Der Sandmaler, Henning Mankell

Der Sandmaler

Roman

Henning Mankell

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  • 5 Sterne

    12 von 19 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Karin G., 08.08.2017

    Als Henning Mankell Fan musste ich dieses Buch unbedingt lesen. Das Cover hätte mich jetzt nicht unbedingt angesprochen, wobei aber der Titel äußerst interessant klingt.
    Die Schreibweise ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Da das Buch auch relativ dünn ist, habe ich es an einem Abend gelesen.
    Die Hauptfiguren Stefan und Elisabeth sind vortrefflich gewählt. Wobei Elisabeth sehr sympathisch erscheint und Stefan immer etwas oberflächlich dargestellt wird.
    Stefan und Elisabeth reisen nach dem Abitur zufällig nach Afrika in den Urlaub. Jeder hat eine andere Zielrichtung dafür, während Elisabeth möglichst viel von den Menschen, Gegebenheiten und Zuständen des Landes erfahren möchte, geht es Stefan hauptsächlich ums Genießen aus vollen Zügen.
    Mankell beschreibt in diesem Buch sehr detailgetreu, die Menschen und deren Verhalten. Es werden auch sehr klar die Missstände, die in Afrika herrschen, aufgeführt. Da ich ein absoluter Afrika Fan bin und schon einige Male dort war, bin ich von dem Buch mehr als angetan. Es liest sich sehr kurzweilig und regt auch zum Nachdenken an.
    Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen.

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  • 5 Sterne

    7 von 11 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Simone L., 21.08.2017

    Obwohl Henning Mankell das Buch schon 1974 geschrieben hat, ist der Inhalt topaktuell. Er benutzt die Protagonisten Stefan und Elisabeth, um aufzuzeigen, wie unterschiedlich man doch an Menschen und der Kultur aus anderen Ländern interessiert sein kann. Durch Stefans überhebliche Art wird sehr deutlich, wie sehr sich manche Europäer doch über andere Völker erhaben fühlen. Während Stefan sich nur nach dem eigenen Vergnügen umsieht und als höchstes Ziel verfolgt, eine Afrikanerin ins Bett zu bekommen, interessiert sich Elisabeth für das echte Leben der Menschen im Land. Für die Wahrheit, die nicht in den Reisebroschüren steht. Ihr gelingt ein Blick hinter die Kulissen und sie nutzt die Gelegenheit, außerhalb der Hotelmauern das wahre Leben der Menschen zu entdecken, die in Wellblechhütten hausen und nicht wissen, wie sie den nächsten Tag überleben sollen. Ist es nicht heute noch so, dass viele Menschen im Ausland denken, dass bei uns das gelobte Land ist und wir im Luxus schwelgen? Warum? Weil es die Touristen in den Urlaubsgebieten ihnen so suggerieren. Auch heute noch, nach über 43 Jahren als dieses Buch geschrieben wurde, ist der Kampf der Afrikaner um ihre Freiheit gegen die Ausbeutung der Europäer aktuell. Ich fand das Buch so interessant, dass ich es in einem Rutsch durchgelesen habe. Es passieren keine spektakulären Dinge darin, aber der Autor regt sehr zum Nachdenken an, in einer sehr gut verpackten Urlaubsgeschichte.

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    janein
  • 5 Sterne

    9 von 15 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    brauchnix, 09.08.2017

    Dass der Sandmaler schon 1974 geschrieben wurde, hat mich wirklich überrascht. Ich denke mal er spielt zu der Zeit, als auch Henning Mankell für sich persönlich den afrikanischen Kontinent entdeckt hat und sein Herz daran verloren hat. Im Buch übernehmen zwei Menschen diesen Prozess stellvertretend für die Empfindungen des Autors. Elizabeth hat gerade ihr Studium abgeschlossenen und möchte eine Urlaubsreise nach Afrika machen. Während sie aber sehr schnell die Abgründe der Politik und die Nöte der Menschen erkennt, ist Stefan ihr Bekannter erst mal nur auf Entspannung und Touristik eingestellt.

    Mankell spricht durch seine zwei Protagonisten über seinen eigenen und die Erfahrungen vieler anderer Menschen. Ich fühlte mich ein paar Mal an eigene Erfahrungen erinnert, die ich dieses Frühjahr in Südafrika gemacht habe. Natürlich merkt man an mancher Stelle, dass das schon wieder fast 40 Jahre zwischen dem Buch und der Jetztzeit liegen. Aber das Meiste ist zeitlos und passt tatsächlich auch heute noch, denn Afrika entwickelt sich nur langsam und erfährt immer wieder Rückschläge durch grausame Kriege.

    Ein interessantes Büchlein – welches freilich mit dem Krimiautor Mankell überhaupt nichts zu tun hat. Das sollte man vorher wissen.

    Das Cover ist perfekt gewählt und in natura wunderschön.

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    janein
  • 5 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Silvia K., 24.08.2017

    Eine beeindruckende Reise nach Afrika

    Zum Glück ist es mir das Buch "Der Sandmaler" von Henning Mankell durch Zufall in die Hände gefallen, es wäre ansonsten schade um diese grandiose Geschichte gewesen, die für mich sehr beeindruckend war. Das Cover passt sehr gut zum Titel bzw. Thema. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, die Geschichte, die im Jahr 1971 spielt, ist in sehr einfacher und gefühlvoller Sprache verfasst und hat meinen Horizont, was Afrika und Geschichte betrifft, erweitert. Den Zeitsprung in die Vergangenheit merkt man an kleinen Dingen, z.B. dass im Flugzeug geraucht werden darf oder die Protagonistin einen herkömmlichen Fotoapparat verwendet. Grundsätzlich wirkt die Geschichte jedoch keinesfalls veraltet.

    Elisabeth, die aus einfachen Verhältnissen stammt, war für mich von Anfang an eine tolle Protagonistin. Im Gegensatz zu Stefan, Sohn reicher Eltern, der in mir keine Sympathie wecken konnte. Die Beiden haben Abitur gemacht, hatten eine flüchtige Beziehung und reisen beide zufällig im gleichen Flugzeug für zwei Wochen nach Afrika. Elisabeth möchte das Land verstehen, ebenso wie Sven, ein Lehrer, mit dem sie neben Stefan viel Zeit verbringt und der ihr historische Hintergründe näher bringt. Auch mit einem armen afrikanischen Jungen, Ndou, verbringt sie eine für sie sehr aufschlussreiche Zeit. Stefan dagegen ist rein auf Strandleben, Alkohol und Frauen aus.

