Rüdiger Vogler

Er gehört als Schauspieler zu Wim Wenders favorisierten Darstellern und spielte auch unter einigen anderen Regisseuren des Jungen Deutschen Films der 1970er-Jahre. Rüdiger Voglers Figuren treten zurückhaltend auf, scheinen mit sich zu ringen und seine Intellektuellen, Softies, Schriftsteller und Bürgersöhne spielt er mit leiser Stimme und mit mehr oder weniger leicht ironischem Lächeln. Eine seiner besten Rollen, die des Toningenieurs in Lissabon in Wim Wenders' "Lisbon Story", spielte er mit ungeahntem Humor, frei und ausgeglichen.

Vogler, geboren 1942, kam über das Theater zum Film, debütierte in Wenders' "Chronik der laufenden Ereignisse" und hatte seine erste Hauptrolle als Journalist, der mit einem kleinen Mädchen durch das Ruhrgebiet fährt, in "Alice in den Städten". Für seinen modernen Wilhelm Meister in "Falsche Bewegung" erhielt er den Bundesfilmpreis im Gesamtensemble. Mit Hanns Zischler als Partner fährt er in "Im Lauf der Zeit" die damalige deutsch-deutsche Grenze ab und repariert alte Filmprojektoren. Als liebenswert zerstreuter und tollpatschiger Detektiv Philip Winter führt er durch die Weltreise in dem Road-Movie und Zukunftsspiel "Bis ans Ende der Welt".

Außer für diese Wenders-Werke arbeitete Vogler, der in über 100 Kino- und vor allem TV-Filmen ("Tatort", "Rosa Roth", "Der Alte", "Bommels Billigflüge") gespielt hat, für Margarethe von Trotta ("Die bleierne Zeit"), Peter Handke ("Die linkshändige Frau") und seit den 80ern auch für europäische Ko-Produktionen ("Die Spaziergängerin von Sans-Souci", "Sunshine").

Joseph Vilsmaier holte ihn 2001 für sein Kinodrama "Leo und Claire" ans Set. Es folgten weitere Engagement in Fernsehfilmen wie "Die achte Todsünde: Gespensterjagd" und "Das Toskana-Karussell", "Die schöne Braut in Schwarz" mit Iris Berben und in der Komödie "Die Nonne und der Kommissar". Seine vorzügliche Interpretation des Dichters in der Filmbiografie "Heinrich Heine - Ich Narr des Glücks" sowie die Nazi-Rolle des Lagerkommandanten Fritz Werner in der britischen Produktion "Colditz - Flucht in die Freiheit" überzeugten das Publikum. Als behandelnder Arzt eines Schlaganfallpatienten verliebt er sich in dessen Ehefrau (Gisela Schneeberger), die sich eigentlich von ihrem Mann trennen wollte, aber mit einem Schlag - so auch der Titel dieser TV-Produktion - ändert sich dieser Plan. 2008 zeigte sich der Schauspieler wieder auf der Kinoleinwand: Max Färberböck inszenierte "Anonyma - Eine Frau in Berlin" mit Nina Hoss in der Hauptrolle und Vogler als Eckhart.

Rüdiger Vogler lebt abwechselnd in Paris und Mittelbuch bei Biberach.

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