amsterdam bis Kathmandu bereitet Paulo Coelho den Leser auf die Lektüre seines neuen zum Teil autobiographischen Romanes „Hippie“ vor.
    Der Autor lässt die Zeit ab September 1970 wiederauferstehen und nimmt den Leser mit auf den Weg zur Freiheit und der Suche nach Erkenntnis.
    Paulo Coelho, der die Narben der Militärjunta auf der Seele trägt, ist auf dem Weg zu „Sex & Drugs & Rock’n’Roll“. In Amsterdam trifft er auf Karla. Sie erkennen in einander „das Suchende“ und machen sich Zusammen mit dem Magic Bus auf den Weg nach Kathmandu, um psychedelische Erkenntnisse zu sammeln, auch mit Drogen wie LSD.
    Der schwarze September in Jordanien stoppt den Magic Bus in der Türkei.
    Karla erkennt in Paulo ihre große Liebe. Paulo erwidert diese Gefühle nicht. Für Paulo ist die Reise in Istanbul zu Ende. Der Magic Bus fährt ohne Paulo, aber mit Karla weiter nach Kathmandu.
    Paulo bleibt, um seine spirituelle Reise fortzusetzens bei den Sufis.
    Zum einen hat das Buch große autobiographische Züge, zum anderen zeigt es ein buntes Bild der Hippie Kultur, und lässt dadurch die Erinnerungen und Narben der Militärdiktatur noch scheußlicher erscheinen.
    5/5 Punkten

    SPRACHLICHE GESTALTUNG
    Vielleicht erzählt der Autor in der dritten Person, um es für sich selbst aus einem objektiveren Sichtpunkt zu sehen und zu verarbeiten. Ich musste mich beim Lesen immer wieder selbst daran erinnern, dass es sich bei dem Protagonisten Paulo gleichzeitig um den Autor Paul Coelho handelt. Der Autor selbst dokumentiert Paulo mehr, als er es erzählt.
    Zeigt das auch, dass er sich von Paulo aus den sechziger Jahren distanziert? Auch Ich kam dem Protagonisten Paulo nicht wirklich nah.
    4/5 Punkten
    COVER UND ÄUSSERE ERSCHEINUNG
    Das Covermotiv ist von Alceu Lunes. Die Karte auf der vorderen und hinteren Innenseite ist von Christina Oiticica.
    5/5 Punkten

    FAZIT
    ch mag Paul Coelho und seine spirituellen Bücher. Manche, wie der Alchimist oder Untreue haben sich mehr bei mir eingeprägt als andere. Seine Bücher lassen einen oft ratlos in das eigene Antlitz blicken und manchmal erkennt man erst später den Sinn darin.
    Das Buch zeigt Paulo Coelho als Suchenden. Er zitiert immer wieder aus dem Lukas Evangelium.
    @Diogenes Verlag
    Vielen Dank für das schöne Rezensionsexemplar!
    Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkten.

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    janein
  • 5 Sterne

    2 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Marcel R., 22.10.2018

    Als Buch bewertet

    Als seine Frau Beth vollkommen überraschend stirbt, steht Harry Crane vor dem Nichts. In den tiefen Wäldern von Pennsylvania will er für immer verschwinden – bis er auf die zehnjährige Oriana trifft. Auch sie hat jemanden verloren: ihren Vater. Doch Oriana ist fest davon überzeugt, dass er nicht tot, sondern nur verwandelt ist, und sie den Zauber mit Harrys Hilfe brechen kann. Gemeinsam machen die beiden das Märchen des Mädchens in den amerikanischen Wäldern wahr.
    Jon Cohens Roman Die wundersame Mission des Harry Crane ist eine Hommage an das Geschichtenerzählen und die Macht der Märchen – zartbitter, witzig und rührend schön.
    Ein modernes Märchen, das sprüht vor Fantasie, Fabulierlust und ungebrochener Lebensfreude. (Kurzbeschreibung vom Buchrücken)