    Der Autor hat in der nur 156 Seiten langen Geschichte, die in meinen Augen noch viel mehr ausgeschmückt hätten werden dürfen, sehr viele gute Themen untergebracht. Er zeigt dem Leser die Schönheit des Landes, bringt ihm das Leben der Einheimischen, ihre Armut, Lebenskunst und ihre Bräuche näher, zeigt, wie weiße Touristen und der Kapitalismus sich an der Armut des Landes bedienen und welche Auswirkungen und Nachwirkungen der Kolonialismus für das Land hat. Dass dieses Land in gewisser Weise von den reichen Industriestaaten als Müllhalde benutzt wird und wie die Armen die Touristen sehen, als wären deren Heimatländer das Paradies auf Erden, wie perfekt und problemlos alles fort sei und die Menschen glauben dies nachahmen zu müssen, damit es ihnen gut geht und damit ihre Eigenart ablegen und sich in die Abhängigkeit von europäischen und amerikanischen Unternehmen treiben.

    Elisabeth und Stefan machen einige beeindruckende Erfahrungen, sei es der Besuch eines großen Marktes, eines Fußballspieles in der Nationalarena des Landes, eines Friedhofes, in dem die Kolonialherren begraben liegen und eines Lepradorfes. Aber nur Elisabeth lernt aus diesen Erfahrungen, kommt ins Überlegen über ihr Leben und dem in Afrika, verändert sich und hat schließlich auch noch die Möglichkeit, Ndous Familie und die Bitte dessen Vater an sie, sowie deren Lebensumstände in einer Wellblechhütte in einem der ärmsten Viertel kennen zu lernen und erhält als Geschenk des Sandmalers neben einem Frauengesicht, das die Form Afrikas hat, auch ein Porträt von ihr in den Sand gemalt, ein Geschenk, das sie nicht mitnehmen kann, wie die Touristen es mit allem anderen machen. Diese Begegnung weckt in ihr neue Lebenslust und Freude darauf, ihre weitere Lebensplanung, die ihr bisher nicht klar war, in Angriff zu nehmen.

    Ein Buch, das dem Leser so vieles an Informationen und Gefühlen gibt und dazu anregt, das eigene Leben zu überdenken. Ich vergebe hierfür sehr gerne fünf glänzende Sterne!

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  • 4 Sterne

    3 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Marion S., 09.08.2017

    Henning Mankell begleitet mich schon seit Jahren. Seinen ersten Afrikaroman kenne ich nicht, um ehrlich zu sein war ich dem gegenüber sehr skeptisch eingestellt. Das Cover des zweiten Romans: Der Sandmaler faszinierte mich und ich las die dazugehörige Leseprobe. Ich war erstaunt wie sehr dieser Roman Mankells Handschrift trägt, trotz der Tatsache, dass der Roman nichts mit den mir bekannten Kriminalromanen zutun hat. Ich muss sagen ich habe es nicht bereut diese Reise mitangetreten zu haben.

    Denn darum geht es in diesem Roman. Um eine Reise, in Elisabeths Fall irgenwie auch um eine Selbstfindung. Stefan und Elizabeth, zwei junge Leute, hatten während der Schulzeit eine kurze Beziehung miteinander. Beide reisen nach Afrika und treffen sich zufällig wieder.
    Auf dieser Reise lernt Elizabeth den Lehrer Sven kennen. Ein Charakter durch den Mankell dem Leser viele Fakten über das schwarze Land zukommen lässt. Mankell beschönigt nichts, er teilt nicht nur die Eindrücke der schönen Landschaft auch unschöne Themen finden ihren Weg zum Leser. Anschaulich gemacht beispielsweise durch die beiden Kinder Ndou und Yene. Elizabeth, die diese Reise eh zum überdenken ihrer Situation nutzen wollte, nimmt viel Anteil am Schicksal der Bevölkerung. Ein Charakter der mir unheimlich gut gefallen hat. Diese Reise lässt sie reifen, so lässt es sich glaube ich gut beschreiben. Sie schaut nicht weg, sondern setzt sich mit den Dingen auseinander. Ganz anders Stefan, ein Ekelpaket sondergleichen. Sein Ansinnen für die Reise ist und bleibt Spaß, bevorzugt kombiniert mit Sex. Ihn interssieren die Missstände überhaupt nicht. Durch diesen Charakter spiegelt Mankell gut die leichtgläubige und manchmal ignorante Art der Touristen wider, gut dass es auch positive Beispiele gibt.

    Alles in allem ein sehr emotionales Werk vom Afrika-Liebhaber Henning Mankell. Wenn man bedenkt, dass es in den 70ern geschrieben wurde, hat es kaum an Aktualität eingebüßt. Einziges Manko, es ist sehr kurz. Sicher reicht es, um die Geschichte zu erzählen, aber ich hätte gern mehr Zeit mit diesem Buch verbracht.

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  • 4 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Marianne, 30.08.2017

    Zwei junge Menschen begeben sich auf eine besondere Reise. Die Geschichte spielt am Anfang der 70er-jahren. Elisabeth und Stefan sind gemeinsam zur Schule gegangen. Sie hatten eine flüchtige Beziehung und sind Freunde geblieben. Elisabeth steht stets im Schatten von Stefan, denn er ist wohlhabend und selbstsicher. Zufällig begegnen sie sich kurz nach Ende der Schulzeit am Flughafen. Beide haben, ohne es vorher gewusst zu haben, das gleiche Ziel – ein Urlaubsparadies in Westafrika. Wegen ihrem Budget in unterschiedlichen Anlagen untergebracht, erleben diese zwei jungen Menschen Afrika in unterschiedlicher Weise. Während Stefan im Mittelpunkt seiner eigenen, kleinen Welt steht und seine Rolle als reicher Weiße ausnutzt, macht sich Elisabeth Gedanken über die Armut der Einheimischen. Sie lernt einige Menschen kennen, und dabei verändert sie sich selbst. Sie wird erwachsen und selbstsicher, dabei entfremdet sie sich auch von Stefan.
    Der Autor versteht es in schöner Sprache die fremde Welt Afrikas zu beschreiben. Es ist schön mitzuerleben, wie Elisabeth sich für diese Welt öffnet, und versucht die Verhältnisse zu verstehen. Das Gegenbild des selbstsüchtigen Stefans lässt dieses Bild noch heller erstrahlen.
    Eine entspannende Lektüre, die zum Nachdenken einlädt über die Verhältnisse zwischen den armen und reichen Ländern dieser Welt.

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  • 3 Sterne

    2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Margit P., 20.08.2017

    Mein erster Mankell - mein erstes Mal Afrika

    Inhalt:
    Die beiden aus Schweden stammenden Abiturienten Elisabeth und Stefan begeben sich auf eine 14-tägige Reise nach Afrika. Unabhängig voneinander die Reise gebucht, durch Zufall zusammengeführt und doch irgendwie froh nicht alleine unterwegs zu sein hoffen Sie, zwei schöne Wochen auf dem fremden Kontinent vor sich zu haben. Während Stefan nur das Vergnügen sucht, will Elisabeth Land und Leute kennenlernen und taucht in eine für sie bis dato fremde Welt ein.

