Goldschatz

Roman

Ingrid Noll

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4.5Sterne
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Mancher Schatz bleibt besser unentdeckt.

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Kommentare zu "Goldschatz"

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  • 5 Sterne

    5 von 8 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Connie Ruoff, 04.03.2019

    Rezension „Goldschatz“ von Ingrid Noll

    Ingrid Noll nimmt in „Goldschatz“ den Menschen und seine „Abgründe“ in den Focus. Fünf junge Leute, die nicht so schnell erwachsen werden wollen, sondern ihre Studentenzeit intensiver ausleben und es sich, ihren Eltern und den Nachbarn beweisen wollen, gründen eine alternative WG. Im Zentrum stehen Henry, Trixi und ihre beste Freundin Saskia. Als vermeintlicher Gegenspieler tritt der alte Nachbar Gerhard Gläser auf den Plan.

    Trixi, die „Hausbesitzerin“ (eigentlich gehört es ihren Eltern), Henry ihr Lebensgefährte und Saskia, ihre beste Freundin stellen Grundregeln für das Zusammenleben in der WG auf und überlegen, wen sie noch in die Gemeinschaft aufnehmen können. Wer würde dazu passen?

    Das Geld für die nötigen Renovierungen fehlt. Der Fund des Goldschatzes gibt ihnen Hoffnung und ist der Anfang vom Ende.

    Die Geschichte nimmt langsam Fahrt auf und ist nicht mehr zu stoppen. Inzwischen sind noch Oliver und Katharina als Mitbewohner dazugekommen. Sollen die Neuen über den Goldschatz informiert werden? Und es fängt mit den Geheimnissen und Lügen an. Zu verschweigen ist auch eine Art Lüge.

    Henry ist überzeugter Konsumverweigerer. Die Mädels finden es schön, Konsumverweigerer zu sein und solange sie über kein Geld verfügen, gibt es darüber auch keine Zweifel.

    Geheimnisse, Lügen und der Goldschatz machen es den fünf WG-Bewohnern und dem alten Nachbarn schwer, ein „guter Mensch“ zu sein oder zu bleiben.

    Wer Ingrid Noll schon gelesen hat, weiß dass ihre Krimis nicht ins normale Gerüst passen. Täter, Opfer und Ermittler werden immer von der zwischenmenschlichen Seite gezeigt. Die Leser sind oft auf Seiten des Täters, weil er (meist eher sie) so sympathisch ist.

    Und dennoch: Auch hier gibt es mindestens einen Kriminalfall, mindestens eine Leiche und es gibt Verdächtige. Vom Entwenden eines Grills, über Lüge und Intrige, Diebstahl und Betrug, bis hin zum Tötungsdelikt, findet der Leser in „Goldschatz“ kriminelle Unterhaltung mit ironisch bissigem Flair und einem lächelnden Auge.

    5/5 Punkten

    Protagonisten
    Das Zicklein und der gute Hirte.

    Trixi und Henri geben sich diese Kosenamen. Ich dachte, gleich fall ich vor Lachen, oder war es doch vor feministischer Empörung von der Couch. Ingrid Noll zeichnet fantastische Charaktere. Vor allem ihre Frauenbilder sind genial. Gleichwohl, in welcher Lage sich die weiblichen Figuren befinden, nehmen sie tatkräftig ihr Schicksal in die Hand und versuchen, es zu ändern.

    Die Frauen sind keine Opfer sondern Akteure.

    Ingrid Noll in Playlist:"Die mörderische Welt der Ingrid Noll"
    Sprachliche Gestaltung
    Die Kapitelllänge ist sehr angenehm. Trixi erzählt in der Ichform die Geschichte. Ich glaube, ich habe das Buch die meiste Zeit mit einem Schmunzeln auf den Lippen gelesen. Oftmals ertappt man sich, dass man ähnlich oder genauso wie Trixi gehandelt hätte. Ingrid Noll findet immer wieder die kleinen menschlichen Schwächen und hält uns den Spiegel vor.

    5/5 Punkten

    Cover und äußere Erscheinung
    Covermotiv: Gemälde von Cyprien Eugène Boulet,
    >Femme au châle vert< (Ausschnitt)
    © Historic Collection / Alamy Stock Photo

    Das Cover zeigt eine hübsche junge Frau.


