Sturm über Windhaven

Roman

George R. R. Martin
Lisa Tuttle

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Die Menschheit hat ihre Wurzeln vergessen, nur an eines erinnert sie sich noch: das Fliegen.

Windhaven - eine wunderschöne Wasserwelt, doch geplagt von gewaltigen Stürmen. Die Menschen leben verstreut auf vielen kleinen Inseln, und es ist fast...

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Kommentar zu "Sturm über Windhaven"

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    Simone J., 01.09.2017

    ~Vorweg~
    Und unter der Flut von doch eher Mehrbändern folgt heute mal ein Einzelband. Interessant dabei, es handelt sich um eine Gemeinschaftsarbeit von George R. R. Martin und Lisa Tuddle und eine Neuauflage aus dem Jahre 2003 (weil die alten Ausgaben vergriffen sind).

    ~Inhalt des Buches~
    Die Menschheit ist zu anderen Sternen gereist, gestrandet und hat ihre Wurzeln vergessen, nur an eines erinnern sie sich noch: das Fliegen!

    Windhaven ist eine anmutende Wasserwelt, welche jedoch die Gefahren der See mit gewaltigen Stürmen und Seemonstern birgt. So lebt die Menschheit auf vielen kleinen Inseln und ist, neben den gefährlichen Seereisen, auf die Gilde der Flieger angewiesen. Diese sind jedoch eine eher abgeschottete Elite für sich. Flügel sind zudem ein sehr kostbares Gut, welche aus begrenzen Ressourcen hergestellt wurden. Sie gehören immer der Insel und werden nur an die Flieger „geborgt“, welche sie jedoch zumeist an ihre Kinder vererben, außer sie kommen um, bevor sie einen Erben zeugen konnten. Dabei ist jedoch nicht wichtig, ob ein Erbe auch wirklich Flieger sein möchte, schließlich ist es ein Privileg und es ist auch belanglos, ob jemand anderes vielleicht besserer als Flieger geeignet wäre. Doch genau dies möchte Maris ändern, die Protagonistin des Buches, eine einzelne Fliegerin, die versucht das System und damit ihre Welt ein wenig zu revolutionieren!

    ~Cover, Bilder und Gestaltung~
    Gold anmutende Flügel zieren das Cover auf schlichtem Grund. Sehr passend für den Roman und den Sci-Fi-Fantasy-Mix.

    Das Buch selbst ist in drei große Abschnitte unterteilt und wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Im ersten Teil ist die Protagonistin noch sehr jung und entdeckt das Fliegen für sich. In Teil zwei ist sie eine bekannte Fliegerin und in Teil drei schon älter. Die Aufteilung ist meines Erachtens gut gewählt.

    ~Meine Meinung zum Buch~
    Gemeinschaftsarbeiten bin ich von Martin schon gewohnt, allerdings meistens beim Verlegen oder mit Zusammenschlüssen einzelner Storys. Hier präsentiert man uns einen wirklichen gemeinsamen Text mit Tuttle und herausgekommen ist etwas halbwegs solides, allerdings kein Meisterwerk.

    Der Einstieg wird schön erzählt, das Fliegen wird ausgeführt und dennoch.... kam bei mir keine Leidenschaft an, obwohl ich sonst sehr für das Fliegen zu haben bin. Die Spannung konzentriert sich für mich einzig auf den Fliegerwettkampf in der Mitte des Buches, ansonsten plätschert die Story so dahin.

    Konflikte und Meinungen gibt es in dem Werk genug und auch Bezug zu aktuellen Themen, allerdings fehlt mir ein wenig Harmonie. Alles ist so schwermütig und es fehlt der Part, in dem sich die Leute unterstützen, weil sie wirklich der Meinung des anderen sind. Das Buch ist für mich leider an seinen Konflikten erstickt und streckt diese auf zu viele Seiten, so dass ich persönlich das Interesse verloren habe :( Ein wenig gezauberte Übereinkunft durch die Autoren wäre vielleicht nett gewesen, denn so richtig Eins mit den Charakteren werden oder sie ins Herz schließen, wollte bei mir einfach nicht geschehen.

    Die Hintergrundgeschichte, wie und warum die Menschen nun auf diesem stürmischen Planeten leben ist zwar nicht unbedingt wichtig, dafür sehr interessant und die Geschichte hat mich am Ende doch am meisten interessiert. Dabei wird nämlich auch aufgeklärt, warum die Flügel so kostbar und WIE selten sie sind. Das geschah für mich aber zu spät im Storyverlauf, so dass mich die Frage irgendwann schon ärgerte, warum zur Hölle die Menschen denn nicht mehr Flügel herstellen oder mehr Energie zur Ressourcenfindung aufwenden. Wenn man sich die Geschichte der Menschheit für später aufbewahren wollte, ist das in Ordnung, aber dann hätte eher erklärt werden müssen, dass der Rohstoff für die Flügel endgültig verbraucht ist. Der Fakt wurde zwar angedeutet, aber zu halbherzig meines Erachtens.

    Dennoch ist es ein solides Buch, da der Schreibstil ein gehobener und die Idee im Kern interessant ist. Zudem gefällt mir die Welt Windhaven sehr, sehr gut und man hat das Gefühl, dass das Autorenduo sich hier wieder einmal noch viel mehr zum Universum ausgedacht hat, als letzten Endes auf dem Papier steht, so dass dem Leser auch Platz für weitere Fantasien gelassen wird :)

    ~Fazit des Buches~
    Windhaven ist für mich persönlich zwar nicht der Reißer gewesen, allerdings sind die kritischen Themen, Echtheit der Charaktere und die Welt sehr interessant. Unter der nahezu durchgehend nicht vorhandenen Spannung leidet das Buch jedoch sehr und ich muss gestehen, dass der schöne Schreibstil an sich für mich das Gesamtwerk aufgewertet hat.

    ~Wem würde ich das Buch empfehlen?~
    Wer es etwas schwermütiger mag, sowieso alles von Martin liest oder mal wieder einen kritischen Sci-Fi-Fantasy-Misch braucht, der ist auf Windhaven willkommen.

    Simone von „Die Librellis“

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    janein

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