    Das Buch und meine Meinung:
    Der Sandmaler von Henning Mankell ist eines der ersten Bücher, bei denen ich mich so ein wenig vor dem Schreiben der Rezension drücke. Warum? Ganz einfach, weil es mir schwer fällt dieses Buch zu "bewerten". Ich hatte mich sehr auf die Geschichte von Elisabeth und Stefan gefreut und sitze jetzt im Nachhinein mit zweigespaltenen Gedanken hier.

    Zum Ersten ist die Erzählung anders als erwartet. Zwar musste mir bei einem Buch, dass nur 160 Seiten umfasst bewusst sein, dass es nicht zu sehr ins Detail gehen kann und trotzdem bin ich enttäuscht, nicht tiefer in das ursprüngliche Afrika eingetaucht zu sein. Die Gefühle und Eigenheiten der Einheimischen schwappten nicht zu mir über.
    Andererseits gefällt mir vor allen Dingen Elisabeths Einstellung und Ihre Sichtweise die sie auf diesen Kontinent hat und wie sehr sie von diesen Eindrücken fasziniert ist.
    Stefan ist mir dagegen durchwegs unsympathisch. Ein durchschnittlicher Tourist der nur den Spaß (sei es der Alkohol oder die "Liebe") sucht. Muss man dafür nach Afrika reisen? Für Ihn, den Spross reicher Eltern, steht nur das billige Vergnügen im Vordergrund.

    Was man sich beim Lesen immer wieder bewusst machen muss ist, das dieses Buch bereits vor 45 Jahren geschrieben wurde. Die Zeiten haben sich geändert und vieles bringt mich auch zum Schmunzeln. Vom Rauchen im Flugzeug bis hin zur Unwissenheit was zum Beispiel den muslimischen Glauben betrifft.

    Zusammenfassung:
    Ich vergebe für Mankells ersten Afrikaroman 3 sehr lieb gemeinte Sterne. Ob ich die Folgebücher lesen werde weiß ich noch nicht, sie wandern auf jeden Fall mal auf meine Wunschbuchliste, in der Hoffnung, dass Sie mir Afrika noch ein Stück näher bringen werden.

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  • 3 Sterne

    2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Nela, 19.08.2017

    Stefan und Elisabeth verbringen Anfang der 70er Jahre zwei Wochen Urlaub in Afrika. Er, arroganter Sohn reicher Eltern, schaut sehr auf die Einheimischen herab und fühlt sich eindeutig überlegen. Elisabeth dagegen interessiert sich zunehmend für das Land, die Menschen und ihre Probleme.

    Henning Mankell hat dieses Buch im Alter von 26 Jahren veröffentlicht. Dies ist das erste Werk, das ich von ihm lese. Ich würde ihm noch eine Chance geben, da ich davon ausgehe, dass er sich im Laufe seines Lebens weiterentwickelt hat. Dieses Buch von ihm hat mich allerdings nicht restlos überzeugt.

    Auf der einen Seite hat es nach fast 50 Jahren kaum an Aktualität eingebüßt. Es gibt sicher immer noch verschiedene Arten von Reisenden, wobei der ignorante Pauschaltourist genauso zu finden ist, wie der an Kultur und Menschen interessierte echte „Reisende“. Die Warnungen, die er ausspricht, haben sich zum Teil in die Realität verwandelt und manches ist genau so gekommen. In gewisser Weise sind manche Touristen heute sogar noch schlimmer als damals.

    An manchen Stellen wird dann doch wieder deutlich, wie alt das Buch ist. Das Rauchen im Flugzeug führte bei mir zu einem Schmunzeln, über Elisabeths Idee, von betenden Moslems ein Foto zu machen, konnte ich nur den Kopf schütteln. Ich weiß nicht, ob Menschen heute noch so naiv und unwissend sind. Aber auch hier übertreffen heute manche Gaffer und Sensationsgierige das Beschriebene sogar noch.

    Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Vor allem die bildhafte Sprache, ohne unnötig ausschweifend zu werden. Ich habe mich zum Teil in meine eigenen ersten Reisen zurückversetzt gefühlt. Manchmal hat mir etwas Tiefe und Kontur bei den Figuren gefehlt. An anderer Stelle waren mir die Belehrungen und Botschaften dann wieder zu direkt und zu wenig in die Geschichte verpackt. Etwas mehr Handlung wäre wünschenswert gewesen, da die Beschreibung der doch recht ereignislosen Urlaubstage ab der Mitte etwas ermüdend war. Wobei das Buch nur 160 Seiten aufweist.

    Mein Fazit: Das Buch entspricht dem damaligen Stand der Zeit, der Einstellungen und Ansichten. Es ist nicht schlecht, wenn man im Kopf behält, wie alt das Buch ist. Ich habe mir mehrfach die Frage gestellt, ob Mankell wohl mit einer Neu-Veröffentlichung in der vorliegenden Version einverstanden gewesen wäre.

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  • 3 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    anja n., 03.09.2017

    Das Cover, eine Frau, wie in Sand gezeichnet, verletzlich und filigran. Welche Spuren wird Afrika bei ihr hinterlassen? Afrika, der schwarze Kontinent, nicht nur für Elisabeth bislang eine weiße Landkarte. Zu verschieden scheinbar die Menschen, zu schwer ein Verstehen. Beinahe ehrfurchtsvoll nähert sich Mankell dem Land und den Bewohnern, nie wirklich wertend sondern stets auf das Verstehen bedacht, ohne dabei irgend eine Art von Durchschauen für seine Hauptfigur zu beanspruchen.
    Elisabeth hat Augen und Herz geöffnet, egal, was ihr widerfährt, ganz gleich, wem sie begegnet. Alles, was auf sie einwirkt ist für sie ein Zugewinn, wenn auch negativer Natur. Ihr Begleiter Stefan hingegen grenzt sich beinahe ab, zeigt wenig Interesse an dem, was ihn umgibt, was Afrika für viele so faszinierend macht, als könnte man Afrika nur lieben oder hassen, wenn man charakteristische Aspekte ausklammert.
    Für Elisabeth wird der Aufenthalt zum Augenöffner, für Stefan beinahe nur Zeitvertreib. Diese Diskrepanz in der Wahrnehmung hinterlässt natürlich auch Spuren in ihrer Persönlichkeit und wirkt sich demzufolge auch auf ihre Freundschaft aus.
    Der Roman ist Mankells erster Afrika-Roman und das merkt man ihm leider auch an. Er widmet sich dieser spannenden Thematik weniger tiefgehend als man es von ihm erwartet hat. In seinen späteren Werken über Afrika konnte er hingegen die Ansprüche seiner Lesegemeinde weit besser bedienen. Doch sehe ich dies eher als Zeichen seiner eigenen Entwicklung im Hinblick auf ein sich mehr und mehr Einlassen. Manch anderer wird aber vielleicht etwas enttäuscht von der etwas gedämpften Ausdruckskraft sein.
    Eine literarische Momentaufnahme des Kontinents aus dem Jahre 1971, ein erstes vorsichtiges Annähern. Leider kann man beim Lesen das Wissen um die derzeitigen dortigen Zustände und die spätere Ausdrucksintensität des Autors nicht ganz ausblenden.

