Unterleuten, Juli Zeh

Unterleuten

Roman

Juli Zeh

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Der große Gesellschaftsroman von Juli Zeh

Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf in Brandenburg wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von...

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  • 5 Sterne

    19 von 29 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Ulrich T., 11.06.2016

    Als eBook bewertet

    In außerordentlicher, bilderreicher Sprache entwirft die Autorin Charaktere, die man am Ende des Kapitels zu kennen glaubt. Im folgenden Kapitel werden diese Charaktere von einem anderen Blickwinkel für den Leser völlig neu und anders. Die Geschichte ist spannend erzählt und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert.

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    janein
  • 4 Sterne

    20 von 31 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Detlef S., 29.05.2016

    Als eBook bewertet

    Ein sehr interessantes Buch (ebook), was sich wie ein Spiegelbild der Gesellschaft wahrscheinlich auch auf so ziemlich jede reale Ortschaft übertragen lassen würde.

    War dieser Kommentar für Sie hilfreich?

    janein
  • 4 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Brigitte B., 12.01.2018

    Als Buch bewertet

    Juli Zeh beschreibt in ihrem 640 seitigen Roman den Wandel eines brandenburgischen Dorfes namens „Unterleuten“ seit der Wende, wobei vorhergehende Ereignisse ihre Schatten bis in die Gegenwart werfen.

    Anhand von Erlebnissen Alteingesessener und nach der Wende Zugezogener erlebt der Leser den Wandel von der Plan-, über die Unterleutener Tausch- zu der um sich greifenden Marktwirtschaft samt dem großen Ausverkauf, bei dem nahezu jeder das Beste für sich herausholen will. Schon seit jeher scheint Unterleuten ein Dorf gewesen zu sein, das nicht mit Behörden zusammengearbeitet hat und stolz darauf war, alles selber zu regeln; da fallen eigene Rachefeldzüge, kriminelle Aktionen und Selbstjustiz, Tratsch und Verleumdung gar nicht wirklich auf, sondern gehören zum ganz normalen Alltag dieses Dorfes. Soziale Verstrickungen und Abhängigkeiten beeinflussen das Taktieren seit jeher und nun, während der Planung eines Windparks, stellen sie die Gegenspieler zu skrupellosen Investoren dar, beim Wettlauf um die eigenen Vorteile, bei denen auch Zugezogene alles geben.

    Die Bewohner Unterleutens werden eher klischeehaft dargestellt; im Laufe des Romans lernt man sie ein wenig kennen, erfährt von ihren Schicksalschlägen, Beweggründen, Überzeugungen, von Situationen, die sie sprachlos oder gedemütigt zurückließen und veränderten, von Treue und Verrat und von Familienfehden, die sich über Jahrzehnte erstrecken. Trotz der Einblicke in ihr Leben hinterläßt keiner von ihnen einen wirklich bleibenden Eindruck bei mir. Das ist vielleicht auch gar nicht nötig, um über ihre und die eigene Moral nachzudenken und sich zum Schluß mit ihnen gemeinsam zu fragen: Hat es sich dafür gelohnt?

    Insgesamt wurde der Roman spannend und facettenreich erzählt; dennoch fand ich einiges schon deutlich zu langatmig und überzeichnet.

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    janein
  • 5 Sterne

    Connie Ruoff, 18.04.2018

    Als Buch bewertet

    „UNTERLEUTEN“ VON JULI ZEH


    2. ZUM INHALT
    Der Trailer

    Juli Zeh stellt uns ein fiktives Dorf vor: Unterleuten im Jahr 2010. In ständig wechselnden Perspektiven lernt der Leser die Dorfgemeinschaft mit ihren unterschiedlichen Bewohnern und deren Ziele dahinter kennen.

    Ein Teil ist aus dem Westen zugezogen, ein anderer Teil sind Alteingesessene. Alle wollen nur das Beste für das Dorf.

    Der Roman ist in sechs Teile mit jeweils 13 Kapiteln gegliedert. Die Teile tragen die Überschrift der Person, aus deren Blickwinkel bzw. Perspektive erzählt wird.

    Zur Orientierung kann der Leser auf das Personenglossar oder die Internetseite zurückgreifen.

    Der Investor aus dem Westen weckt viele Konflikte.
    Es geht um Familiengeheimnisse, DDR-Vergangenheit, Ehekrisen, persönliche Probleme.

