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Haben Frauen ein Händchen für Mord?

Die britische Bestsellerautorin Katherine Webb im Interview

Das neue Buch von Katherine Webb spielt in der Grafschaft Wiltshire im Südwesten Englands. Es ist ihr erster Kriminalroman

Very british: Tödliche Abgründe hinter vornehmer Fassade

Die englische Bestsellerautorin Katherine Webb – die Queen der Familiengeheimnisse – blickt wieder hinter die bröckelnden moralischen Mauern herrschaftlicher Anwesen. Doch ihr neues Buch ist kein historischer Roman! In "Der Tote von Wiltshire" (im Englischen "Stay Buried") schickt sie erstmals ein klassisches Ermittler-Duo auf Spurensuche. Schauplatz ist die Grafschaft Wiltshire, wo sie lebt.

Haben Frauen ein Händchen für Mord?

Im Interview verrät Webb ("Das geheime Vermächtnis", "Die Schuld jenes Sommers"), warum gerade Autorinnen aus ihrer Sicht ein besonderes Händchen für Kriminalgeschichten haben könnten:

Ich denke, es könnte etwas in der Evolutionspsychologie von Frauen geben, das uns anfälliger für Intrigen und Verstellungen macht…

Katherine Webb

Außerdem spricht sie darüber, welche Krimi-Autorinnen sie selbst gern liest, warum man ihren neuen Ermittler Detective Inspector Matt Lockyer lieben muss (und natürlich seine rechte Hand Constable Gemma Broad), ob wir mit einer Fortsetzung rechnen können und vieles mehr. Hier geht's direkt zum Interview.

Worum geht's im neuen Buch von Katherine Webb?

Eigentlich hat Detective Inspector Matthew Lockyer seit 14 Jahren nicht mehr bewusst an sie gedacht, doch dann ruft plötzlich Hedy Lambert bei ihm an. Die Frau, die er vor 14 Jahren ins Gefängnis brachte. Zu der er sich hingezogen fühlte. Damals wusste er nicht, ob diese Verbindung zwischen ihm und der Hauptverdächtigen in einem Mordfall echt war oder ob sie ihn nur manipulierte. Doch die Beweise sprachen gegen Hedy, sie wurde verurteilt. Zum Tatzeitpunkt war sie Haushälterin auf einem herrschaftlichen Anwesen. Sie soll einen Landstreicher erstochen haben, den sie für den vermissten Sohn des Gutsherrn hielt. Jetzt ist der echte Sohn nach bald 30 Jahren wiederaufgetaucht. Und Hedy bekniet Lockyer, ihren Cold-Case neu aufzurollen. Kann es sein, dass Hedy zu Unrecht im Gefängnis sitzt, hat Lockyer einen großen Fehler gemacht?

Als junge Frau arbeitete Katherine Webb mehrere Jahre als Wirtschafterin auf herrschaftlichen Anwesen bevor ihr mit ihrem Roman "Das geheime Vermächtnis" der internationale Durchbruch gelang. In ihrem neuen Krimi "Der Tote von Wiltshire" wird eine junge Haushälterin des Mordes beschuldigt

Sie HAT ein Händchen für Mord

Bestsellerautorin Katherine Webb wagt den Genre-Wechsel: Vom historischen Roman mit Mystery-Elementen zum Krimi mit zwei sympathischen neuen Ermittlern. Weltbild sprach mit der Autorin.

„Der Tote von Wiltshire“ ist Ihr erster Krimi – wollten Sie immer schon mal über DNA-Analyse, Tatwaffen, Forensik und solche Themen schreiben?

Katherine Webb: Nun, ich dachte lange, dass ich eigentlich ausschließlich historische Romane schreiben möchte, obwohl ich schon immer gerne Krimis gelesen und im Fernsehen geschaut habe (eigentlich schaue ich NUR Krimis im Fernsehen!). Aber wenn ich zurückblicke, denke ich, dass der Wunsch, Krimis zu schreiben, schon eine Weile gewachsen ist. Bei den Mystery-Elementen in meinen historischen Romanen ging es immer mehr um investigative Ermittlungen – „Die Schuld jenes Sommers“ zum Beispiel ist im Wesentlichen ein historischer Cold-Case-Krimi, wenn auch einer, der aus einer nicht-polizeilichen Perspektive erzählt wird.

Ich hatte mit einer Idee für einen neuen Roman gekämpft und ich konnte sie nicht dazu bringen, als historische Geschichte zu funktionieren, wie ich sie normalerweise schreiben würde. Dann kam mir der Gedanke, dass sie stattdessen perfekt als zeitgenössischer Krimi funktionieren würde! Also dachte ich, ich probiere es aus. Und ich bin sehr froh, dass ich es getan habe. Es hat viel Spaß gemacht, plötzlich mit Forensik und Ermittlungsmethoden arbeiten zu können, aber die gehen einher mit polizeilichen Verfahren und Regeln… was Lockyer gar nicht liegt.

Es gibt eine ganze Riege an brillanten Krimiautorinnen in Großbritannien – von Ruth Rendell bis Agatha Christie. Was für Krimis lesen Sie selbst gern?