    Was für eine tolle Geschichte. Der Text ist sehr einfach und flüssig geschrieben, aber auch mit viel Emotion. Die Personen sind sehr bildhaft beschrieben. Harry wurde aus dem Leben gerissen und Harry trauert und ist sehr verzweifelt. Er flieht in nach der Beerdigung in die Wälder von Pennsylvania. Da die Bäume das zweitwichtigste für ihn nach seiner verstorbenen Frau sind. Dort trifft er die junge Oriana und ihre Mutter Amanda. Beide habe ein ähnliches Schicksal hinter sich, der Vater und Mann ist vor einem Jahr gestorben. Sie verstehen sich von Anhieb sehr gut, da sie ja alle eine wichtige Person verloren haben. Oriana flüchtet in eine andere Welt von Märchen und glaubt das ihr Vater überall im Wald hinter dem Haus ist. Werden sie mit Magie ihren Verlust verarbeiten und werden sie wieder zurück ins Leben finden?

    Auch wenn der Anfang gut zu lesen ist, sind vielen Gefühlen mit ihm Spiel und man trauert mit Harry um seine verstorbene Frau. Der Tot kam einfach zu überraschend, durch einen Unfall. Aber auch Orianas Schicksal läst mich nicht kalt. Der Autor beschreibt toll, wie sie den Verlust der geliebten Person verarbeiten. Aber auch der Teil mit den Märchen hat mir sehr gut gefallen. So das ich immer neugierig war, wie die Story weiter geht und das Buch nur selten aus der Hand legen konnte.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es nur sehr empfehlen. Nur wolle der Leser offen für Märchen und Fantasy Bücher sein. Bitte aufpassen, dass Buch berührt den Leser durch seine tragischen Szenen sehr.

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    janein
  • 5 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    buchstabensuechtig, 21.11.2018

    Als Buch bewertet

    Unbekannte Einblicke

    Ein noch unentdecktes Kapitel in Coelhos Leben. Seine Hippiezeit.
    Erschütternd erleben wir mit, wie Paulo Coelho und seine jugoslawische Freundin in Brasilien gefoltert werden. Sie stammt aus einem kommunistischen Staat, das genügte offenbar 1968 schon, um tagelang festgesetzt und mit Waterboarding und Elektroschocks gequält zu werden. Und auch wenn diese Behandlungen keine physischen Schäden hinterlassen haben, spüren wir doch die Angst Coelhos, wenn auf seiner späteren Reise ein Polizeischild zu sehen ist.
    Nur ein Jahr nach diesen unangenehmen Erfahrungen bereist Paulo Europa, um den Amsterdamer Dam und den Picadilly-Circus in London, beides Hippie-Treffpunkte, zu erleben. In Amsterdam trifft er auf Karla, die glaubt, unbedingt die „Magic Bus Tour“ nach Kathmandu unternehmen zu müssen, bevor ihr Leben langweilig wird. Karla ist hübsch, sehr überzeugend und lebenslustig und bringt Paulo Coelho dazu, sie auf dieser Reise zu begleiten.
    Unterwegs erleben sie einige Überraschungen, wie so häufig bei Coelho scheint der Weg das Ziel zu sein, und beständig lernen die Protagonisten vor allem sich selbst und ihre Gefühle kennen, bis Paulo Coelho, der schon seit Jahren von Derwischen fasziniert war, in Istanbul den Bus verlässt, um die Religion der Sufi zu studieren, und die Reise so für den Leser überraschend endet. Doch wie bei Coelho üblich schlägt man das Buch nicht zu, ohne nicht zuvor einige der magischen Sätze zu memorieren und sich, nachdem man diese Sätze einige Male gelesen hat, leichter zu fühlen, und irgendwie lebendiger.
    „Ihm war endlich klargeworden, dass wir letztlich allem, was uns widerfährt, ohne Angst begegnen müssen, weil alles zum Leben gehört. Wir können nicht wählen, was mit uns geschieht, aber wir können wählen, wie wir damit umgehen.“
    „Denn ein Leben ohne Liebe lohnt sich nicht. Was ist ein Leben ohne Liebe? Es ist wie ein Baum, der keine Früchte trägt. Es ist wie schlafen, ohne zu träumen.“