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  • 5 Sterne

    2 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Lesezeichenfee, 11.08.2017

    Sandige Zeiten
    Henning Mankell Der Sandmaler
    Zolnay 2017 (1974)

    Fee erzählt vom Buchinhalt

    Stefan und Elisabeth, die irgendwann mal eine kurze Affäre hatten, treffen sich auf dem Weg nach Afrika. Beide haben eine Afrika-Reise gebucht, Stefan bewohnt einen Bungalow und Elisabeth ein Zimmer in einem anderen Hotel. Im Urlaub treffen sie sich häufiger und lernen auch Sven und ein weißgekleidetes Ehepaar kennen.


    Fee meint zum Buch

    Ich wollte das Buch unbedingt haben, nachdem ich vor kurzem auf "Mord im Herbst" gestoßen bin, das ich auch noch nicht kannte. Ich liebe ja die Wallander Serie total und nie wieder hat mich eine schwedische Krimiserie so in den Bann gezogen, dass ich alle Bücher gelesen hätte. Das erfreuliche von Mord im Herbst und der Sandmaler ist, dass beide Bücher unter 200 Seiten haben.

    Das Cover fand ich erst mal faszinierend, nach Auslesen des Buches fand ich es sehr passend und schön. Es passt irgendwie zu Mankell.

    Der Schreibstil des Autors ist flüssig, schön zu lesen und sehr bildhaft. Man kann sich alles gut vorstellen. Irgendwie passt dieses Buch wunderschön in unsere jetzige Zeit. Die damalige Kritik des Autors, in Form der Figur Sven, ein Lehrer aus Schweden, trifft voll den Kern der heutigen Zeit. Das Buch ist so gut geschrieben, dass man denkt, man wäre da gewesen. Man wäre in der Gluthitze am Strand gelegen, man hat die Leprakranken gesehen und man hat Ndou und seine Schwester Yene kennen gelernt. Schön wäre ein Folgeband gewesen, wenn Ndou und der Kellner nach Schweden gekommen wären. DAS hätte mir noch gefehlt.

    Die Charaktere sind wunderbar beschrieben:

    Der oberflächliche Stefan, der zu viel Geld hat und kein Mitgefühl mit den armen Afrikanern.
    Die gefühlvolle Elisabeth, die viel zu viel in diesem Urlaub begreift und ein tiefes Mitgefühl mit der Armut der Afrikaner und der Lebensweise hegt.
    Ndou, der Junge, der nicht in die Schule geht, weil er als Gesellschafter, der die Stadt zeigt, seiner Familie hilft.
    Yene, die mit männlichen Urlaubern flirtet und ins Bett geht, um ihrer Familie zu helfen.
    Sven, der Lehrer, der vieles erklärt und der durch seinen epileptischen Anfall erst mal Mitleid erregt.

    Das Buch war eigentlich viel zu schnell ausgelesen. Aber noch mehr Kritik hätte ich wohl nicht ertragen. Einige Seiten mochte ich nicht, klar dass Stefan mit einer schwarzen Frau ins Bett geht, aber warum muss sich Elisabeth selbst befriedigen? Oder was geht uns ihr Sextrieb an? Möchte Mankell uns zeigen, wie toll Elisabeths Charakter ist, weil sie weder mit Stefan, noch mit Sven, noch mit einem Schwarzen ins Bett geht?

    In welchem Land in Afrika waren die „drei“ eigentlich? Also sicher nicht in Ägypten, wo Wallander ja auch schon war und ich auch. Sie waren eigentlich nur in irgendeiner Stadt, die wohl fast überall in Afrika sein könnte. Aber es war sicher nicht Kairo.

    Die Geschichten mit dem Sandmaler und als Elisabeth die Familie von Ndou und Yene kennen lernt, fand ich am schönsten. Sie zeigen so richtig das wahre Afrika und ich finde, es sind die besten Szenen in dem Buch. Ich habe mich nur gefragt, warum hatte sie da ihre Kamera nicht dabei. Schön fand ich dann, als Stefan sich ein Bild heraussuchen durfte, dass er ein Bild von Ndou wählte. Es hat nicht zu Stefan gepasst, und es hat dann auch nichts mehr rausgerissen. Man mag Stefan einfach nicht.


    Fees Fazit

    Wie dem auch sei, ein sehr informatives Buch, das den Kern der heutigen Zeit voll trifft. Es ist kein banaler Afrikaroman, sondern einfach eine toll geschriebene Geschichte, wie es wirklich ist. Umgesetzt von drei Schweden mit verschiedenen Charakteren. Mankell ist einfach einer der besten Schriftsteller, die ich je gelesen habe.

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    janein
  • 5 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    hennie, 21.08.2017

    DER FRÜHE MANKELL: SOZIALKRITISCH

    Was für eine angenehme Überraschung! Noch ein Buch vom 2015 zu früh verstorbenen Henning Mankell. Der große schwedische Gegenwartsautor machte mir besonders viel Lesefreude mit seinen genialen Krimis. „Der Sandmaler“, ein in Deutschland noch nicht veröffentlichter Roman, der erste Afrikaroman (in Schweden 1974 erschienen), spielt an der Westküste Afrikas in den 70er Jahren.
    Elisabeth und Stefan, die gemeinsam zur Schule gegangen waren und in ihrem letzten Schuljahr eine flüchtige Beziehung miteinander hatten, treffen sich zufällig am Flughafen. Und zufällig fliegen sie ins gleiche Land nach Afrika. Die beiden jungen Leute tauchen in diese ganz andere Welt ein und reagieren sehr verschieden darauf.
    Elisabeth ist noch unsicher im Auftreten, eher zurückhaltend, mitfühlend. Sie macht sich Gedanken, wie es für sie weitergehen soll in ihrem zukünftigen Leben. Für die Ideenfindung wollte sie deshalb auch den Urlaub nutzen. In ihrem Ferienort schaut sie bald hinter die Fassade der Touristenwelt. Das junge Mädchen bedrückt die Armut, in der die Einheimischen leben. Erst recht als sie den ungefähr gleichaltrigen Ndou kennenlernt. Er träumt davon eines Tages in Schweden arbeiten zu können, um seiner Familie ein besseres Leben zu bieten. Elisabeth erkennt, dass die Wirklichkeit rein gar nichts mit den Hochglanzfotos der Reisebroschüren zu tun hat. Sie ist blutjung, trotzdem versteht sie anhand einfacher Vergleiche, wie unterschiedlich die Lebenswelten ihrer beiden Völker sind.
    Stefan dagen ist laut, selbstsicher und oberflächlich. Er hört Elisabeth nicht zu, wenn sie ihn auf die Mißstände in dem nicht näher benannten afrikanischen Land hinweist. Davon möchte er nichts wissen. Er trinkt Unmengen an Alkohol, verhält sich herablassend, gönnerhaft zu den Einheimischen, nimmt sich ein schwarzes Mädchen zu seinem Vergnügen mit aufs Zimmer. Er interessiert sich nicht wirklich für die Menschen in dem Urlaubsland.
    Der titelgebende Sandmaler tritt nur sehr kurz in Erscheinung. Er ist jung und malt faszinierende Bilder in den Sand. Der junge Schwarze hofft auf ein zukünftiges, sozialistisches Afrika. Er schenkt Elisabeth zwei Sandbilder und weist sie darauf hin, dass sie diese nicht mitnehmen könne, „wie die Touristen es mit allem anderen machten.“ Was für eine Metapher!