    Ingrid Noll macht einfach Spaß. Sie zeigt uns menschliche Schwächen. Der Schreibstil ist ein wenig bissig, ein bisschen ironisch, manchmal fast schon sarkastisch. Obwohl der Leser ahnt, dass die Blase der Konsumverweigerung und der alternativen WG platzt, (es ist nicht die Frage, ob die Blase platzt, sondern wann und warum sie gerade an diesem Punkt platzt), verliert Ingrid Nolls Roman keineswegs an Spannung, sondern im Gegenteil. Man mag gar nicht mit Lesen aufhören. Ich war so gern dabei. Ich war gerne bei der Musiksession dabei. Ich habe so gern die nächtlichen Besuche von Saskia und Trixi beim Nachbarn begleitet. Die Autorin holt den Leser ganz nahe ans Geschehen ran.

    Die Kunst von Ingrid Noll ist es, alltägliche Geschehen so zu erzählen, dass wir die Verhaltensweise gut erkennen, weil wir selbst schon ähnlich reagiert haben oder reagieren und wir als Beobachter hoffen, dass alles ein gutes Ende nimmt, obwohl wir es besser wissen.

    Ihre Charaktere sind gut gezeichnet. Man leidet mit ihnen und freut sich mit ihnen. Ich hatte beim Lesen selbst ein schlechtes Gewissen Henri gegenüber, weil er mir mit seinem „Gutmensch sein“ auch mir schon etwas auf die Nerven ging und ich Trixi gut verstehen konnte.

    Ich hätte gerne Trixis Leben noch weiter begleitet. Sie ist mir ans Herz gewachsen. Es ist doch schön, dass sie das alte Bauernhaus bewahren möchte, anstatt es niederzureißen. Trotzdem ist es natürlich aus wirtschaftlicher Sicht unvernünftig. Aber es hat etwas von Romantik.


    Ich habe das Buch in 1 ½ Tagen gelesen, weil es einfach so leicht zu lesen und dabei so amüsant war.

    @Diogenes
    Vielen Dank für das schöne Rezensionsexemplar!

    Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkten.

    War dieser Kommentar für Sie hilfreich?

    janein
  • 5 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Mops, 19.03.2019

    Ich kannte bisher von Ingrid Noll noch kein Buch, war also umso gespannter auf dieses Buch, was ich über eine Leserunde gewonnen hatte. Der Klappentext versprach auf alle Fälle viel Spannung. Und dieses Versprechen hat Ingrid Noll gehalten.

    Es ist kein klassischer Krimi, wo es um die Aufklärung des Verbrechens geht, sondern eher um eine Charakterstudie, wie tief menschliche Abgründe sein können. Und dies hat die Autorin treffend dargestellt. Die Hauptprotagonistin Trixi war mir am Anfang symphatisch, doch mit jedem Kapitel zeigte sie ihr wahres Gesicht - der Verzogenheit, des Unrechtsverständnisses, der Gier und Skrupellosigkeit. Das hatte ich nicht erwartet, weshalb mir das Buch umso mehr gefallen hat.

    Insgesamt gibt es keinen Charakter in dem Buch zu dem man restlos Symphatie zeigen kann noch dass er/sie zum Antihelden mutiert. Jede*r hat dort schlechte Eigenschaften - mal mehr, mal weniger. Das stört ihn diesem Buch aber überhaupt nicht, im Gegenteil: Es macht seinen Reiz aus.

    Hinzu kommt noch der locker-leichte Schreibstill von Noll, der dazu führte, dass die Kapitel unter mir nur hinweg flogen.

    Kleiner Kritikpunkt: Einzelne Fäden der Geschichte bleiben verworren bzw. ungeklärt. Also stimmt die Geschichte um Rolfs Tod? Woher kommt der Goldschatz? Aber allzu sehr hat mich das am Ende dieses Buches nicht gestört.

    Mein Fazit: Tolles Buch und vollste Leseempfehlung. Ich werde auf alle Fälle beim nächsten Büchereibesuch mir weitere Noll-Bücher holen.

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    janein
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