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    janein
  • 5 Sterne

    Mundolibris, 12.01.2019

    Als Buch bewertet

    Hippie ist ein wunderschönes Lesebuch für Erwachsene oder auch für heranwachsende.
    Paulo Coelho hat mich mehr oder minder in meine Kindheit zurückgeführt, in der einer meiner Onkels das Leben als Hippie gelebt hat, inkl. dem Versuch sich in Holland auf den Hippie-Trail zu begeben.
    Es ist kein Buch welches man schnell weg lesen sollte. Es ist vielmehr ein Buch welches man genießen sollte.
    Es war für mich im speziellen, ein Buch, welches mir nach einer längeren Erkrankung während der ich kaum den Nerv zum Lesen hatte, mir die Freude am Lesen zurückgegeben hatte.
    Es ist ein farbenfroher Roman, der dem Leser die Leichtigkeit der Hippiebewegung nahebringt.
    Ein Roman voller Menschen die den Traum von Freiheit leben, Sex, Drugs and rock ´n roll so ihr Motto.
    Sehr schön erzählt von Paulo Coelho, der darin einen Teil seiner Lebensgeschichte verarbeitet.
    Ich habe das Buch genossen, das heißt, ich habe nur wenige Seiten am Tag gelesen.
    Wie man es vom Autor kennt sind die Schauplätze und die Figuren sehr schön beschrieben. Doch dieses Mal ist es etwas anders, denn diese Figuren und Schauplätze hat Coelho selbst bereist, die Menschen kennen gelernt, die Atmosphäre erlebt.
    Apropos Atmosphäre, diese haben scheinbar alle dieser Zeit ähnlich erlebt. Man könnte fast dieses Buch und die Erzählungen meines Onkels übereinanderlegen und nur wenig würden sie sich von diesem Roman unterscheiden. Es ist Paulo Coelho sehr gut gelungen diese Atmosphäre so einzufangen wie sie damals tatsächlich gewesen sein muss.
    Alles in allem ist Paulo Coelho hier ein Buch gelungen welches den Leser in die Flower Power Zeit entführt und damit aller bestens unterhält.
    Insgesamt hat das Buch volle 5 von 5 Sternen verdient, sowie eine Leseempfehlung!

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    janein
  • 5 Sterne

    2 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    buchverrückt, 08.10.2018

    Als Buch bewertet

    Mit „Hippie“ ist Paulo Coelho mal wieder ein hervorragender Roman gelungen.
    Das Cover sticht ins Auge und gefällt deshalb schon, weil es für Diogenes-Verhältnisse extrem bunt gestaltet ist, eine Farbexplosion sondergleichen. Den Umschlag ziert ein tolles Foto von Coelho zu seiner Hippiezeit. Man ist gespannt wie viele eigene Erlebnisse in diesem Buch stecken und man wird wahrlich nicht enttäuscht.
    Der Leser taucht sofort ein in die fremde, faszinierende Hippiezeit. Coelho schafft es wie immer den Leser bereits nach ein paar Seiten mitzureißen und auf einen spannenden Roadtrip mitzunehmen. Trotz all der Leichtigkeit und Gelassenheit beschreibt er auch, wie wagemutig und gefährlich diese Reise ist. Erinnerungen aus alten Zeiten und Erlebnissen wechseln sich mit Geschehnissen der aktuellen Reise im Magic Bus ab. Paulo und Karla lernt man erst einzeln kennen, um sie dann auf diese turbulente, erfahrungsreiche Reise zu begleiten. Coelhos Erzählstil ist fesselnd und einzigartig. Kein Buch nimmt einen so gefangen, wie seine Werke.
    Egal wie bodenständig und spießig man ist, bei diesen Schilderungen bekommt man Lust in den Magic Bus zu steigen. Physisch muss man dies aber nicht machen, da Coelho ein grandioser Geschichtenerzähler ist. Obwohl man nicht dabei war, hat man nach der Lektüre das Gefühl man selbst hat auch etwas an Lebenserfahrung gewonnen.
    Paulo Coelhos Bücher schließt man immer mit dem Gefühl, etwas gelernt zu haben und selbst eine kleine Reise unternommen zu haben.