    Mankell war ein aufmerksamer Beobachter. Er urteilte und verurteilte nicht. Seine Sätze sprechen eine deutliche Sprache. Jeder kann sich seine Meinung bilden und sich selbst einordnen. Wer bin ich? Wie ist meine Sicht? Sehe ich die Dinge wie Elisabeth oder wie Stefan? Dieses sehr kurze Frühwerk – es sind 155 Seiten – beeindruckte mich und machte mich sehr nachdenklich. Aufgrund meiner Sozialisierung in der DDR habe ich einen besonderen Blickwinkel. Die beiden Hauptakteure scheinen mein Jahrgang zu sein. Für mich war es gar nicht möglich solche Einblicke in fremde Kulturen zu bekommen!
    Der Roman wurde vom jungen Mankell Anfang der 70er Jahre geschrieben. Es war erschreckend zu lesen, wie aktuell er ist. Hat sich wirklich so wenig bewegt? Warum wollen die Menschen immer noch weg? Das er das afrikanische Land nicht namentlich nannte, war von ihm sicher so beabsichtigt.
    Schön und mit einfachen Worten hat Mankell dieses frühe Werk verfaßt. „Der Sandmaler“ trägt versteckte und offene Botschaften in sich. Eine wunderbare gesellschaftskritische Geschichte. Ich habe mich gern darauf eingelassen und bin betroffen, wie wenig sich zwischen westlicher Welt und Afrika in all den Jahrzehnten geändert hat.

    Ich empfehle dieses Buch mit meiner Bewertung: fünf von fünf Sternen!

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  • 5 Sterne

    Inge W., 14.09.2017

    Einer der ersten Romane aus der Feder von Henning Mankell "Der Sandmaler", liefert einen spannenden Einblick in das frühe Wirken des beliebten Schweden. Es ist ein leichtfüßiger Roman mit schweren Themen, 160 Seiten dünn und es war erst sein zweiter Roman als er in Schweden 1974 erschien. Seine erste literarische Reise nach Afrika. Der Autor war da gerade einmal 26 Jahre alt. Die Protagonisten sind nicht viel jünger als der Autor selbst es beim Schreiben ist. Sie haben gerade die Schule hinter sich und begeben sich getrennt voneinander auf eine Reise nach Afrika, in ein nicht namentlich genanntes Land. Doch während die empathische Elisabeth in die Welt der Einheimischen eintauchen will und versucht, das fremde Land zu verstehen, ist Stefan, Sohn reicher Eltern vor allem auf Partys und Sex mit afrikanischen Frauen aus. Zufällig treffen sich die beiden am Flughafen. Zuerst standen sie nur da und starrten einander an, fünfzehn Meter voneinander entfernt. Doch Stefans Art geht Elisabeth schon im Flugzeug auf die Nerven, als er "idiotische Negewitze über Riesenpimmel und dergleichen macht. Im "Sandmaler" taucht Mankell zum ersten Mal in das Afrika ein, das ihn sein Leben lang beschäftigen wird, und vielleicht kommen dem Leser die Beobachtungen, die er schildert, deshalb noch naiv vor, und die Figuren schablonenhaft und bei Weitem nicht so vielschichtig wie in seinen späteren bekannten Romanen. Er beschreibt, wie die Gefühle Elisabeth bei der Ankunft übermannen, wie all die neuen Eindrücke zuviel für die junge Frau sind. Unvermittelt fing sie an zu weinen, ohne dass sie etwas dagegen tun konnte. Später wird sie Einheimische in den Slums besuchen und von einem Lehrer mehr über die afrikanische Kultur lernen. Stefan dagegen, der mit selbstsicherem Lächeln in der Bar seines Luxushotels sitzt, fühlt sich auf eine unverschämte Weise geil. Für einen weißen Typen mit reichlich Kohle gab es hier in den Nächten bestimmt genügend Abwechslung sinnierte er. Es dauert nicht lange, bis er die erste Afrikanerin mit in seinen Bungalow nimmt, auch wenn ihn die struppigen Haare vieler einheimischen Frauen eigentlich stören. Es braucht nicht viel, um sich auszureimen, auf wen die Reise großen Eindruck macht und wer von den beiden nach der Rückkehr einfach weitermacht wie bisher. Als sich die Protagonisten ein halbes Jahr später noch einmal treffen, kommt es Stefan vor, als habe sich Elisabeth von ihm losgerissen und nicht erzählt, wohin sie unterwegs war. Und das machte ihn unruhig. Dieser erste Afrika-Roman Mankells ist vor allem für Fans des schwedischen Autors in der Abgrenzung zu seinen späteren Werken interressant zu lesen, aber auch für Mankell-Einsteiger geeignet. Es ist eine ziemlich kurze Geschichte aus der Perspektive eines neugierigen jungen Mannes. Sie erlaubt auf 160 Seiten einen ganz anderen Blick auf den Schöpfer des schwermütigen berühmten Kommissars Wallander. Wer immer "Der Sandmaler" gelesen hat, wird Afrika anders sehen. Nachdenklich und bei aller Tragik eine hoffnungsvolle Geschichte. Der Roman hat spannende Charaktere, eine atemberaubende Story und ist toll geschrieben, spannend und gesellschaftskritisch. Sehr lesenswert!

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  • 5 Sterne

    Edelstella, 24.09.2017

    Ein wunderschönes kleines Buch mit einem Inhalt der unendlich bewegt und berührt! Das Thema ist aktueller denn je und doch schon über 40 Jahre alt! Mankell hat sein erstes Afrika Buch in den Siebzigern geschrieben und er hat es so geschrieben, dass es zeitlos und allgemeingültig ist!

