Daniel Brühl

Er besuchte nie eine Schauspielschule und ist doch DER Jungstar des deutschen Films. Daniel Brühls sanfte sensible Art macht ihn zwischen Teen-Sein und Machismo-Proben zu einem Darsteller, der plausible Charaktere schafft, unerfahrene, nervöse und weltfremde junge Männer, die Probleme mit dem Erwachsenwerden haben und sich buchstäblich in das Abenteuer Leben stürzen.

In "Nichts bereuen" leistet er den Zivildienst in Wuppertal ab, wartet auf das erste Mal, bekommt von seiner großen Liebe den Laufpass, beginnt ein Verhältnis mit seiner Zivi-Chefin und überfällt eine Tankstelle. In "Vaya con dios" bricht er mit zwei Ordensbrüdern nach Italien auf und verliebt sich als religiöser Tippelbruder in eine Journalistin (Chiara Schoras), die sich zu ihm bekennen wird.

Brühl wurde 1978 in Barcelona geboren und begann 1994 in TV-Filmen zu spielen, so in Roland Suso Richters "Svens Geheimnis" (erste Hauptrolle) und in "Hin und weg".

Sein Kinodebüt gab er in "Schlaraffenland", 2000 zählte er zu den Hauptdarstellern in der Komödie "Schule", wo er als Abiturient Markus beinahe seine Freundin verliert. 2003 war er als Boxer in "Elefantenherz" zu sehen.

In Wolfgang Beckers Komödie "Goodbye, Lenin!" spielte Brühl den 21-jährigen aufgeweckten Alex, der seiner vor dem Mauerfall ins Koma gefallenen und nach acht Monaten wieder erwachten Mutter (Katrin Saß) auf 79 Quadratmetern Plattenbau die DDR wieder auferstehen lassen will. Für die Rolle trainierte er mit einem Sprachcoach Berlinerisch und machte sich selbst unsterblich.

Nach seinem Erfolg mit "Good Bye, Lenin!", für den er auch beim Europäischen Filmpreis ausgezeichnet wurde, stand Brühl für Achim von Borries' "Was nützt die Liebe in Gedanken" als introvertierter Abiturient Paul vor der Kamera, der sich gemeinsam mit einem Schulfreund (August Diehl) kompromisslos auf die Suche nach dem höchsten Glück begibt - ein Bestreben, das historisch in der so genannten "Steglitzer Schülertragödie" endete.

Aufsehen erregte Brühl, der für Disneys "Bärenbrüder" dem in einen Bären verwandelten Kenai seine deutsche Stimme lieh, 2004 in Cannes mit "Die fetten Jahre sind vorbei", für den er erneut mit Hans Weingartner zusammenarbeitete. Im ersten deutschen Wettbewerbsbeitrag nach elf Jahren spielte Brühl einen von drei Youngstern, die ihrem Zorn über soziale Ungerechtigkeiten vor allem dadurch Ausdruck verleihen, dass sie nachts die geordneten Villen der Reichen in Unordnung bringen.

2004 gab er auch sein internationales Debüt in der britischen Produktion "Der Duft von Lavendel", in der er an der Seite von Judi Dench und Natascha McElhone zu sehen war. Eine weitere europäische Koproduktion mit Brühl war 2005 das in Cannes gezeigte Kriegsdrama "Merry Christmas". Vorläufiger Höhepunkt seiner internationalen Laufbahn war aber der Part als Kriegsheld in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds".

Daniel Brühl wurde 2006 von Regisseur Manuel Huerga im Biopic "Salvador Puig Antich" für die Rolle des Antifaschisten unter Vertrag genommen. Eine ernste und aufwühlende Rolle, die mit einer Goya-Nominierung anerkannt wurde. Komödiantisch dagegen seine Darstellung des introvertierten Workaholics Karl in "Ein Freund von mir", der von Lebenskünstler Hans (JürgenVogel) aus dem Trott gerissen wird. Im Thriller "Cargo" wird er als blinder Passagier auf einem Containerschiff entdeckt und mit einer gewalttätigen Crew konfrontiert.

Marco Kreuzpaintner verfilmte 2008 "Krabat" (Buchvorlage von Otfried Preußler) und besetzte Brühl als Tonda, der sich mit Krabat anfreundet und ihm später ein grausames Geheimnis offenbart. In der Literatursatire "Lila, Lila" liefert er sich als verliebter Plagiator ein feines Schauspielduell mit Altstar Henry Hübchen.

Brühl spielte im Historien-Schocker "Die Gräfin" neben Julie Delpy und bereicherte die Senioren-WG von "Und wenn wir alle zusammenziehen?". In "Der ganz große Traum" brachte er als mutiger Englischlehrer den Fußball nach Deutschland.

Der ganz große Wurf gelang Brühl aber mit dem Rennsport-Kracher "Rush" von Starregisseur Ron Howard. Darin spielt er nun die Formel-1-Legende Niki Lauda derart perfekt, dass er vom Original aus den Siebzigern kaum zu unterscheiden ist und in Hollywood bereits als Oscar-Kandidat gilt.

Daniel Brühl war zwischen 2001 und 2006 mit Jessica Schwarz verlobt.

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