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    janein
  • 5 Sterne

    2 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    J. M., 05.11.2018

    Als Buch bewertet

    Das Cover
    Was gleich als Erstes ins Auge sticht sind die Farben. Das Cover ist einfach bunt aber auch sehr passend zum Thema. Somit sehr gelungen. Man kann sich auch schon denken, dass ich bei dem Buch um ein anderes Werk von P.Coehlo handelt wie man es sonst kennt.

    Der Inhalt
    Es handelt sich um eine Selbstbiographie von Paulo Coelho. Es ist die Zeit wo Hippie regieren die Welt und bunte Blumen und Freiheit immer ein Motto ist. Im Jahr 1970 reist der Autor nach Amsterdam und dort sein Hippie Leben zu beginnen und sich eine Hippie Community anzuschließen.
    Dort angekommen läuft im Karla über dem Weg, die eigentlich eine Reise nach Nepal antreten will.
    Karla wollte eigentlich jemanden finden der sie auf der lange Bus reise begleiten könnte und Paulo war derjenige dem Sie auf die Reise mitnehmen wollte. Da heben sich so zu sagen zwei gefunden.
    Der Autor nimmt uns Leser auf eine sehr interessante Reise durch 70 Jahre, Hippiezeit und Kinderblumen. Vor allem für diejenigen die die Zeiten nur aus Erzählungen kennen ist das eine interessante Reise. Für mich war das Neuland aber sehr gut und interessant erzählt. Mich hat die Geschichte sehr mitgerissen und fasziniert. Der Schreibstill von Coehlo mag ich sehr gerne und bei dem Buch hat der Autor wieder bewiesen, dass er die Leser begeistern kann.
    Das Buch war mich wie ein Geschichte Unterricht sehr spannend, oft erschreckend vor allem aber sehr informativ und interessant.

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  • 5 Sterne

    whiterose1, 23.01.2019

    Als Buch bewertet

    Eine Hippie-Reise

    Hippie von Paulo Coelho
    Ein Roman mit 295 Seiten
    Das Cover hat mir gut gefallen. Es ist bunt und auffallend lustig, so wie die damaligen Hippies sich auch präsentierten :)

    Karla, unzufrieden mit ihrem Leben aus Amsterdam trifft auf Paulo, der sich noch finden will, Beide wollen auf Reisen gehen.
    Sie schließen sich einer Gruppe an, eine bunte Schar von Blumenkindern. Es geht von Amsterdam nach Nepal.
    Da der Autor selbst die Reise miterlebt hat, beschreibt er die einzelnen Charaktere sehr authentisch und lebendig, auch die menschlichen Probleme.
    Wonach suchten in den siebziger Jahren die jungen Menschen?
    Das Buch eröffnet dem Leser die Gedankenwelt, was Hippies damals dachten und wollten und mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen hatten. Sie liebten u.a. eine eigene Friedensmusik.
    Von der konservativen Gesellschaft wurde dieses "freie" Leben teilweise mißachtet...

    Fazit:
    Der Autor hat einen flüssigen und faszinierenden Schreibstil.
    Die Reisebeschreibung der Gruppe mit dem Ziel Nepal läßt den Leser Land und Leute kennenlernen, es kommt auch viel Abendteuerliches herüber.
    Außerdem konnten die jungen Leute ihre Meinungen untereinander austauschen und über ihre Interessen und Ziele nachdenken.

    Für alle Jugendlichen, die versuchen noch ihren Weg zu finden, dient u.a. dieser interessante (Lebens)roman zur Anregung und ist auch zum Nachdenken gut geeignet.