    „Die Wahrheit war das, was die Leute erzählen. Und immer wieder stellt sich die Frage, was ist die Wahrheit?“


    Zwei Männer polarisieren das Dorf Unterleuten in zwei Lager. Und schon wird aus der idyllischen Gemeinde ein Kampfplatz der Lokalmatadore.

    Wie weit gehen die Eigeninteressen?

    Es ist eine Gesellschaftsstudie, die eine vorgetäuschte Realität durch Facebook, Xing Account und Homepages entwickelt.

    Rache, kriminelle Aktionen, Selbstjustiz, Tratsch und Verleumdung, soziale Verstrickungen, Abhängigkeiten beeinflussen mögliche Investoren genauso, wie Dorfbewohner, die einen Gewinn aus dem Landverkauf ziehen möchten.

    Bei diesen Nachbarn braucht man keine Feinde. Alles das, was in der Großstadt geschieht, passiert auch hier in der Anonymität des Dorfes, die für die meisten so transparent ist, dass diejenigen nicht selten am Pranger enden. Eine Gemeinschaft, die ihrer Gemeinschaft selbst das Ende bereitet.

    5/5 Punkten

    3. PROTAGONISTEN
    Linda Franzen war mit Frederic Wachs zusammen, liebt aber Bergamotte, einen Oldenburger Hengst. Sie verehrt die Schriften von Manfred Gortz.

    Besondere Merkmale: blond, hübsch, knallhart. Sie ist Stolz darauf eine Rolle in Unterleuten innezuhaben. Sie strebt danach, das eigene Schicksal zu optimieren. Das Prinzip des unbewegten Bewegers

    Rudolf Gombrowski war Landwirt und Geschäftsführer der Ökologica GmbH. Auf den ersten Blick wirkt er ungeschickt, auf den zweiten Blick ist er ziemlich schlau. Sein Motto:

    „Der größte Vorteil entsteht, wenn jeder bekommt, was er sich wünscht – dieser Satz war für Gombrowski keine Masche, sondern eine Philosophie. Wenn alle zufrieden seien, sagte Gombrowski, hätten am Ende auch alle den größten Nutzen. Das sei das Schöne in Unterleuten. Man schaffe es immer, sich gütlich zu einigen.“

    Sein größtes Vermögen war, dass ihm jeder im Dorf etwas schuldete.

    Bodo schaller ist Automechaniker und Kleinkrimineller. Seine besonderen Merkmale: dick und dubios.

    Kron ist ein ehemaliger Brigadeführer und schon immer Gombrowskis Erzfeind.

    Die Rollen der Protagonisten sind ständig im Wandel. Sie entwickeln sich und reagieren auf jedes Ereignis.

    5/5 Punkten

    4. LINKS ZU UNTERLEUTEN
    Juli Zeh erweckt das fiktive Brandenburgische Unterleuten zum Leben durch geschickte fingierte Internetauftritte.

    Zu Manfred Gortz und Dein Erfolg:
    5. SPRACHLICHE GESTALTUNG
    Juli erzählt humorvoll, ironisch, manchmal auch mit Untertönen – bisweilen gar sarkastisch. Helene Grass moduliert mit ihrer Sprache und setzt die Untertöne, die bei Juli Zeh fast immer fast immer mitklingen. Die wechselnden Erzählperspektiven offenbaren dem Leser die unterschiedlichen Beweggründe der Parteien.

    In der Mitte zieht es sich ganz schön, deswegen ziehe ich einen Punkt ab. Allerdings gebe ich den Punkt als Extrapunkt für die gelungenen Fake Accounts im Internet. Sehr amüsant.

    5/5 Punkten

    6. COVER UND ÄUSSERE ERSCHEINUNG
    „Unterleuten“ von Juli Zeh hat 656 Seiten, einen flexiblen Einband und ist am 11.09.2017 unter der ISBN 9783442715732 bei btb im Genre Romane erschienen.

    5/5 Punkten

    7. FAZIT
    Zwanzig Hauptakteure zeigen auf 656 Seiten ein Abbild der Gesellschaft. Es ist ein Roman, der digitale Komponenten hat, eine Art gesellschaftliches Rollenspiel. Die Leser sind herzlich eingeladen, einzusteigen.

    Es ist wirklich ein Buch, das durchaus zwischendurch einen Ausflug ins Internet schätzt, um Unterleuten und die Bewohner näher kennenzulernen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt.

    Deswegen „Leseempfehlung!



    @btb Ich bedanke mich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

    Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkten.

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    janein
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