Katherine Webb: Wir scheinen in diesem Land eine große Tradition exzellenter Kriminalliteratur zu haben, insbesondere von Autorinnen. Ich liebe Agatha Christie und Ruth Rendell – Rendell war die erste Krimiautorin, die ich als Teenager für mich entdeckte. Meine Mutter und ich haben uns früher die Fernsehserie ihrer Inspector Wexford-Romane angesehen und von da an habe ich mich auch auf die Suche nach den Büchern gemacht. Es gibt immer ein starkes psychologisches Element in ihrem Schreiben, sowohl bei den Verbrechen als auch bei ihrer Aufdeckung, was mir wirklich Spaß macht. „Kriminalliteratur“ ist so ein weites Feld. Alle Arten von Schreibstilen können in diesem Genre vorkommen, sodass wirklich für jeden etwas dabei ist. Meine Lieblingskrimiautorinnen der Gegenwart sind Belinda Bauer, Elly Griffiths und Susie Steiner. Alles Frauen, merke ich jetzt!

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Glauben Sie, dass Frauen ein Händchen für diese Art von Spannung haben? Mit all diesen Intrigen, Verstrickungen, Täuschungen und raffinierten Wendungen?

Katherine Webb: Nun, die Beweise würden darauf hindeuten…! Vielleicht liegt es daran, dass sie, wenn sie eine Situation nicht allein mit körperlicher Kraft lösen können, andere, raffiniertere Methoden anwenden müssen… Frauen neigen dazu, eine Reihe enger Freundschaften zu haben und sich mehr auf sie zu verlassen. Wir müssen Beziehungen zu anderen Menschen eingehen und wir lieben es zu wissen, was in ihrem Leben vor sich geht… Das sind natürlich sehr starke Verallgemeinerungen! Aber ich denke, es könnte etwas in der Evolutionspsychologie von Frauen geben, das uns anfälliger für Intrigen und Verstellungen macht… Im wirklichen Leben lösen wir unsere Probleme natürlich mit Gesprächen und Kompromissen. Aber in der Fiktion sind wir frei, Komplotte und Pläne zu schmieden…

Ihre Hauptfigur ist ein Mann, Detective Inspector Matt Lockyer. Er lebt allein, leidet unter dem Tod seines Bruders, seine Karriere ist am Ende … (Gott sei Dank hat er Constable Gemma Broad an seiner Seite!) Warum also lieben wir Lockyer trotzdem vom ersten Kapitel an?

Katherine Webb: Nun, ich hoffe, die LeserInnen werden ihn genau aus diesen Gründen lieben! Er ist fehlerhaft. Er ist intelligent, aber sehr auf sich konzentriert, so dass er, obwohl er seine eigenen Gedanken und Gefühle untersucht, nicht immer in der Lage ist, die richtige Vorgehensweise zu finden. Er hat Trauer und Verluste erlitten, und das macht ihn noch sensibler und einfühlsamer gegenüber anderen Menschen – was ihn natürlich zu einem großartigen Ermittler macht. Er bemerkt Dinge, die weniger aufmerksamen Menschen entgehen könnten. Ich wollte über eine männliche Figur schreiben, die auf eine ungewöhnliche Weise heldenhaft ist – er ist auf eine andere Art stark. Er hat Schwachstellen, und das sind auch seine Stärken. Aber ja, zum Glück hat er DC Broad als Kompass, die ihm manchmal den Weg frei macht!

Die Geschichte spielt in Wiltshire, einem Landstrich, den Sie gut kennen, da Sie in der Nähe von Bath leben. Was ist das Besondere an diesem Ort und seinen Menschen?

Katherine Webb: Ich kenne Wiltshire sehr gut; ich bin am Rande der Salisbury Plain aufgewachsen, nicht weit von Stonehenge – meine Mutter lebt noch heute dort. Wiltshire ist eine Grafschaft mit einer so unglaublich sichtbaren Geschichte, die Tausende und Abertausende von Jahren zurückreicht. Dort kann man sehr weit sehen – sowohl geographisch als auch metaphorisch! Die Ebene ist mit prähistorischen Grabhügeln und anderen Denkmälern bedeckt und die Landschaft hat sich in all dieser Zeit nicht wesentlich verändert. Im Winter kann es trostlos sein, aber es ist auch schön; und auf dem Land wohnen Familien, die dort seit Generationen leben. Also stelle ich mir natürlich vor, dass dort Geheimnisse seit vielen Jahren vergraben liegen…

Wie wichtig ist das Setting für die Atmosphäre der Geschichte?

Katherine Webb: Die Landschaft spielt in meinen Romanen immer eine große Rolle und dieser bildet da keine Ausnahme. Die weiten offenen Flächen, die ländliche Armut, die unveränderliche Landschaft, die Jahrtausende alte Menschheitsgeschichte… Diese Abgeschiedenheit und die düsteren Vorahnungen eigenen sich perfekt als Hintergrund für eine Krimigeschichte! Es ist eine Gegend mit einer ganz besonderen Atmosphäre und ich hoffe, ich habe dieses Gefühl in den Roman einbringen können.

Haben Sie weitere Cold Cases für Lockyer und Broad geplant?

Katherine Webb: Nun, ja, natürlich! Ich habe gerade das zweite Buch der Reihe fertig geschrieben und hoffe, noch viele weitere schreiben zu können. Ich genieße es, mich einem Rätsel aus Polizei-Sicht zu nähern, mit all ihren Hilfsmitteln und Ermittlungsmethoden zur Hand; und ich liebe es, über Lockyer und Broad zu schreiben. Sie fühlen sich bereits wie gute Freunde von mir an!

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