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  • 5 Sterne

    2 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Odenwaldwurm, 30.10.2018

    Als Buch bewertet

    Als der rebellische junge Paulo aus Brasilien und die Holländerin Karla sich in Amsterdam begegnen, trifft sie die Liebe wie ein Blitz. Sie beschließen, gemeinsam aufzubrechen und als Reisende auf dem Hippie-Trail Erfahrungen zu sammeln, nach eigenen Werten zu suchen und danach zu leben. Mit an Bord sind ihre Freunde Rahul, Ryan und Mirthe sowie die Musik, die damals die Welt aus den Angeln hob. Eine inspirierende Reise von Amsterdam nach Kathmandu, an Bord des ›Magic Bus‹. Geschrieben von Paulo Coelho, der uns an einem unbekannten, frühen Kapitel seines Lebens teilhaben lässt. (Klappcovertext vom Buch)

    Ich bin gut in die Geschichte gekommen, in dem Paulo aus seiner Jugend erzählt. Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen. Die Charaktere sind alle gut dargestellt, so dass man meint Paulo gut zu kennen. Der in der Hippiezeit eine Reise durch Europa macht und dabei in Amsterdam Karla kennen lernt. Beide beschließen nach Kathmandu mit dem Magic Bus zu reisen. Mit ihnen erleben wir eine interessante Reise und werden dabei toll in die Hippiezeit versetzt. Mit Drogen, Spiritualität, freiem Denken und natürlich auch freie Liebe. Toll fand ich das ich endlich mehr über diese Zeit erfahren habe und wie die Leute so gedacht haben. Gerne habe ich die Reise mit Paulo gemacht.

    Deshalb kann ich das Buch auch sehr empfehlen. Ich habe tolle unterhaltsame Stunden mit dem Buch.

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    janein
  • 4 Sterne

    2 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Jenny V., 06.10.2018

    Als Buch bewertet

    „Ihm war endlich klargeworden, dass wir letztlich allem, was uns widerfährt, ohne Angst begegnen müssen, weil alles zum Leben gehört.“


    Inhalt


    Paulo Coelho nimmt uns mit im Magic-Bus nach Nepal, uns und seine Gefährtin Karla, die regelrecht auf ihn gewartet hat, um gemeinsam mit ihm eine Reise zu unternehmen, die beiden Bereicherung und Sinnhaftigkeit im Leben geben soll. Der Start der Route in Amsterdam ist ganz einfach, es finden sich mehrere Interessenten, die sich kaum kennen und starten für nur wenig Geld und wenig Komfort, um mit zwei Reiseleitern zu einer unkonventionellen Fahrt aufzubrechen.

    Längst sind es nicht nur „Hippies“, die im Bus sitzen, sondern auch Menschen, die sich bewusst aus ihrem gutbürgerlichen Leben ausgeklinkt haben, um ihre Wurzeln zu finden. Natürlich schwingt das Lebensgefühl der Generation mit, so dass die Thematik freie Liebe, Konsum von Drogen und eine Antihaltung gegenüber Dogmen jeder Art zur Sprache kommt, doch ist das längst nicht alles. Coelho entwirft vielmehr einen autobiografischen Roman, der sich darauf konzentriert, den Sinn des Lebens, die Wirkung der Spiritualität und auch die verschiedenen Wege aufzuzeigen, die ein Mensch gehen kann – allein für sich selbst oder gemeinsam in einer Gruppe.

    Und während Karla am liebsten für immer in Nepal bleiben möchte, fühlt sich der junge Paulo von den Sufis in Istanbul inspiriert. Und weil alle frei sind, entscheidet jeder für sich, wo die Endstation des Magic Busses liegt …


    Meinung


    Der brasilianische Autor Paulo Coelho zählt zu meinen Lieblingsautoren, weil seine Romane immer Tiefgang haben und die Philosophie des Lebens nutzen, um das Menschsein zu definieren. Seine Texte basieren auf Glaubensgrundsätzen, sie entwerfen ein umfassendes Bild über das Schöne und Erstrebenswerte im Dasein und sparen die Prüfungen, die Steine auf dem Weg nicht aus, vielmehr gleichen die Texte selbst einer Reise durch die Vielfalt des Lebens. Und weil mir dieser Ansatzpunkt so ausgesprochen gut gefällt, finde ich zu jedem seiner Bücher Zugang und teile eine gewisse Warmherzigkeit mit seinen Geschichten.