    Seine Protagonisten kommen aus Schweden und haben gerade ihr Abitur gewuppt! Elisabeth kommt aus einem Haushalt mit wenig sicherem Einkommen und sie hat eine Schwerstbehinderte kleine Schwester, die wahrscheinlich nicht mehr lange leben wird. Stefan ist der Sohn reicher Eltern und er kostet das volle Leben aus. Die Zwei hatten ein paar kurze Begegnungen und trafen sich nach einer Pause auf dem Flug nach Afrika wieder, wo sie das gleiche Ziel hatten. Während der Zwischenlandung kommt es zum Epilepsieanfall von Sven, der auch in das gleiche Hotel fährt, wie Elisabeth. Angekommen in einem gänzlich unbekannten Land, konfrontiert mit Gegebenheiten, die Elisabeth und Stefan von zu Hause gar nicht kennen, offenbaren sich die Charaktere der Protagonisten und Elisabeth zieht sich immer mal wieder von dem oberflächlichen Stefan zurück. Sven ist Lehrer und hat sich schon sehr viel mit Land, Politik und den europäischen Kolonialmächten in Afrika und deren Auswirkungen, befasst. Elisabeth plaudert sehr gern mit ihm.

    Ein wunderbar einfühlsamer Roman ist Mankell da gelungen, der damals und auch jetzt Gültigkeit besitzt und der die wichtigsten Dinge benennt. Es bedarf da gar keines genauen Ortes, es ist wie es:
    Es geht um Macht, Gegensätze, Verantwortung, Ausbeutung, menschliche Würde, Verlierer, Gewinner, Geld.....

    Mankell hat mit Elisabeth eine sensible Protagonistin gewählt, die die Zwischentöne wahrnimmt, die Ungerechtigkeiten sieht, die sich ihres Privilegs weiß zu sein fast schämt. Er hat Sven gewählt zu vermitteln und Augen zu öffnen und Stefan, um uns ins Grübeln zu bringen. Er hat hier ein kleines immergültiges Werk vorgelegt, mehr bedarf es nicht, um an unsere Verantwortung zu appelieren. Er läßt großartige Bilder vor meinen Augen entstehen und er berührt mit den krassen Gegensätzen in diesem Land. Es läßt Freiheit zum Nachdenken und für eigene Bilder.

    Aber nicht nur das! Er hat auch beschrieben, wie eine Reise einen jungen Menschen anders zurückkommen läßt, als er noch vor kurzer Zeit war. Er hat Mut gemacht, neue Wege zu gehen, den Horizont zu erweitern und über den Tellerrand zu sehen, für sich und für das große Ganze.

    Es kommt mit großer und klarer Sprache bedächtig und tiefgründig daher. Ein Buch, das hilft die Welt mit anderen Augen zu betrachten. Mankell lebt nicht mehr, aber diese Geschichte wird noch oft an ihn erinnern! Danke sehr!

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  • 5 Sterne

    Igela, 15.09.2017

    Elisabeth und Stefan treffen sich zufällig kurz vor dem Abflug nach Afrika. Unabhängig voneinander haben sie die Reise gebucht und verbringen die Zeit in Afrika meist gemeinsam. Die beiden haben an und für sich nicht viele Gemeinsamkeiten,Stefan ist aus reichem Elternhaus mit einer Schwester, die als Model arbeitet. Elisabeths Schwester ist behindert, die Mutter alkoholkrank und der Vater im Job frustriert. So sind die Erwartungen auch völlig verschieden. Stefan will Pool, Luxushotel und die Frauen Afrikas geniessen, Elisabeth das Land fühlen, spüren und erleben.

    Der Autor hat es geschafft, dass ich von der ersten Seite an gefesselt war. Er hebt nicht nur grandios die völlig verschiedenen Persönlichkeiten der beiden Hauptfiguren hervor,sondern zeichnet auch ein Bild Afrikas aus der Sicht der beiden Figuren,das unterschiedlicher nicht sein könnte. Für mich steht hinter dieser Beschreibung sehr viel Symbolik und hat mich nachdenklich gemacht und…ja auch berührt. Die Einstellung Stefans gerade im Hinblick auf den weiblichen Teil von Afrikas Bevölkerung hat mich abgestossen und angeekelt. Im Gegensatz zu Elisabeth geht es ihm um oberflächliches Vergnügen auf seiner Reise .Wie viele Menschen reisen so?Für wie viele scheint ein Land aus Luxushotels und Vergnügen zu bestehen .?Hier hat der Autor bei mir für sehr viel Stoff zum Nachdenken gesorgt.

    Der Schreibstil Mankells ist einfach überwältigend. Mit wenigen Worten schreibt er gewichtig, wortgewaltig und eindrücklich.Immer wieder hatte ich das Gefühl, er lässt die Leser "zwischen den Zeilen "lesen und regt an über das Ungesagte nachzudenken. Als Beispiel kann ich anführen,dass ich das Gefühl hatte, dass Elisabeth vor der Reise leicht depressiv ist…doch der Autor deutet an und lässt die Auflösung auf diese Frage offen.

    Sehr gut erhält man als Leser Einblick in die Infrastruktur, die Politik und die Bildung Afrikas.Auch der Kapitalismus ,der hier erschreckend real gezeichnet ist. wird thematisiert. Die krassen Gegensätze der Luxushotels zu den Wellblechhütten sind authentisch und erschreckend real. Ein kleiner Satz, der mich tief berührt hat, ist eine Szene, in der ein schwarzes Mädchen nach einer Liebesnacht mit Stefan nach Hause geht.

    Mich hat schon lange kein Buch so berührt,dies natürlich auch weil Henning Mankell authentisch die Situation in Afrika und die Sicht von gewissen westlichen Bewohnern skizziert.

