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Emma Hahnenfuß

die Stadt der Schatten.DE
 
 
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»Stell dir vor, wir könnten das Leben beherrschen! Dann wäre das der Tod!«Die alleinerziehende Emma, die gerade noch Kinderunterwäsche im Sonderangebot kaufen wollte und darüber nachgedacht hat, wie sie die Müllrechnung bezahlen soll, wird mit einem Schuss...
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Kommentar zu "Emma Hahnenfuß"
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    Susi A., 01.01.2023

    Ich liebe es, immer wieder neue Welten zu entdecken und ich glaube wirklich, dass es sehr viel gibt, was ich noch nicht entdeckt habe.
    Und dann kam Emma Hahnenfuß daher und entführte mich in ihre ganz persönliche Hölle.

    Emma unterscheidet sich komplett von anderen Helden, sie ist bodenständig, alleinerziehende Mutter von drei Kindern ,sie nimmt sich gern selbst aufs Korn.
    Zu Emma hatte ich ein sehr zwiespältiges Verhältnis. Einerseits ist sie total tough und mutig. Aber auf der anderen Seite badet sie ständig in Selbstmitleid und betont, dass sie keine typische Heldin ist. Das ist ein Punkt, der mich doch etwas gestört hat.
    Ein Held spricht nicht davon, einer zu sein.
    Ein Held ist man, weil andere diese Auffassung haben, nicht du selbst.
    Jave ist ein sehr interessanter Charakter, der sich zwar etwas düster und gefährlich gibt, in dem jedoch sehr viele Facetten wohnen. Ebenso konnte mich Mason wirklich begeistern. Da tobte so viel Aggression, Wut und Unverstandenheit ,dass ich einfach nur begeistert war. Ein Charakter, der enorm viel Potential bietet und dies auch nutzt.
    Aber noch faszinierender waren die Schatten, denen sie ausgesetzt sind.
    Dunkel, zerstörerisch und brutal graben sie sich den Weg in deine Seele, um diese an sich zu reißen.
    Das ist so großartig und ich hätte gern noch viel mehr darüber gelesen, gerade weil dadurch die Spannung und der Nervenkitzel angeheizt wird.

    Etwas schwierig fand ich den Schreibstil der Autorin. Es war sehr anstrengend zu lesen, was vielleicht auch an den Gedankengängen lag, die nicht immer von Belang waren. Es war spannend ohne Frage, aber trotzdem fehlte mir so ein bisschen der Flow. Ich empfand es als ungemein schwer und drückend.
    Zudem gab es oft Längen, die man hätte vermeiden können. Zum Beispiel, dass Emma alleinerziehend ist und man immer wieder mit der Nase darauf gestoßen wird.
    Die Handlung selbst war richtig spannend, zumal Emma sehr wagemutig und impulsiv agiert.
    Die Idee hinter dieser Geschichte hat mir wirklich gut gefallen.
    Die Regierung stellt Sicherheit über alles und natürlich gibt es da gut formierte Gruppen, die sich gebildet haben, was durchaus gut nachvollziehbar war.
    Emma grätscht voll dazwischen, klettert um ihr Leben und plötzlich ist nicht nur das eigene Leben in Gefahr.
    Man wird gerade am Anfang mit Begriffen betraut, die man nicht versteht, auch wenn man die Ansätze erkennt.

    Die Handlung wird spektakulärer, wird aber immer wieder durch Emmas Privatleben ausgebremst, was der eigentlichen Handlung nicht unbedingt gut tut.
    Zudem beweist die Autorin sehr viel Einfühlungsvermögen in Bezug auf ihre Charaktere. So fand ich beispielsweise Javes und auch Masons Entwicklung wirklich gut.
    Daneben gibt es auch eine leichte Lovestory, die zwar sehr süß ist und alles etwas auflockern sollte, bei mir jedoch völlig anders ankam.
    Aus emotionaler Hinsicht konnte es mich gerade in Hinsicht auf Amira unglaublich gut erreichen. Die humorvollen Momente jedoch wirkten leider für mich etwas deplatziert, dafür war es einfach viel zu ernst und brisant.
    Insgesamt eine Story, die zwar begeistert, aber durch Emmas Privatleben immer wieder Längen erhält.
    Das Ende war zwar gut, da hätte ich mir jedoch eine etwas tiefgründigere und intensivere Ausarbeitung gewünscht.
    So wirkte es zu einfach und wenig durchdacht, was den Leser doch etwas enttäuscht.
    Für den nächsten Band würde ich mir wünschen, dass man sich mehr auf die Konflikte und Hintergründe konzentriert.

    Fazit:
    Julei Brenz versteht im ersten Band, um Emma Hahnenfuß durchaus zu begeistern und bei der Stange zu halten.
    Eine interessante Handlung, die jedoch immer wieder durch Emmas Art ausgebremst wird.
    Richtig cool dagegen ist Masons Charakter.
    Insgesamt kein schlechter Auftakt, auch wenn durchaus mehr möglich gewesen wäre.

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