    Zunächst war ich mir unsicher, ob ein autobiografisches Buch, meine Erwartungshaltung erfüllen kann, doch die Zweifel lösen sich schnell auf, was wohl auch darin liegt, dass der Autor von sich in der dritten Person Singular spricht. Dadurch entsteht Distanz, der junge Mann im Buch könnte auch Roberto, Vladimir oder Pascal heißen, sein Leben ein ganz anderes sein und dennoch im Rahmen dieser Erzählung greifen.

    Also Vorsicht, wer hier mehr über Paulo selbst erfahren möchte! Bis auf eine eher kleine Passage einer Verhaftung und der daraus resultierenden Angst bezüglich Polizeigewalt, findet man nur wenig Spezielles und außerdem ist es sehr unwichtig, was im Einzelnen geschieht. Die Dominanz des Textes beruht auf der Entwicklung eines Menschen und seiner Suche nach einem übergeordneten System, einem Glauben, einer Ethik, einer alles durchdringenden Empfindung bezüglich der Liebe. Der Magic Bus ist scheinbar nur ein willkürliches Instrument und die Menschen darin eine mögliche Melodie.


    Fazit


    Ich vergebe gute 4 Lesesterne, denn ich mag es, wie der Autor Begriffe aus Religion, Philosophie und spirituellen Handlungen aufgreift und sie zu einer unterhaltsamen Geschichte verknüpft.

    Empfehlen möchte ich das Buch aber in erster Linie denjenigen, die seine Texte kennen und mögen, denn es ist nicht sein „bestes“ Buch. Die Botschaft dahinter ist eher versteckt, der Mehrwert liegt nicht unmittelbar auf der Hand, eine Autobiografie der klassischen Art ist es ebenso wenig wie eine rein fiktive Erzählung.

    Eigentlich wirkt es wie ein bunter Mix aus Erfahrungen, Enttäuschungen, Hoffnungen und Erkenntnissen – das Leben wird hier auf der positiven Seite betont, ohne dass der Optimismus das tragende Element wäre. Erlebt, Begriffen, Entschieden – jeder so wie er mag.

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    janein
  • 4 Sterne

    2 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    sommerlese, 06.10.2018

    Als Buch bewertet

    "Nur ein gelebter Traum hat die Kraft, die Grenzen dieser Welt zu überwinden."

    In diesem Buch blickt Paulo Coelho zurück auf seine Jugend, er zeigt Einblicke in seine erlebte Flower-Power-Zeit. Musik, lange Haare und bunte Kleidung zeigten die neu entdeckte Lebenslust, Drogen, Friedensbewegung und freie Liebe gehörten zum bestimmenden Zeitgeist der Hippiebewegung.


    Paulo erinnert sich in diesem Buch an seine Reise in den siebziger Jahren in Europa, die offen und anschaulich seine persönliche Sinnsuche nach dem wahren Grund seines Daseins widerspiegelt. Es geht um seine Liebe zu Karla und seine abenteuerlich klingende Reise mit dem Magic Bus. Die Hippie-Zeit führte ihn auf die Suche nach dem Sinn des Lebens und er versuchte, selbst erlebte Gewalt zu verarbeiten und sich gedanklich über das Erlebte hinaus zu finden.

    Der Roman beginnt am Dam in Amsterdam. Von hier starten junge Menschen auf ihrem Weg auf den Hippie-Trail. Das Buch liest sich abwechslungsreich, voll bildhafter Darstellungen, besonders in der Türkei, und man kann sich die Zeit gut vorstellen. Die Reisegefährten im Bus lernt man nach und nach kennen, das Ziel Kathmandu steht in weiter Ferne, Paulo erreicht es nie.