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    janein
  • 5 Sterne

    2 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    vöglein, 07.08.2017

    Der Sandmaler
    Die Wirklichkeit jenseits der Reisebroschüren

    vöglein Avatar
    07.08.2017 – 21:23
    Von vöglein
    Ok, ich gestehe.....bisher habe ich einen großen Bogen um Mankell gemacht. Irgendwie würden wir zwei nicht warm miteinander.
    Aber......
    Als erstes hat mich das gelungene Cover angesprochen......wunderschön, schlicht aber treffend. Auch die Aufmachung des Büchleins ist sehr Wertigkeit und er fühlt sich einfach gut an.
    Zum Inhalt: Zwei total unterschiedliche Protagonisten, Stefan und Elisabeth, reisen jeder für sich alleine und doch zusammen nach Afrika. Sie hatten irgendwann mal eine kurze Affäre zusammen, treffen sich aber zufällig am Flughafen wieder.
    Stefan, der aus wohlhabendem Hause kommt, möchte einfach nur einen schönen Urlaub, am Liebsten mit Sex mit einer Farbigen verbringen. Im Gegenzug möchte Elisabeth sich eine kleine Auszeit nehmen und sich Gedanken zu ihrer Zukunft machen.
    So unterschiedlich das Leben der Beiden ist, so unterschiedlich ist auch die Wahrnehmung des schwarzen Kontinents.
    Schonungslos und mit voller Wucht lässt uns Mankel mitreisen und hinter die Kulissen blicken. Was Anfang der 70er geschrieben wurde, ist heute aktueller den je.
    Leider musste ich auf meinen Reisen ebenfalls erleben, dass Menschen ans andere Ende der Welt reisen und vom Land und den dort lebenden Menschen so gar nichts mitbekommen. Ist man aber offen und interessiert, dann kann man so tolle Erfahrungen machen und wird beschämt ob der Gastfreundlichkeit dieser Menschen.
    Sehr gut hat mir auch die Szene mit dem Sandmaler gefallen.......Fotos sind für die Schublade, Eindrücke bereichern einen und nimmt einem keiner mehr.
    Gerne empfehle ich das Buch weiter.......und mit Mankell.....na vielleicht wird das doch noch was mit uns😉.

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    janein
  • 5 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    skandinavischbook, 19.08.2017

    Ein  ganz anderer Mankell, ein Mankell, der mit diesem Roman in meinen Augen alles richtig macht. 


    Inhalt:. 
    Elisabeth ist eine junge kluge und aufgeschlossene Frau, als sie sich auf den Flug nach Afrika begibt, ahnt sie nicht, wem sie in dem Flugzeug zu ihrem Traumziel begegnen wird. Stefan, mit dem sie in der Zeit ihres Abiturs eine kleine Liebelei hatte, als sich die beiden auf den weg nach Afrika begeben, gemeinsam das Land erkunden, werden aber auch ihre Unterschiede verdeutlicht. Während Elisabeth sich wirklich in das Land und seine Menschen hineinversetzen will, in all seiner Pracht und Armut verstehen lernen möchte. Ruht sich Stefan auf seiner guten Herkunft aus Hand kümmert sich einzig und allein um die schönen, oberflächlichen Dinge. 


    Meinung : 
    Dies ist ein wirklich sehr überzeugender Roman über Afrika und all seine Gepflogenheiten, über die Menschen, aber auch über die Sicht von europäischen Menschen, die sich auf den weg in dieses Land begeben. 
    Mich konnte dieser Roman zum einen sehr gefangen nehmen, weil es Einblicke in das Land gewährt, welche spannend und realitätsnah wirken, aber auch weil es einem in vielen Punkten die Augen öffnet. 
    Dennoch funktioniert dieser Roman auch auf der normalen Ebene, eines Unterhaltungsromans. 
    mehr als  gelungen

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    janein
  • 4 Sterne

    2 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Claudia R., 08.08.2017

    Erste Afrikastudie

    Als Henning Mankell 1971 das erste Mal nach Afrika reiste, muss ihn das tief beeindruckt und bewegt haben. Im Anschluss schrieb er einen ersten kleinen Roman, wohl eher eine längere Erzählung, in dem er seine Eindrücke in dem namentlich nicht erwähnten Land verarbeitete. Wer seine späteren Afrika- Romane kennt, wird wichtige Themen bereits hier wiedererkennen- allen voran die Auswirkungen des Kolonialismus, die Ausbeutung der Menschen in Vergangenheit und Gegenwart, den Umgang mit Krankheit und Elend. Mankell zeigt sich hier schon in frühen Jahren als großer Beobachter, so gibt er detailliert eine Marktszene wieder, lässt seine Figuren Elisabeth und Stefan hautnah die Atmosphäre dort erspüren mit allen Gerüchen und Geräuschen. Elisabeth wird auf einer ihrer Erkundungstouren Zeugin eines rituellen Tanzes, dessen Wirkung sie sich kaum entziehen kann. Mankell sensibilisiert diese junge Frau und lässt sie hinter die Kulissen eines schon Anfang der 70er Jahre gut entwickelten Tourismus schauen, lässt sie teilhaben am armen Leben der Einheimischen, indem er ihr und Stefan einen kleinen Jungen zur Seite stellt, der ihr „Freund“ werden möchte, sich ihnen als Fremdenführer anbietet, anstelle zur Schule zu gehen und der davon träumt, nach Schweden zu gehen, um da zu arbeiten. Selbst aus weniger privilegierten Verhältnissen stammend, erkennt sie nach und nach, dass es nicht nur das Urlaubsparadies mit seinen schönen Landschaften und traditionellen Tänzen gibt, sondern auch die Kerrseite der Medaille. Dieses Verständnis wird ihr auch durch Sven, einen mitreisenden Lehrer vermittelt, der ihr historische und politische Hintergründe erläutert. Mit Stefan setzt Mankell einen jungen Mann ins Bild, der zwar auch von den Zuständen vor Ort betroffen ist, wie z.B. beim zufälligen Besuch eines Lepradorfes, wo die Menschen wie zu Kolonialzeiten von der Gemeinschaft ausgesperrt sind, aber es berührt ihn nicht so sehr, als dass er nicht im nächsten Augenblick mit einem afrikanischen Mädchen ins Bett gehen würde, nur um damit prahlen zu können. Er ist oberflächlich, nur auf sein Wohl bedacht und steht auf der Sonnenseite des Lebens.
    Der Leser merkt am Schluss, hier ist noch etwas nicht fertig. Dass Mankell später seine Eindrücke über Afrika, wo er ja selbst über viele Jahre in Mosambik lebte und arbeitete, wort-und bildgewaltiger auszudrücken vermag, wissen wir oder empfehlen dem noch unwissenden Leser dieses nachzuholen, denn es gibt einen Autor jenseits der Wallander-Romane.

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    janein
  • 4 Sterne

    Kerstin, 11.09.2017

    Empfehlenswert

    Elisabeth und Stefan haben gerade die Schule beendet und reisen nun zusammen nach Afrika. Eigentlich wollte Elisabeth diese Reise alleine machen um herauszufinden, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte. Doch dann trifft sie zufällig ihren Schulkameraden Stefan am Flughafen. Er hat dieselbe Reise vor. In diesem Roman erzählt Henning Mankell nun was Elisabeth und Stefan in Afrika, Anfang der 70er Jahre, erleben.

