Hallo Leben, hörst du mich?, Jack Cheng

Hallo Leben, hörst du mich?

Jack Cheng

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Was würdest du tun, wenn du allein mit deiner Mom lebst, die manchmal ihre "ruhigen Tage" hat, und du planst, deinen iPod mit einer selbstgebauten Rakete ins All zu schießen, um den Außerirdischen das menschliche Leben auf der Erde zu...

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    Meggie, 21.04.2017

    Alex ist 11 Jahre alt und interessiert sich für das Weltall, die Sterne und Außerirdische. Er will unbedingt am SHAFT teilnehmen, einem Raketenfestival. Dort will er mit seiner selbstgebauten Rakete seinen goldenen iPod ins Weltall schießen, und hofft, dass ihn Außerirdische finden und seine Aufnahmen anhören.
    Zusammen mit seinem Hund Carl Sagan fährt er mit dem Zug zum Festival, natürlich nicht ohne vorher für seine Mutter Essen vorzukochen und ihr zu sagen, dass er sie lieb hat.
    Auf dem Weg zum Festival lernt er Zed kennen, der ein Schweigegelübde abgelegt hat. Zed ist ebenfalls raketenbegeistert und will am SHAFT teilnehmen.
    Beim Start der selbstgebauten Rakete geht diese jedoch kaputt und Alex ist am Boden zerstört. Eine Mail eines Ahnenforschungsinstituts heitert ihn jedoch wider etwas auf, denn diese behaupten, sein totgeglaubter Vater wohne in Las Vegas. Also macht sich Alex zusammen mit Zed und dem ebenfalls kennengelernten Steve auf, um Alex Vater zu finden. Und plötzlich dreht sich das Leben aller um 180 Grad.

    Das Ungewöhnliche an dem Buch ist nicht die Erzählweise aus Sicht eines 11jährigen Kindes, der eigentlich viel älter wirkt, sondern die einzelnen Kapitel. Diese sind nämlich nicht wie "normale" Kapitel aufgebaut, sondern geben die Aufnahmen wieder, die Alex auf seinem iPod macht. D. h. man liest, was Alex und die anderen Charaktere erzählen oder miteinander besprechen. In eckigen Klammern kommen dann auch mal Geräusche dazu, wie [Hundegebell] oder [Geräusch quietschender Reifen].

    Am Anfang fand ich dies sehr gewöhnungsbedürftig, doch kann nach kurzer Zeit fand ich es sogar sehr einfach zu lesen.

    Alex ist für seine 11 Jahre schon ziemlich verantwortungsbewusst, was wohl auch daran liegt, dass er einen großen Helferdrang besitzt. Und dies muss er auch, denn seine Mutter wirkt sehr teilnahmslos und scheint sich auch nicht um Alex kümmern zu können. So macht Alex eigentlich alles alleine. Er sorgt dafür, dass er in die Schule geht, ordentlich angezogen ist oder immer etwas zum Essen im Haus ist. Er putzt, kocht, hat einen kleinen Job an der Tankstelle und immer wieder Zeit, an seiner Rakete zu bauen, um diese dann am SHAFT-Festival steigen zu lassen.

    Auf seinem iPod nimmt er Passagen auf, die er zusammen mit der Rakete ins Weltall schicken möchte, damit Außerirdische ihn finden und wissen, wie es denn auf der Erde eigentlich so ist.

    Die Aufnahmen sind teilweise sehr emotional und mehr als einmal musste ich schwer schlucken. Da sie auch noch von einem Kind gesprochen werden bzw. der Schreibstil eher kindlich wirkt, ist es doppelt so schwer, über manche Dinge hinwegzusehen.
    Wir lernen nämlich die Welt aus Alex Sicht kennen. Er versteht nichts von dem Erwachsenen, manche Dinge kann er auch noch nicht verstehen, aber er versucht immer wieder, sich in die Gedankenwelt eines Erwachsenen hineinzuversetzen. So denkt man auch manchmal: Mensch, Alex, das brauchst Du doch gar nicht zu verstehen. Und doch weiß er teilweise ganz genau, was denn so vor sich geht.

    Alex musste ein Stück weit erwachsen werden, weil seine Mutter eben so ist, wie sie ist. Und so übernimmt Alex ihre Aufgaben. Dies führt dazu, dass er sehr selbstständig ist und sich eben keine Gedanken darum macht, dass er jetzt mit 11 Jahren alleine mit dem Zug durchs Land reist, um dann auf einem Raketenfestival zu übernachten.

    Er hat zwar einen Bruder namens Ronnie, doch dieser wohnt in Los Angeles und hat aufgrund seines Berufes nur spärlich Zeit für seine Familie. So kommt es, dass Alex mit ihm telefoniert, Ronnie jedoch nicht richtig zuhört und so irrtümlicherweise die Erlaubnis dafür erteilt, dass sich Alex auf den Weg macht.

    Alex Blick auf die Welt ist eine Mischung aus kindlicher Energie und den wissenschaftlichen Fakten, die er aus Büchern kennt. Und so ergeben sich Schlussfolgerungen, die einem manchmal den Mund offen stehen lassen.

    Alex ist eben ein ungewöhnlicher Junge, der auch die Gabe hat, an ungewöhnliche Leute zu geraten.

    Die Geschichte lebt von den kindlichen Momenten Alex', den Begegnungen mit netten und chaotischen Menschen, den seltsamen Verknüpfungen und vor allem dem zwischenmenschlichen Zusammenspiel.

    Gepaart mit dem flüssigen Schreibstil des Autors ist man völlig gefesselt von der Story und verliebt sich immer mehr - in Alex, in Zed, in Steve und eben in alles, was passiert.

    Es ist tiefgründig, melancholisch, spassig und lebensfroh zugleich.
    Und genau diese Mischung macht die Geschichte zu etwas Einzigartigem und damit zu meinem April-Highlight im Jahr 2017.

    Fragt man sich zu Anfang, wie es denn sein kann, dass eine Mutter sich nicht um ihr Kind kümmert oder zumindest ein anderer Erwachsener ein Auge auf Alex hat, kommt erst im Laufe der Geschichte heraus, was eigentlich wirklich los ist.

    Nach und nach rückt die Wahrheit ins Licht und mit jeder gelesenen Seite will man Alex mehr an sich drücken und ihm helfen.
    Man kann wirklich froh sein, dass er Leute trifft, die es gut mit ihm meinen.

    Es gibt wenige Bücher, die mit einer eigentlich traurigen Story so dermaßen Frohsinn und Lebensmut verbreiten können. Dieses Buch gehört definitiv dazu.

    Fazit:
    Eine faszinierende Geschichte rund ums Leben.

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    janein
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