    Es ist die Zeit, als freie Liebe, Friedensbewegung und gesellschaftliche Auflehnung die jungen Menschen zu einem Überdenken ihres auf einen besonderen Weg brachte. Viele suchten in Esoterik, Spiritualität und anderen Denkstrukturen neue Wege.


    Paulo Coelho schreibt brillant, sein Stil ist sein Markenzeichen. Stets bringt er Botschaften in seine Texte ein, die man mehrfach lesen möchte. In diesem Buch geht es viel um die Liebe.


    "Wer aus Liebe handelt, der wird auf allen seinen Wegen einen unsichtbaren, wohlwollenden Schutz genießen und in schwierigen Augeblicken Ruhe bewahren können. Wer wirklich liebt, wird alles geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten,..." Zitat Seite 264

    Es sind genau diese Stellen, weshalb ich das Buch gern gelesen habe. Sicherlich hat diese Reise den jungen Paulo zu einer anderen Sichtweise, einer von gesellschaftlichen Normen losgelösten Lebenseinstellung bewegt. Als Schriftsteller wird ihn diese Zeit maßgeblich geprägt haben.


    Sie hat eine Erweiterung seines Daseins bewirkt, er erlebte die Welt der Derwische, tauchte ab in spirituelle Welten, was anderen Zeitgenossen nur durch die Einnahme bewußtseinserweiternder Drogen gelang und erlebte eine Zeit voller Freundschaft, Freiheit und Liebe.

    Eigentlich ist "Hippie" eine Liebesgeschichte von Paulo und Karla. Langsam entwickelt sich ihre Beziehung, doch sie ist nicht von Bestand. Vielleicht zeigt das den Zeitgeist der Hippies, Freiheit über alles zu stellen, selbst über Beziehungen.


    Fast nebenher schildert Coelho aktuelle politische Ereignisse, gibt philosophische Denkanstösse zum Besten, doch das hat mich bei diesem Buch nicht so beeindruckt. Vielmehr sind es die persönlichen Erfahrungen, die Aufenthalte in psychiatrischen Einrichtungen, die mich interessieren.


    Von den Mitreisenden erfährt man Lebenseinblicke, die sie offen und ohne Scheu zeigen. Doch weder mit ihnen noch mit Karla hat mich etwas verbunden. Ich blieb ihnen fern, war nicht Teil der Bustruppe. Ich hätte gern noch von Paulos weiterer Reise erfahren, wie ist es ihm danach ergangen?


    Dieser gelebte Hippie-Traum Coelhos führt uns mit persönlichen Eindrücken des Autors in diese besondere Zeit. Er wurde geprägt von diesem Freiheitsgedanken und wurde so zu dem, der er heute ist.

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    janein
  • 4 Sterne

    2 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    leseratte61, 25.10.2018

    Als Buch bewertet

    Flower- Power mal anders beschrieben

    Klappentext:

    Als der rebellische junge Paulo aus Brasilien und die Holländerin Karla sich in Amsterdam begegnen, trifft sie die Liebe wie ein Blitz. Sie beschließen, gemeinsam aufzubrechen und als Reisende auf dem Hippie-Trail Erfahrungen zu sammeln, nach eigenen Werten zu suchen und danach zu leben. Mit an Bord sind ihre Freunde Rahul, Ryan und Mirthe sowie die Musik, die damals die Welt aus den Angeln hob. Die jungen Menschen suchen nach neuen Werten für ihr Leben – egal, was andere sagen.

    Denn nur ein gelebter Traum hat die Kraft, alle Grenzen zu überwinden.

    Eine inspirierende Reise von Amsterdam nach Kathmandu, an Bord des ›Magic Bus‹. Geschrieben von Paulo Coelho, der uns an einem unbekannten, frühen Kapitel seines Lebens teilhaben lässt.

    Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht, damit ihr das Buch selber lesen könnt.