    Ich kannte bisher Henning Mankell nur als Krimiautor. Allerdings habe ich noch keinen Krimi von ihm gelesen. Nun bin ich auf diesen Roman gestoßen. Ich habe ihn gelesen und bin begeistert. Dieser Roman spielt im Afrika der frühen 70er Jahre. Allerdings könnte es genauso gut in einer anderen Zeit spielen, zum Beispiel heute. Denn der Roman ist sehr zeitlos geschrieben. Henning Mankell hat selbst Anfang der 70er Jahre eine Reise nach Afrika unternommen. Auf dieser Reise basiert dieser Roman.
    Der Leser begleitet die jungen Schweden Elisabeth und Stefan bei ihrer ersten Begegnung mit Afrika. Elisabeth ist sehr neugierig auf das ihr unbekannte Land und saugt alle Eindrücke in sich auf. Man merkt, dass sie den Menschen und dem Land mit Respekt gegenübersteht. In Sven, einem anderen Urlauber, lernt sie einen gebildeten Europäer kennen, der ihr auch die Schattenseiten Afrikas erläutert. Stefan hingegen ist eher der Prolet. Er lässt den höhergestellten Europäer raushängen und hält sich für etwas Besseres. Er sieht die Afrikaner als niedere Menschen an. An einer Stelle bezeichnet er sie als Paviane. Er wirft mit seinem Geld um sich und nutzt die Afrikaner aus.
    Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Er war anschaulich und direkt. Zwischen den Zeilen liegt in diesem Buch sehr viel Wahrheit. Es ist ein Bericht über den Zustand Afrikas, der in dieser Geschichte, der beiden jungen Schweden, verpackt ist. Deshalb stehen auch nicht die Charaktere Elisabeth und Stefan im Vordergrund. Sie dienen sozusagen nur als Mittel zum Zweck.
    Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und deshalb vergebe ich vier von fünf Sternen.

    Sehr gefallen hat mir die folgende Stelle (S. 92), denn sie enthält sehr viel Wahrheit: „Elisabeth bekam den Eindruck, dass alles, was die Menschen hier besaßen, Reste und Abfälle aus jener Welt waren, in der sie selbst lebte. Als würde dieses Land von den reichen Industriestaaten als Müllhalde benutzt.“.

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    janein
  • 4 Sterne

    herrzett, 20.09.2017

    Zu dem Roman "Der Sandmaler" kann man eigentlich gar nicht so viel sagen, außer dass er so viel Wahrheit über die Zustände Afrikas und den Einfluss des Kapitalismus enthält. So begleiten wir den wohlhabenden Stefan und die 'normale' Elisabeth im Urlaub auf ihrer Reise in die unbekannte Lebenssituation der Armen der Welt. Es handelt sich hierbei um eine frühere englische Kolonie und Touristenhochburg inmitten von Armenvierteln.

    "Elisabeth bekam den Eindruck, dass alles, was die Menschen hier besaßen, Reste und Abfälle aus jener Welt waren, in der sie selbst lebte. Als würde dieses Land von den reichen Industriestaaten als Müllhalde benutzt."

    Es ist erschreckend, wenn man bedenkt, dass die schwedische Originalausgabe bereits 1974 erschienen ist und sich bis heute eigentlich nichts Grundlegendes verändert hat. Mankell greift in Form dieses Romans unzählige seiner Reiseeindrücke, von der schnellen Nummer/Prostitution und Bettelei bis hin zur eigentlichen Kultur Afrikas auf und setzt sich mit diesen kritisch auseinander.

    "Aber weißt du, solche Bräuche werden sehr schnell verschwinden, wenn dieses Land sich nach ausländischen Interessen entwickelt. Man wird dann nur ein paar pittoreske Riten aufrechterhalten, um sie den Touristen vorzuführen. Aber die eigentliche Kultur wird ausgelöscht und durch Coca-Cola und schwedische Popmusik ersetzt werden."

    Das Bemerkenswerte, wie ich finde, ist, dass dieser Roman um die Haupthandlung herum so viel Wahrheit enthält. Den reichen und gut situierten Menschen der Welt sind die dort herrschenden Zustände gänzlich egal, Hauptsache es geht ihnen gut und an ihrer eigenen Einstellung wird sich wenig ändern. Elisabeth, die normal Bügerliche - sofern man das so sagen kann - ist diejenige, die durch die Zustände erschüttert wird, sich Gedanken macht, helfen mag und auf so viel Kultur und Menschlichkeit trifft."Der Sandmaler" ist kein mitreißender Roman, es ist ein eindrucksvoller Reise- und Situationsbericht, der der wohlhabenderen Gesellschaft die Wahrheit und das afrikanische Leben vor Augen halten soll.

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    janein
  • 4 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Karo, 17.08.2017

    Elisabeth und Stefan begegnen sich zufällig auf einer Urlaubsreise nach Afrika. Sie kennen sich seit Jahren und während Elisabeth in Afrika herausfinden möchte, welchen beruflichen Werdegang sie einmal einschlagen soll, ist die Reise für den reichen Stefan scheinbar nur Ablenkung vom Alltag. Sie treffen sich regelmäßig um gemeinsam am Strand zu entspannen und lernen bald den Lehrer Sven und den einheimischen Jungen Ndou kennen.
    Elisabeth beginnt im Gegensatz zu Stefan, sich sehr für die afrikanische Geschichte und das Leben der Armen hier zu interessieren.
    Sie macht auf mich einen sehr naiven Eindruck, was aber in ihrem jungen Alter nicht verwunderlich ist.
    Als Leser erhält man dank des flüssigen und malerischen Erzählstils einen guten Eindruck von den Menschen und ihrer Umgebung.
    Es ist ein sehr ruhiges Buch, es plätschert vor sich hin, ohne wirkliche Höhepunkte. Es wirkt alles recht oberflächlich und der Autor lässt vieles ungesagt und sprichwörtlich einfach in der Luft hängen. Ich hätte mir z.B. mehr Einzelheiten und weiterführende Begebenheiten zu dem seltsamen Paar aus Göteborg gewünscht, ebenso über die Geschichte, dass Elisabeth Ndou und dem Kellner einfach so ihre Wohnadresse überlässt, da für mich nicht ganz nachvollziehbar war, was wirklich dahintersteckt.
    Der Titel ist für mich persönlich etwas wahllos gewählt, spielt dieser Herr doch eine sehr geringe Rolle ziemlich schon am Ende des Buches. Für mich hat sich nicht erschlossen, was Elisabeth an diesen Bildern so bewegt und was diese für Auswirkungen haben.
    Abgesehen davon mochte ich jedoch die ruhige, unaufgeregte Erzählweise von Henning Mankell. Er zeigt hier eine ganz andere Seite als die, die man sonst aus vielen seiner anderen Büchern kennt.
    Wer sich für eine kurzweilige und unaufgeregte Erzählung über 2 junge Menschen in Afrika interessiert und einen kurzen Blick auf die afrikanische Geschichte und die Kultur der Einheimischen werfen möchte, wird mit dem Buch sicherlich Freude haben.

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    janein
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