Andreas Franz: Deutschlands bekanntester Krimiautor

Andreas Franz arbeitete als Studiomusiker, LKW-Fahrer und Übersetzer - doch seine große Leidenschaft galt von jeher dem Schreiben. Bereits mit seinem ersten Erfolgsroman Jung, blond, tot gelang es ihm, unzählige Krimileser in seinen Bann zu ziehen. Seitdem folgte Bestseller auf Bestseller.

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Andreas Franz: Interview

Herr Franz, was hat Sie dazu gebracht, ausgerechnet Krimis zu schreiben?

Andreas Franz: Ganz ehrlich, es hat sich einfach so ergeben. Und dann hat alles eine Eigendynamik gewonnen, die ich nicht erklären kann. Aber ich möchte natürlich auch irgendwann in andere Bereiche schnuppern, aber mehr dazu, wenn die Zeit dafür reif ist.

Sie sagen selbst, dass viele Ihrer Krimi-Plots auf wahren Begebenheiten beruhen. Woher nehmen Sie die Infos zu Tätern oder Mordumständen, wie recherchieren Sie und was muss eine Information haben, dass sie es schafft, als Grundlage für Ihre Geschichten zu dienen?

Andreas Franz: Polizeiinformationen oder auch nur schnöde Meldungen in den Medien. Verzeihen Sie, wenn ich jetzt nicht zu sehr ins Detail gehe, aber die genaue Recherche und meine Quellen bleiben mein kleines, aber wohlgehütetes Geheimnis.

In heutigen Krimis und Thrillern wird Gewalt und Brutalität sehr viel detaillierter dargestellt als noch zu Zeiten der klassischen Detektivgeschichte von Agatha Christie & Co. Glauben Sie, dass die Welt brutaler geworden ist oder man die Realität einfach authentischer abbildet?

Andreas Franz: Die Welt ist nicht brutaler geworden, höchstens schneller, hektischer. Der Informationsfluss wurde breiter und ebenfalls schneller, vor allem detaillierter. War Jack the Ripper noch eine Weltsensation, so wäre er heute nur ein Serienkiller unter vielen. Und waren die Geschichten von Agatha Christie zu ihren Zeiten mit dem Gruselfaktor 10 belegt, so rangieren sie heute unter der Kategorie "Häkelkrimis". Und ja, die Realität wird von einigen Autoren authentischer abgebildet.

Sie waren selbst lange Jahre als Musiker aktiv. Mit Ihrem neuesten Krimi »Eisige Nähe«, der von einem Mord an einem Musikproduzenten handelt, betreten Sie zum ersten Mal mit einem Krimi den Bereich der Musikwelt. Geht die Idee zu diesem Fall auf Ihre eigene Zeit in der Musikbranche zurück?

Andreas Franz: Kurz und knapp - NEIN! Aber wenn man sich die unzähligen Castingsshows ansieht, dann könnte man schon mal Mordgelüste gegenüber gewissen Personen bekommen. Kleiner Scherz, aber dort liegen oder sitzen meine Vorbilder für Peter Bruhns.

Ihre Krimis handeln von Korruption in der besseren Gesellschaft, organisiertem Verbrechen, Missbrauch, Menschenhandel, Serienmorden. Ist das Krimigenre für Sie auch ein Instrument, um gesellschaftliche oder soziale Probleme und Missstände darzustellen?

Andreas Franz: Auf jeden Fall. Es geht für mich z.B. überhaupt nicht, dass ein Kleinkrimineller für Jahre im Knast verschwindet, während die ganz großen Täter, die Unternehmen, Banken etc. und damit auch Existenzen durch kriminelle Aktivitäten zugrunde richten, praktisch ungeschoren davonkommen. Natürlich muss ein Mörder bestraft werden, aber dass sehr viele Morde, vor allem Auftragsmorde, völlig ungestraft bleiben, ist für mich unverständlich. Da wird entweder gar nicht erst ermittelt und damit kein Verfahren eingeleitet oder es wird ermittelt, aber Beweise gegen bestimmte Täter werden vernichtet und unliebsame Zeugen vor Gericht gar nicht erst zugelassen. Mal weg vom Mord: Nehmen wir die sogenannten Prozesse gegen Banker und Vorstandsvorsitzende in den vergangenen Jahren. Alles abgekartet, Verteidigung und Staatsanwaltschaft haben sich vorher abgesprochen und das Urteil stand bereits vor Prozessbeginn fest. Das hat nichts Verschwörungstheorie zu tun, sondern mit Informationen.

Sie sind sehr religiös. Wie passt das zusammen: Glaube an Gott und das Schreiben über brutale Mordfälle und wie vereinbaren Sie für sich diesen Gegensatz?

Andreas Franz: Nur weil ich an Gott und damit noch an das Gute glaube, kann ich auch über das Schlechte schreiben. Jeder Mensch hat seine ganz eigene Entscheidungsfreiheit bekommen, und wenn sich jemand dafür entscheidet, Verbrechen zu begehen und anderen Menschen damit zu schaden, so ist das seine Sache. Ich komme mir dabei sehr häufig wie ein Beobachter vor. Ich sehe die Dinge, schreibe darüber, aber das mindert in keinster Weise meinen Glauben an Gott. Eher im Gegenteil, mein Glaube verhindert, dass ich nur noch alles in Grau- und Schwarztönen sehe. Und noch etwas: Ich glaube an Gott, weil ich in meinem Leben schon zu viele einschneidende Erfahrungen mit IHM gemacht habe, die mir keiner nehmen kann.

Könnten Sie sich vorstellen, dem Krimi »adieu« zu sagen und einmal das Genre zu wechseln?

Andreas Franz: Aber ja doch. Wie schon in Frage 1 angedeutet, werde ich irgendwann in ein anderes Genre wechseln, damit aber dem Krimi nicht "adieu" sagen, ich will doch all die LeserInnen, die sich so sehr mit Julia Durant und Frank Hellmer, Peter Brandt und Elvira Klein, Sören Henning und Lisa Santos identifizieren, nicht enttäuschen. Außerdem sind mir all diese Figuren so sehr ans Herz gewachsen, ich will auch noch eine ganze Weile mit ihnen leben und befreundet sein.

Welchen Krimi haben Sie selbst zuletzt gelesen?

Andreas Franz: Keinen. Und das seit mindestens fünfzehn Jahren. Das hat damit zu tun, dass ich Angst habe, wenn auch unbewusst bei andern Autoren abzukupfern. Meine Frau und Kinder lesen andere Krimis, erzählen mir hin und wieder davon, und das war's. Ich habe fertig.

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