    Fazit:

    Zuerst wurde ich von dem Cover angezogen, da es so auffällig gestaltet ist und gut in die damalige Zeit passt. Ich begab mich dann ohne Vorurteil auf diese Reise, um mehr über die „Hippies“ zu erfahren. Es gibt viele Vorurteile über diese Zeit der Hippies und deren Anhänger. Diese Menschen waren auf der Suche nach sich selbst und auf der Suche nach neuen Werten, Hippie zu sein war für sie das Aufbegehren gegen die verkrusteten Normen der Erwachsenen. Auch viele Tabu-Themen wurden aufgedeckt und neu vorgelebt, so zum Beispiel die freie Sexualität. Die Anhänger der Hippie-Bewegung wollten sich bewusst von den anderen unterscheiden und ihr eigenes Leben nach ihren Vorstellungen leben.

    Auf dieser Basis begegnen sich Paulo und Karla. Beide haben einen Rucksack mit schweren Erinnerungen bei sich, der sich auf der Reise nach und nach öffnet, um ihr bisheriges Leben unter die Lupe zu nehmen und die Ziele für das zukünftige Leben besser benennen zu können. Das langsame Entwickeln der Protagonisten in diesem schönen Schreibstil hat mich tief beeindruckt und ich konnte immer besser verstehen, dass sie auf der Suche nach sich selbst sind. Das Ende der Geschichte kam für mich allerdings sehr überraschend und ich musste erst mal nachdenken, ob ich auch so gehandelt hätte.

    Das Buch erzählt nicht nur von den schönen Seiten des Flower- Power, sondern auch von den Problemen der damaligen Zeit. So werden Vorurteile der verständnislosen Zeitgenossen benannt und die Folgen beschrieben. Auch die politische Situation wird immer wieder erläutert und erklärt, warum und wogegen sich die jungen Menschen auflehnten. Der Drogenkonsum und seine Folgen waren ein wichtiges Thema dieses Buches und wird nicht verherrlicht, sondern kritisch beleuchtet.

    Sämtliche Protagonisten, auch in Nebenrollen wurden auch in zarten Nuancen beschrieben, so dass ich ihre Denkweise und Handlungen immer gut verstehen und nachvollziehen konnte. Es gab einige Momente, in denen ich dachte, ich wäre mit dabei. Dem Autor ist es gelungen, mich in diese bunte und aufregende Zeit zu versetzen und sie aus einem anderen Blickwinkel noch besser zu verstehen.

    Mich hat dieses Buch nachdenklich zurückgelassen, da mir wieder bewusst wurde, wie schnell Menschen auf die richtigen Verführer hereinfallen können – siehe Hare Krishna.

    Ich danke dafür, dass ich dieses Buch lesen und Teil der Reisegesellschaft sein durfte. Von mir eine klare Leseempfehlung.

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    janein
  • 5 Sterne

    2 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Nevena B., 09.11.2018

    Als Buch bewertet

    Das Buchcover hat mich sofort überzeugt, so bunt wie es gestaltet ist. Ich habe davor noch nie etwas von Paulo Coelho gelesen, dieses Buch hat mich aber vollends von den Schreibkünsten des Autors überzeugt.

    Der Roman handelt von einem wahren Abenteuer, das Coelho selber während der Hippie-Zeit erlebt hat. Doch nicht nur viel Spannung, auch Romantik ist in dieser Lektüre garantiert. Alle Geschehnisse werden so wiedergegeben, wie sie sich auch tatsächlich zugetragen haben. Dabei gibt es immer wieder wertvolle Lebensweisheiten aus den verschiedensten Kulturen.

    Der Schreibstil ist wirklich einzigartig! Sobald man das Buch aufschlägt, taucht man in eine ganz andere Welt ein, aus der man nicht so einfach wieder herauskommt. Der Autor vermag es, die einfachsten Dinge so zu beschreiben, dass sie in ganz neuem Glanz erstrahlen und man unsere wundervolle Welt mit ganz anderen Augen sieht! Unbedingt lesen!

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    janein
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